Mendelssohn-Bartholdy, Felix

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Dr. phil. h. c. Felix Mendelssohn Bartholdy, u. a. Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig (1836) und Inhaber des Ordens „Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste“ (1842); in Frankfurt leitet er die Chorvereinigung des Cacilien-Vereins. Am 2. April 1843 gründete er das Konservatorium der Musik zu Leipzig. Am 13. April 1843 wurde Mendelssohn Bartholdy zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt. Im Jahr 1864 erhielt eine Straße in der Leipziger Westvorstadt den Namen „Mendelssohnstraße“. Die Stadt Leipzig ehrte Mendelssohn Bartholdy im Jahr 1892 mit einem Denkmal, das sich vor dem (zweiten) Gewandhaus in der Grassistraße befand.[1]

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn, seit 1816 Mendelssohn Bartholdy[2] (Lebensrune.png 3. Februar 1809 in Hamburg;Todesrune.png 4. November 1847 in Leipzig), war ein jüdischer, seit 1816 evangelischer Komponist und Dirigent in Deutschland. Er war Generalmusikdirektor in Berlin und Gründer des Konservatoriums in Leipzig. Er wurde unter anderem von der Aufführung der Matthäus-Passion am 11. März 1829 in Berlin bekannt.

Werdegang

Felix Mendelssohn Bartholdy als Ritter des Friedensklasse des Ordens „Pour le Mérite“
Berühmt ist er als deutscher Komponist der Romantik. Als Schriftsteller trat er durch seine Reisebriefe hervor, die im vorletzten Jahrhundert in zahlreichen Auflagen verbreitet waren. Goethe nannte sie, soweit sie ihn noch erreichten, »anmutige, allerliebste, höchst interessante Briefe«. In der Improvisationskunst des Schreibens erinnert er an den von ihm sehr verehrten Jean Paul, der ihn immer, wie er an Klingemann berichtet, »auf ein halbes Jahr mit seinen curiosen Einschachtelungen ansteckt.« Sein Großvater Moses Mendelssohn gründete das berühmte Bankhaus Mendelssohn; er war ein Freund Lessings, dem er als Urbild zu dessen »Nathan der Weise« diente. Nach Studienjahren bei Hegel und Humboldt begab sich Felix Mendelssohn Bartholdy auf eine nahezu zweijährige Reise, auf der er seine Briefe verfaßte.

