Radegast
Radegast ( 23. August 406) war ein gotischer Heerführer und Germanenfürst, manche Quellen vermuten, er war ein ostgermanischer Greutunge.
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Leben und Wirken
Radegast führte 405/06 während der Völkerwanderung ein gotisches Heer aus dem Osten Germaniens – realistische Schätzungen gehen von 20.000 bis 40.000 Kriegern aus; das würde einer Gesamtzahl von ca. 100.000 bis 200.000 Menschen entsprechen – aus der Umklammerung der mörderischen Hunnen nach Oberitalien. Ob der Zug ausschließlich aus Goten oder ggf. aus unterschiedlichen germanischen Stämmen bestand, ist geschichtlich nicht mit Sicherheit festzustellen.
Mit der Unterstützung gotischer Hilfstruppen unter Sarus (einem spätantiken weströmischen Offizier comes gotischer Abstammung) wurde Radegast im Sommer 406 vom Heermeister Flavius Stilicho, der eine wandalische Mutter hatte, in der Schlacht bei Fäsulä[1] besiegt und hingerichtet. Die überlebenden Krieger wurden vom Halb-Germanen Stilicho in das eigene Heer einverleibt, die germanischen Frauen und Kinder, die sich nicht vorher selbst getötet hatten, wurden versklavt (was die Germanen als schlimmer als der Tod betrachteten), was den Haß gegenüber dem Römischen Reich nur verstärkte.
Die Atempause, die Stilicho dem Westreich damit verschaffte, währte aber nur kurz. Am letzten Tag des Jahres 406 überschritten Germanen in großer Zahl den Rhein und eroberten das römische Gallien.
- „Radagaisus (Radagais, Radegast) brach mit einem über 200.000 Mann starken Heer von Wandalen, Burgundern etc. 405 oder 406 n. Chr. über die Alpen in Italien ein und belagerte schon zum Schrecken Roms Florenz, als Stilicho durch geschickte Operationen die Stadt entsetzte, das Barbarenheer in den Bergen von Fäsulä durch Verschanzungen einschloß, so daß ein großer Teil Hungers starb, und es endlich fast völlig in einer Schlacht vernichtete. Radagaisus selbst wurde gefangen genommen und enthauptet.“ — Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905
Radegast der Moderne
Die Figur Radagast der Braune in J. R. R. Tolkiens Roman „Der Herr der Ringe“ soll an den Germanenfürst Radegast angelehnt sein. Über die Vorfahren des Volkes von Rohan heißt es immer wieder, sie seien den Goten nachempfunden (siehe die Herrscher vor Erol, die durchweg gotische Herrschernamen tragen).