Großherzoglich Mecklenburgisches Militärverdienstkreuz

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Das Mecklenburger Verdienstkreuz I. Klasse feuervergoldet

Das Großherzoglich Mecklenburgische Militärverdienstkreuz (auch: Militair-Verdienst-Kreuz; später auch: Mecklenburg-Schwerinisches Militärverdienstkreuz) wurde am 5. August 1848 durch Großherzog Friedrich Franz II. „[…] für hervorragende Beweise an Tapferkeit im Feldzuge gegen Dänemark in den Jahren 1848/49 gestiftet. Vergeben wurde der einklassige Orden (MMV) aber auch an Teilnehmer des Feldzugs in Baden im Jahr 1849. Die letzten Verleihungen rückwirkend zum Weltkrieg 1914 bis 1918 wurden Ende Mai 1929 abgeschlossen.

Großherzoglich Mecklenburgisches Militärverdienstkreuz

Erläuterung

Mecklenburg-Strelitzsches Verdienstkreuz für Auszeichnung im Kriege (1914)

Die Auszeichnung wurde im Sardinischen Krieg (für Beobachter aus Mecklenburg und vereinzelte Offiziere der k. k. Armee), im Deutsch-Dänischen Krieg und im Deutschen Bruderkrieg erneuert.

ehrenzeichen-orden.de

„Die Stiftung der Militärverdienstkreuze in Mecklenburg-Schwerin geht bis ins Jahr 1848 zurück. Großherzog Friedrich Franz II. stiftete am 5. August 1848 die Kreuze einklassig für den Krieg gegen Dänemark. In den Jahren 1859, 1864 und 1866 wurden die Kreuze wieder formlos erneuert und mit den entsprechenden Jahreszahlen versehen. Eine 1. Klasse bestand bis dahin nicht. Es sind aber private Fertigungen für Offizieren bekannt. Das Tragen als Steckkreuz wurde wohl geduldet. Ab dem Jahr 1870 wurden dann Kreuze 1. Klasse mit glatter Rückseite und Anstecknadel verliehen. Bekannt sind Kreuze mit den Jahreszahlen 1866 (nachträglich), 1870 und 1877. Ab 1887 waren die Kreuze nicht mehr rückgabepflichtig. Für die Kolonialkriege in China und Afrika wurden nur Kreuze 2. Klasse verliehen. Die Teilnehmer am Chinafeldzug erhielten Kreuze mit der Jahreszahl 1900. Kämpfer in Afrika ohne Zahl. Das Militär-Verdienstkreuz für den 1. Weltkrieg wurde von Großherzog Friedrich Franz 1915 rückwirkend auf den 2. August 1914 wieder erneuert. Die Ordenszeichen blieben gleich wie bei den früheren Kreuzen. Unterschiede waren die etwas grober gekörnten Kreuzarme sowie die Jahreszahl 1914. Es bestand aus 2 Klassen. Das Kreuz 2. Klasse wurde auch mit einem roten Band für besondere Verdienste für Nächstenliebe verliehen. Frauen erhielten ein verkleinertes Kreuz, das sonst gleich war. Ein Unterschied in der Trageweise der 2. Klasse war, dass jetzt die damalige Rückseite nach vorn zu tragen war. Kreuze der 1. Klasse sind mit Anstecknadel und Schraubscheibe sowie in glatter und gewölbter Form bekannt. Eine nochmalige Höherstufung war geplant und sollte mit Eichenblättern oder Kranz verliehen werden. Probeexemplare wurden aber nicht mehr verwirklicht. Voraussetzung für die 1. Klasse war der vorherige Besitz der 2. Klasse. Die erste Klasse konnte, entgegengesetzt zur 2. Klasse, nur für Verdienste vor dem Feind verliehen werden. Hersteller der Kreuze waren nur die AWS aus Berlin und Zimmermann aus Pforzheim, der fast alle Kreuze fertigte.“[1]

Einführung der I. Klasse 1870

Im Rahmen des Deutsch-Französischen Krieges wurde das Militärverdienstkreuz, welches schon bei der Stiftung stark an das preußische Eiserne Kreuz angelehnt war, erneuert, allerdings nun als II. Klasse (MMV2; Große Ordensschnalle) und als I. Klasse (MMV1; Steckkreuz). Vorwiegend war es für die Kämpfer des mecklenburgischen Kontingents bei der 17. Division[2] gedacht.

Durch Erlaß vom 24. Dezember 1870 wurde seine Verleihung auch auf Personen ausgedehnt, die nicht direkt an Gefechten teilgenommen hatten. In diesem Falle wurde das Kreuz am roten Band des Hausordens der Wendischen Krone getragen. Laut Verordnung vom 1. Mai 1871 konnte es auch an Damen (Damenschleife) verliehen werden, die sich während des Krieges besonders ausgezeichnet hatten.

