Tieck, Ludwig

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Johann Ludwig Tieck (Lebensrune.png 31. Mai 1773 in Berlin; Todesrune.png 28. April 1853 ebenda) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller. Er ist der Schöpfer des deutschen Wortes „Waldeinsamkeit“, das sich von da an so tief in das deutsche Bewußtsein eingegraben hatte wie seine weiteren Wortschöpfungen „Waldhornklänge“ aus „Sternbald“ und die „Mondbeglänzte Zaubernacht“ aus „Octavianus“.

Leben

Geboren als Sohn eines Seilers studierte er nach dem Besuch des Friedrich-Werderschen Gymnasiums Theologie, Philosophie und Literatur. Da er keinen ordentlichen Universitätsabschluss erworben hatte, entschied er sich, freier Schriftsteller zu werden. Mit dem Umzug Ludwig Tiecks nach Jena 1799 wurde er zum damals bekanntesten Schriftsteller Deutschlands. 1802 zog er nach Ziebingen bei Frankfurt an der Oder. Nach Aufenthalt in Italien ging er 1817 nach England, wo er sich mit der Autorengruppe „Shakespeare“ befaßte. Ab 1825 war er Dramaturg des Hoftheaters Dresden und wurde 1841 von Friedrich Wilhelm IV. nach Berlin berufen mit dem Angebot, als Dramaturg für ein jährliches Salär von 2.200 Talern zu arbeiten und dem Titel eines geheimen Hofrats nebst der Nutzung einer Sommerwohnung im Park von Sanssouci. Im Jahre 1842 erhielt er den Orden pour le merite.[1]

Gemeinsam mit seinem Freund Wilhelm Heinrich Wackenroder gab er die „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ heraus, die das Mittelalterbild der Romantiker entscheidend prägten. Durch seine Beschäftigung mit mittelalterlicher Literatur entstanden seine beiden Nibelungen-Romanzen „Siegfrieds Jugend“ und „Siegfried der Drachentöter“.[2] Tieck erzählt dabei Siegfrieds Jugend nicht nach dem Nibelungenlied selbst, sondern nach dem Volksbuch vom „Hürnen Seyfrid“ aus dem 16. Jahrhundert.

Aus dem Prolog zum „Kaiser Octavianus“:[3]

Mondbeglänzte Zaubernacht,
die den Sinn gefangen hält,
Wundervolle Märchenwelt,
Steig auf in der alten Pracht.


Zu seinem Wirken heißt es:[4]

Dichter, Kritiker, Novellist und Vorleser, in den beiden letzten Eigenschaften am berühmtesten; Haupt der romantischen Schule, unter allen Meistern derselben, den Gebrüdern Schlegel, Novalis, Görres, Arnim, Brentano, Werner &c., der bedeutendste. Seine früheren Schöpfungen verbinden eine Fülle glänzender Phantasie und glücklicher Naivetät mit übersprudelndem Witz und Humor und schwärmerischer Mystik; seine späteren sind nüchterner, aber klarer, voll von Geist und feiner Ironie; die Darstellung ist in allen gleich vollendet. Zu der Schlegel-Tieck'schen Shakespeare-Uebersetzung steht er eigentlich nur in nominellem Zusammenhange; denn die Hauptarbeit leisteten Schlegel, Wolf Graf Baudissin und seine Tochter Dorothea. Tieck lebte, ohne feste Berufsstellung, nur der Literatur; von 1819 an war er in Dresden, seit 1840 in Berlin als Geh. Hofrath für die Bühnen thätig. Sein Bruder Christian Friedrich (1776-1851) hat als Bildhauer Vorzügliches geschaffen und als Direktor der Statuenabtheilung des Königl. Museums die Herstellung der antiken Monumente bewirkt.


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Kurze Einführung in Leben und Werk:[5]

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Vier Gedichte:[6]

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Werke (Auswahl)

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  • Gedichte (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)
  • Phantasus. Eine Sammlung von Mährchen, Erzählungen, Schauspielen und Novellen (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)
  • Die Märchen aus dem Phantasus (HTML-Version):
    • Der blonde Eckbert
    • Der getreue Eckart und Der Tannenhäuser
    • Der Runenberg
    • Liebeszauber
    • Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence
    • Die Elfen
    • Der Pokal
  • Die sieben Weiber des Blaubart (PDF-Datei)
  • Kaiser Octavianus (PDF-Datei)
  • Die Sommernacht. Eine Jugenddichtung Ludwig Tieck's (PDF-Datei)
  • Die Aufruhr in den Cevennen: eine Novelle in vier Abschnitten (PDF-Datei)
  • Abdallah - eine Erzählung (PDF-Datei)
  • Der Geheimnissvolle (PDF-Datei)
  • Der Alte vom Berge und die Gesellschaft auf dem Lande, zwei Novellen (PDF-Datei)
  • Bambocciaden (PDF-Datei)
  • Prinz Aldrovan, oder das Ungeheuer: ein musikalisches Märchen in 4 Aufzügen (PDF-Datei)
  • Der Schutzgeist: Novelle, vom Verfasser der Memoiren eines Theekessels (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Prinz Zerbino, oder: die Reise nach dem guten Geschmacke: ein Spiel in sechs Aufzügen, gewissermassen eine Fortsetzung des gestiefelten Katers (PDF-Datei)
  • William Lovell (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Aus den Schriften, 2. Band: „Leben und Tod der heiligen Genoveva. Der Abschied. Leben und Tod des kleinen Rothkäppchens“ (PDF-Datei)
  • Minnelieder aus dem schwäbischen Zeitalter (PDF-Datei)

Literatur

  • Hermann von Friesen: „Ludwig Tieck“ (1871) (Bände 1&2 PDF-Datei)
  • J. L. Hoffmann: „Ludwig Tieck - Eine literarhistorische Skizze“ (1856) (PDF-Datei)
  • Heinrich Bischoff: „Ludwig Tieck als Dramaturg“ (1897) (PDF-Datei)
  • Hans Friedrich Günther: „Romantische Kritik und Satire bei Ludwig Tieck“ (1907) (PDF-Datei)
  • Rudolf Köpke: „Ludwig Tieck - Erinnerungen aus dem Leben des Dichters“ (1855) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Walter Steinert: „Ludwig Tieck und das Farbenempfinden der romantischen Dichtung“ (1910) (PDF-Datei)
  • Edgar Alfred Regener: „Tieck-Studien. Drei Kapitel zu dem Thema ‚Der Junge Tieck‘“ (1903) (PDF-Datei)
  • T. D. Garnier: „Zur Entwicklungsgeschichte der Novellendichtung Ludwig Tieck's“ (1899) (PDF-Datei)
  • Fritz Wüstling: „Tieck's William Lovell, ein Beitrag zur Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts“ (1912) (PDF-Datei)
  • Johann Ranftl: „Ludwig Tiecks Genoveva als romantische Dichtung“, 1899 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Siegfried Krebs: „Philipp Otto Runge und Ludwig Tieck“ (1909) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. orden-pourlemerite.de
  2. „Siegfrieds Jugend“ & „Siegfried der Drachentödter“ (PDF-Datei)
  3. Der komplette Prolog
  4. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  5. Gustav Karpeles: „Allgemeine Geschichte der Litteratur von ihren Anfängen bis auf die Gegenwart“, Band 2, Ausgabe 2, 1901, S. 564ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  6. in: „Gedichte des neunzehnten Jahrhunderts“, 1894, S. 20ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!