Freiwilliges Landesschützenkorps

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Freiwilliges Landes-Schützen-Korps.jpg

Das Freiwillige Landes-Schützen-Korps bzw. Freikorps Landesschützen war ein Freikorps, das nach dem Ersten Weltkrieg aufgestellt wurde und Teil der Abteilung „von Lüttwitz“ war. Militärhistorisch wird das Korps nach ihrem Führer auch Landesschützenkorps oder Freikorps „von Röder“ genannt.

Gliederung

Das seit dem 2./3. Januar 1919 in Zossen aufgestellte und einsatzbereite Freikorps hatte wie das Freikorps Landesjäger die tatsächliche Stärke eines Korps und wies folgende Gliederung aus:

  • Stab des Landesschützen-Korps: Generalmajor von Roeder (gleichzeitig war der spätere Tannenberg-General auch Kommandeur der 115. Division)
  • 3 Landesschützen-Brigaden
    • 1. Landesschützen-Brig. (Hahnke), 1.-3. Abt., mit je 1 Batterie, errichtet Dezember 1918 aus der 115. I.D. (I. aus I.R. 136 Straßburg, II. aus IR 171 Colmar, III. aus I.R. 173 St. Avold)
    • 2. Landesschützen-Brig. (Stobbe), 4.-6. Abt., mit je 1 Bttr.; errichtet 18.12.1918 bei Weilburg/Gießen, namentlich aus IR 17 (Mörchingen)
    • 3. Landesschützen-Brig. (Gerstenberg), 7. - 9. Abt., mit je 1 Bttr.; errichtet bei Marburg aus der 19., 30., 34., 84. I.D.
  • 1 Garde-Landesschützen-Brigade (Detachement „von Neufville“)

Jede Brigade hatte 3. Abteilungen (Bataillonen) gemischter Waffen. Der Garde-Landesschützen-Brigade unterstanden die 2. Garde-Reserve-Division, die Freiwilligen Landesschützen-Batterie und andere Formationen. Ferner beim Landesschützenkorps waren:

  • 2./Drag.Rgt. 22 (Mülhausen/Elsaß) u. a.
  • Freiw.Rgt. Magdeburg (I.R. 26, 66 Magdeburg), I.-III.; errichtet 16.04.1919
  • Freiw.Btl. Gruson (I.R. 165 Quedlinburg); errichtet 22.02.1919
  • Freiw.Btl. Altenburg (I.R. 153 Altenburg); errichtet 11.02.1919
  • Freiw.Btl. Anhalt (I.R. 93 Dessau); errichtet 23.03.1919

Einsatz

Ihr Einsatz fand 1919 in Berlin statt, wo das Landes-Schützen-Korps mit anderen Freikorps (z. B. mit dem Freiwilligen-Regiment „Reinhard“ und dem Freiwilligen-Regiment „Potsdam“), insbesondere mit der Garde-Kavallerie-Schützen-Division unter Waldemar Pabst, dem spartakistischen Terror bis zum 12. Januar ein Ende bereitete.

Nachdem die Marine-Brigade „Ehrhardt“ am 28. Januar 1919 Wilhelmshaven befreit hatte, übernahm das Landesschützenkorps „von Röder“ zusammen mit dem Reichskommissar Paul Hug die Macht und löste den Arbeiter- und Soldatenrat auf und entwaffnete das Arbeiterbataillon.[1]

Die 3. Brigade unter Wilhelm Gerstenberg (Division „Gerstenberg“) zerschlug am 4. Februar 1919 in Bremen die Bremer Räterepublik.

Nach Bremen wurde im Ruhrgebiet gekämpft und letztlich im April 1919 (gemeinsam mit dem Freikorps Landesjäger) in Magdeburg.

Übergang zur Reichswehr

Aus dem Landesschützenkorps mit 584 Offizieren und 12.839 Mann entstand im Juni 1919 die Reichswehr-Brigade 4 der Vorläufigen Reichswehr. Von Roeder wurde ab dem 18. Oktober 1919 Infanterieführer 4 in Magdeburg und am 16. Mai 1920 zum Befehlshaber der Reichswehr-Brigade 4.

Bekannte Mitglieder (Auswahl)

Literatur

  • Der Schulungsbrief: Die deutschen Freikorps von 1918 bis 1923 (H. W. Zastrow), Oktober 1936

Fußnoten

  1. Die Befreiung der Jadestadt ließ auf sich warten. Zwar gaben die Arbeiter- und Soldatenräte zwischen dem 7. und dem 11. Februar die Waffen ab, doch erst am 17. Februar rückte das Landesschützenkorps unter dem Kommando des Generals von Roeder in Wilhelmshaven ein. Paul Hug, nach dem heute noch eine Straße in „Schlicktown“ benannt ist, wurde zum Reichskommissar für die Festung ernannt. Erwähnenswert wäre noch, daß sich unter den Spartakisten in Wilhelmshaven um Karl Jörn zahlreiche gewöhnliche Verbrecher befanden, die im Verlauf des Putsches der Reichsbank eine größere Summe abpreßten.