Neue Deutsche Biographie

König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen berief M. auf Vorschlag von K. Bunsen und A. v. Humboldt 1841 als Preuß. Generalmusikdirektor und Leiter der Musikabteilung der neuerrichteten Akademie der Künste nach Berlin, worauf dieser erst nach längerem Zögern einging. Seine Ideen zur allgemeinen Verbesserung der musikalischen Ausbildung konnte er dort nicht realisieren, die Bestrebungen, die musikalische Klasse der Akademie der Künste zu reorganisieren, scheiterten. Statt seinen Verpflichtungen weiterhin nachgehen zu müssen, sollte M. von nun an im persönlichen Auftrag des Königs als Komponist frei arbeiten können; er schuf für Ludwig Tiecks Wiederaufführungen der Dramen von Sophokles und Euripides Schauspielmusiken zu „Antigone“ und „Oedipus auf Kolonos“ sowie die „Sommernachtstraum“-Musik. Eine Musik zu den „Eumeniden“ zu schreiben, hielt er allerdings für zu gewagt, weshalb er diesen Auftrag ablehnte und dadurch einen Zwiespalt mit dem König hervorrief. Schließlich wurde eine Einigung dahingehend getroffen, daß M. weiterhin zur Verfügung stehen sollte, aber nicht mehr an Berlin fest gebunden war. Eine der ihm verbliebenen Aufgaben war die Reorganisation und Leitung des Berliner Domchors, für die M. zum Generalmusikdirektor ernannt wurde. Von Dezember 1842 bis August 1843 wurde er jedoch zunächst beurlaubt und hielt sich vorwiegend in Leipzig auf. Hier hatte er im März 1842 die Uraufführung der „Schottischen Symphonie“ dirigiert. Zu dieser Zeit erhielt er das Angebot, Leipziger Thomaskantor zu werden, was er jedoch ablehnte. Im Sommer 1842 hielt er sich erneut in England auf, wo er häufig mit Kgn. Victoria und Prinz Albert zusammentraf. Ein lange gehegter Plan konnte im Frühjahr 1843 verwirklicht werden: Aus einem dem sächs. König zugedachten Legat erhielt M. die Mittel zur Einrichtung eines Konservatoriums in Leipzig, das am 3.4. als „Musikschule“ im Gebäude des Gewandhauses eröffnet wurde. Die ersten Lehrer waren M. selbst für Klavier und Komposition, Moritz Hauptmann für Musiktheorie, Ferdinand David für Violine. Robert Schumann für Klavier und Komposition, Carl Ferdinand Becker für Orgel und Christian August Pohlenz für Gesang. Nach dem Weggang Schumanns aus Leipzig 1843 unterrichtete Ignaz Moscheles am Konservatorium. Aus dieser Gründung wurde bald die angesehenste Musikhochschule Deutschlands im 19. Jh.
In Berlin leitete M. in diesem Jahr die Aufführung seiner Schauspielmusiken, die jedoch geteilte Aufnahme fanden. Trotz erheblicher Schwierigkeiten mit der rigiden prot. Liturgie seiner Zeit hat M. eine Reihe hervorragender Kompositionen für den Berliner Domchor geschaffen. Im Frühjahr 1844 hielt er sich wieder in London auf, wo er sechs Konzerte der Philharmonie dirigierte; damit wurde das gesunkene Ansehen des Orchesters wieder gehoben sowie das bis dahin entstandene finanzielle Defizit ausgeglichen. Währenddessen arbeitete M. an seinem Violinkonzert e-Moll op. 64, das David im März 1845 in Leipzig zum erstenmal spielte. Außerdem schuf er hier die Musik zu „Athalie“ von Racine und die sechs Orgelsonaten op. 65. Daneben bereitete er für die „Handel Society“ eine Partiturausgabe von Händels „Israel in Egypt“ vor. Im Herbst dieses Jahres kehrte M. zunächst nach Berlin zurück, wurde jedoch bald auf seinen Wunsch hin von seinen dortigen Pflichten entbunden und ging Anfang Dezember nach Frankfurt, wo er sich mehr seiner Familie widmen konnte und komponierte. In erster Linie arbeitete er hier an dem „Elias“, seinem zweiten großen Oratorium. Eine vielversprechende Einladung nach New York schlug er aus, auch bei der Uraufführung seines Violinkonzerts in Leipzig war er nicht zugegen. Erst im Herbst 1845 nahm er seine Tätigkeit für Leipzig wieder auf. Im Dezember sang die schwed. Sopranistin Jenny Lind im Gewandhaus, und eine enge künstlerische Freundschaft entstand zwischen ihr und M. Beim zweiten Konzert des Gewandhausorchesters dirigierte M. die Uraufführung von Schumanns Klavierkonzert a-Moll. In dieser Zeit fand auch ein Gedankenaustausch mit Richard Wagner statt, dessen Tannhäuser-Ouvertüre M. am 14.2.1846 in Leipzig aufführte. Im Mai dieses Jahres leitete er erneut das Niederrhein. Musikfest, das diesmal in Aachen stattfand. Nach der Fertigstellung des „Elias“ wurde dieses Oratorium unter seiner Leitung am 26.8.1846 auf dem Musikfest in Birmingham mit großem Erfolg uraufgeführt. Mittlerweile machte sich bei M. die übermäßige Anstrengung durch seine ungeheure Arbeitsleistung gesundheitlich bemerkbar. Er litt zunehmend an Migräne, sein angeborener Jähzorn nahm zu. M. wollte nun seine Ämter aufgeben und sich in Frankfurt ganz dem Komponieren widmen. Am 18.3.1847 leitete er zum letzten Mal eine Aufführung des Gewandhaus-Orchesters, dessen Leitung er anschließend niederlegte. In London dirigierte er im Sommer in Anwesenheit des Königspaares die Neufassung seines „Elias“. Die Nachricht vom Tod seiner Schwester Fanny am 14.5.1847 hatte ihn tief erschüttert. Als eine Art instrumentales Requiem für die Schwester entstand im September sein Streichquartett f-Moll op. 80. Am 7.10. schrieb er die Vertonung eines Gedichtes von Eichendorff nieder, das „Nachtlied“, das wie eine Vorahnung seines Todes erscheint. Für den Winter 1847 hatte M. eine Aufführung des „Elias“ mit Jenny Lind in Wien geplant, zu der es nicht mehr kam. Am 4.11. starb M. in Leipzig, nachdem er am 28.10. einen ersten Schlaganfall erlitten hatte, durch den er teilweise gelähmt wurde und das Bewußtsein verlor, ein zweiter Gehirnschlag war am 3.11. erfolgt. M.s Leichnam wurde nach Berlin überführt und an der Seite seiner Schwester Fanny auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof beigesetzt.[3]

Familie

Sein Vater war der jüdische Bankier Abraham Mendelssohn, sein Großvater der jüdische Schriftsteller Moses Mendelssohn.

Ehe

Felix heiratete in Frankfurt/M. 1837 seine Verlobte Cécile (1817–1853), Tochter des Franz August Jeanrenaud (1788–1819), calvinistisch-reformierter Geistlicher in Frankfurt, und der Elisabeth Souchay (1796–1871). Aus der Ehe gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor.

Zitate über Mendelssohn

„Felix Mendelssohn wurde von Zelter in jahrelanger Mühsal zu Bach geführt – für den der Jude dann Propaganda machte. Das Beste seines Schaffens Technisch-Formales.“Alfred Rosenberg[4]

Fußnoten

  1. Seit dem 4. November 1972 trägt die aus dem Konservatorium hervorgegangene Musikhochschule Leipzig (seit 1992: Hochschule für Musik und Theater) den Namen „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Am 28. September 1997 erhielt der Kleine Saal des Gewandhauses den Namen Mendelssohnsaal. Am 4. November 1997 wurde ein von H.-G. von Stockhausen gestaltetes Memorialfenster für Mendelssohn Bartholdy (Mendelssohnfenster) in der Südfassade der Thomaskirche übergeben. Im Jahr 2007 erhielt eine dreieckige Grünfläche in Musikviertel den Namen „Mendelssohnufer“.
  2. Sein Vater hatte den Familiennamen beim Übertritt zum Protestantismus 1816 in „Mendelssohn Bartholdy“ geändert. Dies geschah nach dem Onkel, dem Bruder von Mendelssohn Mutter, der diesen Schritt einer Konversion entscheidend gefördert hatte.
  3. Mendelssohn Bartholdy, Felix, in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 53–58
  4. Alfred Rosenberg: Der Mythus des 20. Jahrhunderts, Hoheneichen-Verlag, München, 75.–78. Aufl. 1935, S. 346