Meiningen

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt die Kreisstadt Meiningen in Thüringen, zur Gemeinde Meiningen in Vorarlberg siehe Meiningen (Vorarlberg).

Meiningen

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Einwohner (2009): 21.645
Bevölkerungsdichte: 364 Ew. p. km²
Fläche: 59,46 km²
Höhe: 287 m ü. NN
Postleitzahl: 98617
Telefon-Vorwahl: 03693
Kfz-Kennzeichen: SM
Koordinaten: 50° 34′ N, 10° 25′ O
Meiningen befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Freistaat Thüringen
Bürgermeister: Reinhard Kupietz (Pro Meiningen/FW)

Meiningen ist eine deutsche Stadt in Thüringen.

Lage

Meiningen liegt im Dreiländereck von Thüringen, Bayern und Hessen. Bis zur bayerischen Landesgrenze sind es zehn und bis zur hessischen Landesgrenze 25 Kilometer. Meiningen liegt im Werratal am Ostrand der Rhön.

Geschichte

Die urkundliche Ersterwähnung von Meiningen erfolgte, als Kaiser Otto II. im Jahr 982 sein Königsgut Meiningen in der Meininger Mark der Peterskirche in Aschaffenburg übergab. Im Rahmen der Errichtung eines Marktfleckens neben dem Ort war um 1000 der Baubeginn der noch bestehenden Stadtkirche St. Marien als Marktkirche. Kaiser Heinrich II. gab 1008 Meiningen dem Bistum Würzburg als Lehen und es gehörte fortan 534 Jahre zum Hochstift Würzburg. Der Landesherr verlieh 1153 Meiningen mit der Gerichtsbarkeit erste Stadtrechte. 1230 wurde es erstmals in einer Urkunde als Stadt (civitas) genannt und erhielt im Jahre 1344 mit der Verleihung der Rechte der Freien Reichsstadt Schweinfurt weitgehend Autonomie.

Im Jahr 1542 kam die Stadt durch Tausch mit dem Amt Mainberg an die Grafen von Henneberg, nach deren Aussterben 1583 an das Herzogtum Sachsen. Im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts erlangte Meiningen durch die Barchent- und Leinenweberei eine große wirtschaftliche Blüte, die aber durch den Dreißigjährigen Krieg abrupt beendet wurde. 1660 kam Meiningen zum Herzogtum Sachsen-Altenburg und wechselte 1672 zum Herzogtum Sachsen-Gotha.

Herzog Bernhard I. bildete 1680 das Herzogtum Sachsen-Meiningen und wählte Meiningen zur Haupt- und Residenzstadt. 1682 war der Baubeginn des Residenzschlosses Elisabethenburg. 1690 gründete der Herzog die Hofkapelle, die noch besteht. Ab 1782 ließ Herzog Georg I. den Englischen Garten anlegen; das Herzoghaus eröffnete 1831 das erste Meininger Hoftheater. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt durch die Gründung mehrerer Großbanken zu einem der bedeutendsten Finanzstandorte Deutschlands. 1858 erhielt Meiningen mit der Eröffnung der Werrabahn Anschluß an das deutsche Eisenbahnnetz. Nach dem Krieg Preußens gegen Österreich im Jahre 1866 mußte Herzog Bernhard II. abdanken, Nachfolger wurde sein Sohn Herzog Georg II.. 1868 teilte man das Herzogtum in Landkreise ein und Meiningen wurde eine von vier Kreisstädten.

Georg II. reformierte gemeinsam mit Helene Freifrau von Heldburg und Ludwig Chronegk das Regietheater und stellte diese bedeutende Theaterreform von 1874 bis 1890 durch zahlreiche Gastspiele der Meininger in weiten Teilen Europas vor. Ein verheerender Stadtbrand zerstörte im Jahre 1874 einen Großteil der Innenstadt. Der Wiederaufbau erfolgte im klassizistischen Stil. Ebenfalls 1874 nahm mit der Einweihung des Bayerischen Bahnhofs die von der Bayerischen Staatsbahn betriebene Bahnlinie Meiningen-Schweinfurt ihren Betrieb auf. 1880 holte Herzog Georg II. den Dirigenten und Komponisten Hans von Bülow nach Meiningen, der aus der Meininger Hofkapelle ein europäisches Spitzenorchester machte. 1909 wurde das neue Haus des Hoftheaters eröffnet und 1914 nahm die Hauptwerkstatt der Preußischen Staatsbahn, das spätere Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) und heutige Dampflokwerk Meiningen, die Arbeit auf.

Nach Abdankung des Herzogs Bernhard III. infolge der Novemberrevolution war Meiningen von 1918 bis 1920 Hauptstadt des Freistaates Sachsen-Meiningen und kam 1920 zum Land Thüringen. Mit Helba erfolgte 1923 die erste Eingemeindung eines Ortes, Welkershausen folgte 1936. Ein Bomben-Terrorangriff auf Meiningen am 23. Februar 1945 forderte hunderte Tote, zerstörte 251 Häuser und zwei Brücken total und beschädigte 440 Gebäude. Einheiten der 11. Panzerdivision der United States Army eroberten am 5. April nach kurzem Kampf die Stadt, die sie am 6. Juli 1945 der Roten Armee übergaben.

Bekannte, in Meiningen geborene Personen

  • Marieluise Claudius (1912–1941), Schauspielerin
  • Helmut Fickel (1921–2005), Oberleutnant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Ottomar Hansen (1904–1993), Offizier
  • Paul Oskar Höcker (1865–1944), Zeitschriftenredakteur und Schriftsteller
  • Ivonne Mädel (geb. 1982), Kameradschaftsaktivistin
  • Otto Nippold (1902–1940), stellvertretender Gauleiter in München-Oberbayern sowie Mitglied des Reichstags
  • Theodor Oberländer (1905–1998), Politiker (NSDAP, FDP, BHE, CDU)
  • Hans Joachim Ritz (1923–1998), SS-Untersturmführer und als Adjutant des Lagerkommandanten im Arbeitslager Dora eingesetzt sowie Lagerführer im Außenlager Ellrich-Juliushütte
  • Gustav von Vaerst (1894–1975), General der Panzertruppe und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Kurt Wahl (1914–1988), SS-Sturmbannführer und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Alfred Wittmann (1906–1960), Oberst und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkriegs
  • Karl Zeiß (1871–1924), Dramaturg und Theaterintendant