Emge, Carl August

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Dr. jur, Dr. phil o. Professor Carl Emge

Carl August Emge (Lebensrune.png 21. April 1886 in Hanau; Todesrune.png 20. Januar 1970 in Bad Honnef) war ein deutscher Rechtsgelehrter und Hochschullehrer, der besonders als Rechtsphilosoph und Rechtssoziologe hervorgetreten ist. Zudem wirkte er als stellvertretender Präsident der Akademie für Deutsches Recht und leitete zeitweilig das Nietzsche-Archiv in Weimar.

Leben und Wirken

Carl August Emge studierte an den Universitäten Tübingen, Heidelberg und Marburg Rechtswissenschaften, danach Philosophie, Kunstgeschichte und Psychologie und wurde zum Dr. iur. und zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 1916 an der Universität Gießen mit der Schrift Über das Grunddogma des rechtsphilosophischen Relativismus für Jura, 1923 in Jena für Philosophie. Seit 1922 war Carl August Emge ordentlicher Professor der Rechte, seit 1928 lehrte er als außerordentlicher Professor in Jena, wo er 1932 das erste Ordinariat für Rechtsphilosophie in Deutschland erhielt. Er folgte dann einer Berufung nach Riga, wo er auch das Ordinariat für Soziologie innehatte.

1931 übernahm Carl August Emge die wissenschaftliche Leitung des Nietzsche-Archivs in Weimar und begründete die kritische Werkausgabe.

Politisch hoffte Carl August Emge noch vor der Deutschen Revolution 1933 auf eine Verbesserung und Erneuerung von Staat und Volk durch den Nationalsozialismus. Dies führte ihn dazu, sich im Wissenschaftsbereich für einen Wandel einzusetzen (1932 Ernennung zum Universitätskommissar der nationalsozialistischen Bewegung in Jena).

1934 nahm die Akademie für Deutsches Recht Carl August Emge in ihre Reihen auf, er wurde dort mit dem Vorsitz des Ausschusses für Rechtsphilosophie betraut, der im Nietzsche-Archiv tagte.

1935 wurde er als Ordinarius nach Berlin berufen. Von 1937 bis 1942 wirkte Carl August Emge als stellvertretender Präsident der Akademie für Deutsches Recht.

Nach dem Ende des 1939 von England entfesselten europäischen Krieges, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde, war Carl August Emge Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 1953 gehörte er einer europäischen Forschungsgruppe für Flüchtlingswesen an. Zuletzt hatte er einen Lehrstuhl in Würzburg, wo er 1957 emeritiert wurde.

Einen Teil seiner Werke veröffentlichte Carl August Emge unter dem Pseudonym Ab Insulis.

Werke (Auswahl)

  • Über das Grunddogma des rechtsphilosophischen Relativismus, 1916
  • Hegels Logik der Gegenwart, 1927
  • Der philosophische Gehalt der religiösen Dogmatik, 1929
  • Geistiger Mensch und Nationalsozialismus. Ein Interview für die Gebildeten unter seinen Gegnern. Berlin 1931. Unter dem Pseudonym Ab Insulis.
  • Ideen zu einer Philosophie des Führertums. In: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie, Bd. XXIX (29), 1935/36, S. 175 ff.; und Ausgabe im Verlag für Staatswissenschaft und Geschichte, Berlin 1936.
  • Ein Rechtsphilosoph wandert durch die alte Philosophie. Berlin 1936
  • Philosophie der Rechtswissenschaft, 1961
  • Max Stirner: Eine geistig nicht bewältigte Tendenz, 1963
  • Die Bedeutung der Rechtssoziologie für die Dogmatik, 1968

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