Goden

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Veleda, ca. 70 n. d. Z., germanische Priesterin des germanischen Stammes der Brukterer, Illustration nach dem Gemälde von 1904. - Germanische Priesterinnen waren, wie schon Tacitus berichtete, für das Heil des Stammes von großer Bedeutung. Im heiligen Hain deuteten sie die Runen und die Göttervögel (Raben). Im Vorfeld einer Schlacht galten der Flug und das Verhalten der Tiere als Omen für den Ausgang der kriegerischen Auseinandersetzung.

Goden bzw. weiblich Gydjas heißen die Priester der Germanen. Diese Bezeichnung ist seit 2 Jahrtausenden überliefert, und zwar in allen germanischen Ländern: In Skandinavien durch Runensteine und Sagas, in Deutschland in althochdeutschen Glossen, bei den Ostgermanen in Wulfilas Schrift.

Die Goden waren Menschen, die in ihrer Eigenschaft als Priester in Anspruch nahmen, mit den (germanischen) Göttern in Verbindung zu stehen. Es gibt Überlieferungen, wonach sie in Godenschulen ausgebildet, rituell eingeweiht und auf dem Thing (der Volksversammlung) von den Menschen in einer Wahl angenommen wurden. Die Goden leiten die Feste, verkünden und lehren die heidnische Religion. Es gab auch Goden mit höherem Rang, „Diar-Goden“ genannt, deren Aufgabe es war, das von mehreren Goden abgehaltene Thing zu heiligen und zu leiten. Im alten Island gab es 39 Goden und 12 davon waren Diare.

Die Diare wählten aus ihrem Kreis einen obersten Goden, genannt Allsherjargode oder Gotuater (Godenvater). Der Allsherjargode war der oberste Gode eines Stammes. Es gibt Hinweise, daß es auch Allsherjargoden für mehrere Stämme gegeben hat, so den Coifi, der der Stammespriester für die Stämme der Angeln und Sachsen war, oder die Stammespriesterin Veleda, die nicht nur für den Stamm der Brukterer, sondern auch der Chauken, Marser, Usipier, Chatten u. a. zuständig gewesen ist.

Goden waren keine bloßen gewählten Kultleiter oder –beamte, sondern ganz eindeutig bestand auch bei den Germanen ein spirituelles hierarchisches Priestertum, vergleichbar mit den keltischen Druiden. Daß zuweilen Goden weltlich interpretiert werden, liegt daran, daß es die Goden als weltliche Häuptlinge bis zur Einführung der Járnsíða im Jahre 1271 auch im christlichen Island noch gab und die Sagaschreiber dieses weltliche Godentum unbewußt auch in die heidnische Zeit zurückdatierten.

Goden trugen ein weißes langes Gewand und zum Opferfest einen roten Überwurf. Zeichen der Godenwürde war der offene Armring, der eine symbolische Fessel an die Gottheit darstellt. Im heutigen germanischen Altheidentum gibt es Goden und Gydjas, außerdem den Allsherjargoden. Diar-Goden gibt es derzeit noch nicht. Im Neuheidentum gibt es keine Goden oder es wird diese Bezeichnung für gewählte oder selbsternannte Kultleiter verwendet, die aber weder über eine Ausbildung, noch eine Weihe durch den Allsherjargoden verfügen. Auf Island ist die Bezeichnung „Allsherjargode“ lediglich ein Name für das Amt des Vereinsvorsitzenden, auch hier gibt es keine Ausbildung oder Initiation.

Etymologie

Auch heute noch begegnet uns dieser Name in Verbindung mit Straßenbezeichnungen oder in der Benennung besonderer Einrichtungen. Etymologisch wird das Wort zu guþ und goþ = Gott gestellt. Das Wort „God“, „Gode“ bedeutet also Gott, göttlich. Es beschreibt aber auch die Begriffsinhalte: Beistehen, Zur-Seite-stehen, Begleiter, Begleiten, Betreuen, Behüten, Hinübertragen, Hinüberbegleiten. In einigen deutschen Mundarten werden zum Beispiel die Patentante, der Patenonkel auch heute noch „Godin“ bzw. „Gode“ genannt.

Literatur

  • Baron Árpád von Nahodyl Neményi: Goden: Die heidnischen Priester der Germanen. Verlag: Books on Demand, 1. Auflage, 13. Mai 2016, ISBN: 978-3732283521