Koch, Robert

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Heinrich Hermann Robert Koch (Lebensrune.png 11. Dezember 1843 in Clausthal; Todesrune.png 27. Mai 1910 in Baden-Baden) war ein deutscher Mediziner und Mikrobiologe. 1905 wurde er mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

Wirken

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Robert Kochs Grab
Berlin-Wedding, Robert-Koch-Institut, Mausoleum

Dr. Koch war Begründer der Bakteriologie und auf diesem Gebiet ein erfolgreicher Forscher. Viele Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Cholera, Malaria, Milzbrand und die Schlafkrankheit konnten durch seine Entdeckungen wirksam bekämpft werden.

Er hatte seine Entdeckungen abseits der großen Forschungszentren der Wissenschaft vollbracht. Ein schlichter Landarzt an der Ostgrenze des deutschen Reiches hatte zuwege gebracht, was die berühmtesten Wissenschaftler mit den auserlesensten Hilfsmitteln nicht für möglich hielten. Wenn man die Kräfte untersucht, die Robert Kochs Werk ermöglichten, muß man bis in seine früheste Jugend zurückgehen. Er entstammte einem Elternhaus, in dem er zu Ordnung, Fleiß und Selbständigkeit angehalten wurde. Das ergibt sich schon aus der Tatsache, daß Robert das dritte unter dreizehn Kindern war und sein Vater das schlecht bezahlte Amt eines Steigers in einem Bergwerk des Harzstädtchens Clausthal versah. Er lernte in den Bergen seiner Heimat schon früh die Geheimnisse der Natur kennen, und von Anfang an hatte er das Streben, allen diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen.

Sein Vater schickte den Sohn ohne weiteres zum Studium nach Göttingen, obgleich dazu eigentlich gar keine Mittel vorhanden waren. Robert Koch beendete sein medizinisches Studium fast völlig aus eigener Kraft, indem er sich mit Nachhilfeunterricht, Preisarbeiten und Stipendien durchschlug. Schließlich wurde er nach einigen Zwischenstellungen Landarzt und Kreisphysikus in dem posenschen Landstädtchen Wollstein.

Nachdem dort Milzbrand ausbrach, untersuchte er mit einem aus Breslau mitgebrachten Mikroskop die Ursache. Er stellte drei Forderungen auf, später Kochsche Postulate genannt, die er für einen korrekten Nachweis seiner Theorie erfüllen wollte:

  1. Jeder Krankheitserreger muß in jedem Fall der Erkrankung anzutreffen sein;
  2. Er darf bei keiner anderen Krankheit als zufälliger und nicht pathogener Schmarotzer vorkommen;
  3. Er muß, vom Körper vollkommen getrennt und in Reinkultur gezüchtet, imstande sein, bei Versuchstieren die Krankheit erneut hervorzurufen.

Koch verschaffte sich von Tieren und erkrankten Menschen Blutproben, die er unter dem Mikroskop beobachtete, mit Chemikalien vermischte und nach allen möglichen Richtungen hin untersuchte. Er entdeckte im Blut der Tiere stäbchenförmige Gebilde, aber mußte feststellen, daß dieses stäbchenhaltige Blut bei anderen Tieren, die er damit impfte, keine ähnliche Krankheitserscheinung hervorrief.

Er entwickelte sodann die Vorstellung vom „Nährboden“, der die Voraussetzung des Daseins von Bakterien ist und begann einen neuen Weg des Forschens. Er besorgte sich einige Dutzend weißer Mäuse und infizierte durch einen kleinen Einschnitt mit frischem Blut eines soeben erkrankten Rindes eine davon. Am nächsten Morgen machte der Arzt die Feststellung, daß die Maus tot war. Das frische Blut hatte sie mit Milzbrand angesteckt. Unter dem Mikroskop war festzustellen, daß der eine kranke Blutstropfen neue Krankheitserreger in Millionenzahl hervorgerufen hatte. Die tote Maus war in allen Teilen, in jeder Blutfaser, mit neuen Stäbchenwesen gefüllt. Robert Koch schloß daraus, daß diese Stäbchenbazillen sich mit rasender Schnelligkeit vermehrten. Eine Anzahl gleicher Versuche mit weiteren Tieren brachte dieselben Ergebnisse.

Robert Koch wollte jedoch auch zunächst seine dritte selbstgestellte Forderung erfüllen: Bazillen fern vom Krankheitsherd züchten und damit neue Krankheiten erzeugen. Nach vielen vergeblichen Versuchen hatte Koch eine Nährflüssigkeit bereitet, die allen nur denkbaren Anforderungen entsprach. Sie hatte tierische Körperwärme, besaß den Sauerstoff des tierischen Blutes, bestand aus der Glaskörperflüssigkeit ausgeschälter Kuhaugen. Da hinein wurden Teile milzbrandkranken Gewebes übertragen, aber die stäbchenartigen Milzbrandbazillen waren nicht erkennbar. Er kam auf die Idee, seine Nährflüssigkeit luftdicht gegen die Außenwelt abzuschließen und brachte das Präparat zwischen Glasscheiben, deren eine ausgebuchtet war. Das Entstehen der Bazillen wurde zum ersten mal nachgewiesen. Am nächsten Morgen hatten sich allerdings anstelle der Bazillusstäbchen Perlen gebildet. Koch kam zu dem Schluß, daß es bei Milzbrand eine Umwandlung in Sporen gibt, die die eigentliche Dauerform bilden, während die Mikroben mit der erkaltenden Blutwärme verendender Tiere absterben oder sich in Stäbchen verwandeln.

Er wurde trotz der Gegnerschaft Virchows nach Berlin berufen und hier gelang ihm die Entdeckung des Tuberkelbazillus und die Auffindung des einzig gegen ihn wirksamen Gegenmittels. Dazu setzte er neben dem Mikroskopieren auch das Hilfsmittel des Photographierens ein und färbte außerdem die Bakterienproben mit Anilinfarben ein. 1905 wurden seine Leistungen mit dem Nobelpreis für Medizin gewürdigt. Seine Forschungen wurden der Ausgangspunkt für die gesamte neue Heilwissenschaft.

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

  • Was Wissen und Können unsere Aerzte? Ueber Naturheilung und medicinische Kunst (PDF-Datei)
  • Ueber die Milzbrandimpfung. Eine Entgegnung auf den von Pasteur in Genf (PDF-Datei)
  • Die Cholera auf ihrem neuesten Standpunkte (PDF-Datei)
  • Untersuchungen über die Aetiologie der Wundinfectionskrankheiten (PDF-Datei)
  • Die Bekämpfung der Infektionskrankheiten inbesondere der Kriegsseuchen: Rede, gehalten 1888 (PDF-Datei)

Literatur

  • Hellmuth Unger: Robert Koch, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hrsg.): Die großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Vier Bände, Propyläen Verlag, Berlin 1935–1937, Bd. 4, S. 315–327
  • Heinz W. Siska: Bekämpfer des Todes: Robert Koch, in: Ernst Adolf Dreyer / Heinz W. Siska (Hg.): Kämpfer, Künder, Tatzeugen. Gestalter deutscher Größe. 3 Bde., Zinnen-Verlag, München–Wien–Leipzig 1942, Bd. II, S. 539–548
  • Festschrift zum sechzigsten Geburtstage von Robert Koch (1903) (PDF-Datei)

Verfilmungen