Reichsbund der Deutschen Beamten

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Reichsbund der Deutschen Beamten

RDB.png
Bestehen: 1933-1945
Führer: Jakob Sprenger 1933
Hermann Neef 1933-1945


Der Reichsbund der Deutschen Beamten (RDB) war eine Organisation der deutschen Beamten im Reich, der Beamten der Reichsbahn, der Reichsbank, der Länder, der Gemeinden und der öffentlich rechtlichen Körperschaften. Seine Aufgabe sah er vornehmlich darin, seine Mitglieder zu treuen Dienern des Volkes und des nationalsozialistischen Staates bei der Ausübung ihrer Berufstätigkeit zu erziehen. Reichsbeamtenführer war Hermann Neef.

Geschichte

Gauschule Düsseldorf des Amtes für Beamte

Die nationalsozialistische Revolution fand 1933 etwa 900 Beamtenorganisationen vor. Eng umgrenzt ihr Zweck, wie man meist schon aus den Namen der Beamtenorganisationen herausließt. Neben den berufsmäßig gegliederten Beamtenorgnisationen gab es die konfessionell gerichteten Beamtenverbände, wie z. B. die evangelischen und katholischen Beamtenvereine.

Ein Teil der Beamtenverbände war im Deutschen Beamtenbund (gegründet 4. Dezember 1918; 1932: rund 1. Mill. Mitglieder) zusammengeschlossen, ein anderer im Reichsbund der höheren Beamten; der gewerkschaftlich gerichtet war. Insbesondere der Allgemeine Deutsche Beamtenbund (mit dem Deutschen Beamtentag als Oberstes Organ).

Nach nationalsozialistischer Weltanschauung haben Organisationen nur den Sinn, die Aufgaben des Gesamtvolkes zu dienen; die Belange des Berufsstandes treten gegenüber denen des Volkes zurück. Zur Vorbereitung dieser Ziele wurde daher von der NSDAP zunächst die natioalsozialistische Beamtenabteilung als Parteigliederung errichtet. Aus ihr entwickelte sich das Hauptamt für Beamten in der Reichsleitung der NSDAP.

Die einzelnen Beamtenverbände wurden nach dem Wahlsieg der NSDAP ersetzt durch den Reichsbund der Deutschen Beamten, die nationalsozialistische Einheitsorganisation der Beamten, ohne Rücksicht darauf, ob sie Parteimitglieder waren oder nicht.[1]

Das Amt für Beamte, ab ca. 1937 Hauptamt der NSDAP, war für die Betreuung des Reichsbundes verantwortlich und entsandte u. a. die Redner für die Gemeinschaftsabende. Der Leiter des Hauptamtes war in Personalunion Reichswalter des RDB. Eine weitere Aufsicht führte der Reichsminister des Innern.

Neben Einzelmitgliedern konnten mit Genehmigung des Reichsministers des Innern auch Vereine bestimmter Beamtengruppen korporativ aufgenommen werden. Neben den Punkten weltanschauliche Ausrichtung der Mitglieder und Erziehung der Beamten zum Vollzieher der Gesetzgebung gehörten zum Aufgabenbereich des Reichsbundes der Unterhalt von Selbsthilfeeinrichtungen und Einrichtungen der Berufsausbildung.

Der Selbsthilfe dienten die Entschuldungsstelle, Erholungsfürsorge, Rechtsschutzstelle, Sterbegeldversicherung und Tuberkulosefürsorge. Die einzurichtenden Schulen trugen den Namen Gauschule (Name des Gaues) des Amtes für Beamte. Für die Berufsausbildung war der RDB an den Deutschen Verwaltungsakademien beteiligt und gab Fachzeitschriften heraus. Von 1935 bis 1944 erschien jährlich von der „Beamtenpresse GmbH Verlag“ der Deutsche Beamten-Kalender für die Fachschaften Reichsverwaltungsbeamte und Länderbeamte.

Bundesrepublik Deutschland

Diese Tradition lebte in der BRD ab 1953 wieder auf als Deutscher Beamtenkalender: Handbuch für den öffentlichen Dienst in Deutschland als Nachschlagewerke mit Gesamtdarstellungen zum Öffentlichen Dienst und Beamtenrecht.

Gliederung

Organigramm 1937

Der RDB war in Fachschaften gegliedert:[2]

Fachschaft Benennung
I Reichsbahnverwaltung
II Reichspostverwaltung
III Reichssteuerverwaltung
IV Reichszollverwaltung
V Reichsheer-, Marine- und Luftfahrtverwaltung
VI Öffentliche Banken (Reichsbank, Staatsbank, Länderbanken)
VII Sonstige Reichsverwaltungen
VIII Körperschaften des öffentlichen Rechts des Reiches
IX Als Korporation angeschlossen: Kameradschaftsbund Deutscher Polizeibeamter e. V.; später Kameradschaftsbund der Deutschen Polizei
X Reichsjustizverwaltung
XI Forstverwaltung
XII Allgemeine Länderverwaltung
XIII Gemeindeverwaltung
XIV Sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts

Siehe auch

Literatur

  • Hans Fabricius: Der Beamte einst und im neuen Reich, 1933
  • Almanach der Deutschen Beamten, 1934, Beamtenpresse
  • Die Aufgaben der Beamten im Dritten Reich, 1934
  • Der Beamte im nationalsozialistischen Führerstaat, 1934
  • Ernst Wichert: Beamtenreichsrecht, 1934
  • Beamtenorganisationswesen im nationalsozialistischen Staat, 1935
  • Nationalsozialistische Beamten-Zeitung

Fußnoten

  1. Meyers Lexikon, Band 1, Bibliographisches Institut AG., Leipzig, 8. Auflage 1936
  2. Organisationsbuch der NSDAP. 2. Aufl. 1937. S. 246–251