Weitere Verleihungen

Im Rahmen des Russisch-Osmanischen Krieges wurde der Orden 1877 erneuert. Die wenigen Beobachter aus Mecklenburg erhielten ihn, aber vor allem russische und rumänische Offiziere. Der Großherzog sympathisierte mit dem kaiserlich russischen Anliegen, auch dienten sehr viele Deutsche und Baltendeutsche im russischen Heer. 1900 dann erneut für Mecklenburger im Boxerkrieg. Später auch für die Teilnahme an den Kolonialkriegen (ohne Datum auf dem Kreuz), vor allem am Hottentottenkrieg. 1915 letztmalig dann für den Ersten Weltkrieg, wobei alle Angehörige des Deutschen Heeres empfangsberechtigt waren, die I Klasse jedoch nur für Verdienste vor dem Feind.

Kreuz für Auszeichnung im Kriege

Das Mecklenburg-Strelitzsche Verdienstkreuz für Auszeichnung im Kriege wurde am 10. März 1871 von Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz gestiftet und konnte an alle Angehörigen des Großherzogtums verliehen werden, die sich während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 verdient gemacht hatten.Das Ordenszeichen ist ein silbernes Kreuz. Mittig von einem Lorbeerkranz umschlossen die gekrönten und verschlungenen Initialen des Stifters F W. Im unteren Kreuzarm steht die Jahreszahl 1871. Auf der Rückseite die Inschrift TAPFER UND TREU. Wurde die Auszeichnung an andere Souveräne verliehen, so lautete die Inschrift FÜR TAPFERKEIT. Getragen wurde der Orden an einem hellblauen Band mit hellgelb-ponceauroten Randstreifen auf der linken Brust. Nichtkombattanten trugen die Auszeichnung an einem karmoisinroten Band mit hellblau-gelben Randstreifen.

„Dieses Kriegsverdienstkreuz wurde durch Großherzog Adolph Friedrich VI. wieder ins Leben gerufen. Die ersten Kreuze wurden 1871 durch Großherzog Friedrich Wilhelm gestiftet. Wie auch diese Kreuze sollten die Kreuze für Verdienste im Kriege verliehen werden. Ausgezeichnet wurden Offiziere bis zum Soldat und auch Militärbeamte. Für Nichtkämpfer wurde das Kreuz am rotem Band verliehen. Wenige Kreuze haben die Inschrift – FÜR TAPFERKEIT – und wurden nur an fürstliche Personen verliehen und sind äußerst selten. Ab 1915 wurde für wiederholte Auszeichnung im Kriege das Kreuz 1. Klasse gestiftet. Seit dem trägt das Kreuz die Bezeichnung Kreuz 2. Klasse.“[3]

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs erneuerte Großherzog Adolf Friedrich VI. am 11. August 1914 den Orden. Mittig waren nun die Initialen A F und im unteren Kreuzarm die Jahreszahl 1914 zu lesen. Am 1. Januar 1915 wurde der Orden um eine Klasse erweitert und bestand nun aus der II. Klasse, dem bisherigen Kreuz sowie der I. Klasse, einem Steckkreuz mit der Inschrift FÜR TAPFERKEIT.

Fußnoten

  1. Militär-Verdienstkreuz 1. Klasse 1914, ehrenzeichen-orden.de
  2. Die 17. Division wurde am 11. Oktober 1866 in Kiel errichtet und war eine von mehreren gemischten Einheiten der Preußischen Armee. Sie rekrutierte sich aus Kontingenten der Hansestädte sowie den Großherzogtümern Mecklenburgs. Die 33. Infanterie-Brigade bestand aus Kontingenten Hamburg und Bremen, und bis zur Bildung des neuen Infanterie-Regiments Nr. 162, dem aus Lübeck. Die 34. (Großherzoglich Mecklenburgische) Infanterie-Brigade bestand aus den Kontingenten der Großherzogtümer Mecklenburg-Strelitz und Mecklenburg-Schwerin. Die 81. Infanterie-Brigade, gebildet im Jahre 1897, enthielt die beiden Regimenter aus Lübeck und dem preußischen Schleswig-Holstein. Die Divisions-Kavallerie bildete die 17. (Großherzoglich Mecklenburgische) Kavallerie-Brigade mit zwei Dragoner-Regimentern aus Mecklenburg und zeitweise einem preußischen Kavallerie-Regiment. Die 17. Artillerie-Brigade, die 1899 gebildet wurde, gliederte sich aus zwei Artillerie-Regimentern, dem in Güstrow und Neustrelitz garnisonierten Holsteinischen Feldartillerie-Regiment Nr. 24 und dem Großherzoglich Mecklenburgischen Feldartillerie-Regiment Nr. 60, das zusammen mit dem Brigadestab in Schwerin in Garnison lag.
  3. Kreuz für Auszeichnung im Kriege 2. Klasse 1914, ehrenzeichen-orden.de