Bauer, Leo

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Leopold Bauer, Pseudonym Rudolf Katz (* 18. Dezember 1912 in Skalat, Ostgalizien, Österreich-Ungarn; † 18. September 1972 in Bonn) war ein jüdischer Journalist und Politiker (KPD, SED, SPD) und Berater Willy Brandts.

Werdegang

Eliezer Lippa Ben Jossip David ha Cohen aus Skalat bei Tarnopol wurde unter den Aliasnamen Leo Bauer und Rudolf Katz einflußreicher Kommunist bzw. Sozialdemokrat.[1] Der Sohn eines Strumpfhändlers (Uhrmacher) kam 1914 mit der Familie nach Deutschland. Der Vater ging (1914) nach Chemnitz, wo Cohen-Bauer das Gymnasium besuchte und als Schüler Mitglied der SAJ (SPD-Jugendorganisation) wurde. Er verstand sich damals als Atheist. Erst Mitglied der SPD (1928), dann der SAP (Sozialistische Arbeiter-Partei) trat er 1932 zur KPD über. Er gehörte jener KP-Abteilung an, die „schwarze Listen“ mit den Namen von „Parteischädlingen“ führte.[2] Seine Zugehörigkeit zum KP-Apparat hatte zur Folge, daß er 1933 vom Jurastudium und Studium der Volkswirtschaft in Berlin ausgeschlossen und mehrere Monate nach dem Reichstagsbrand in Berlin in KZ-Haft gehalten wurde. Freigelassen, wirkte er unter dem Decknamen „Rudolf Katz“ Ende 1933 mit anderen Kommunisten in Frankreich und stand dann in den folgenden Jahren im Kampf gegen das Deutsche Reich. In Paris traf er damals mit Herbert Wehner, Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck und Albert Norden zusammen und rief mit ihnen Ende 1936 auf Einladung Heinrich Manns zur Gründung einer Volksfront[3] auf und rekrutierte Rotbrigadisten für den Spanischen Bürgerkrieg.[1]

1939 wurde er in Frankreich interniert. Von 1942 bis 1944 war er in der Schweiz in Haft. Man warf ihm Sowjetspionage vor. Von 1946 bis 1949 amtierte er als KPD Fraktionschef im Hessischen Landtag.[1] Dann war er in Ostberlin Leiter des SED-„Deutschlandsenders“.[1] Weil er mit dem „zionistischen Agenten“ Noel Field konspiriert habe, mußte 1950 in Haft (ab 1953 im Gulag). Nach dem Adenauer-Besuch in Moskau 1955 kam er frei.[1] In der Bundesrepublik wurde er „Stern“-Redakteur, SPD-Mitglied und enger Berater des SPD-Vorsitzenden Brandt.[1] Cohen-Bauer-Katz war maßgeblich an der Vorbereitung der Brandt'schen „neuen Ostpolitik“ beteiligt. Er wirkte auch als Chefredakteur des SPD-Organs „Neue Gesellschaft“.[1] Er starb 1972 in Bann.

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 David Korn: Wer ist wer im Judentum? FZ-Verlag. ISBN 3-924309-63-9
  2. In der KPD gehörte er zum sog. Antimilitaristischen Apparat, einer Parteiabteilung, die durch Beobachtung und Führen „schwarzer Listen“ „Parteischädlinge“ aufspüren sollte.
  3. Internationales Biographisches Archiv 18/1984
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