Reichsleiter

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Kragenspiegel der Reichsleiter der NSDAP

Reichsleiter war der höchste Parteirang der NSDAP. Dem Reichsleiter waren im NS-Ranggefüge nur ein Generalfeldmarschall, Großadmiral sowie der Reichsführer-SS, Chef des Stabes der SA, Reichsarbeitsführer und Reichsjugendführer gleich, darüber standen nur der Reichsmarschall und der Führer.

Erläuterung

Dieses Bild zeigt 17 Reichsleiter auf einen Blick zum 50. Geburtstag Adolf Hitlers in der Reichskanzlei in der Nacht vom 19. April 1939.

Vordere Reihe von rechts nach links: Baldur von Schirach, Josef Goebbels, Robert Ley, Wilhelm Frick, Franz Xaver Schwarz, Walter Buch, Max Amann, Alfred Rosenberg, Philipp Bouhler.

Zweite Reihe rechts nach links: Otto Dietrich, Martin Bormann, Hans Frank, Walther Darre, Wilhelm Grimm, Franz von Epp, Karl Fiehler (hinter Rosenberg versteckt).

Hinter ihnen sind die Gauleiter, die stellvertretenden Gauleiter und Kreisleiter sowie andere hochrangige Politiker der NSDAP.

Im Vordergrund steht Rudolf Heß.
Alfred Rosenberg als Reichsleiter

Die 18 Reichsleiter (nach anderen Quellen 1933 17, 1940 20 Reichsleiter) hatten den höchsten Parteirang (sie standen über den Gauleitern) und übten die höchsten parteipolitischen Ämter in der NSDAP aus. In der Parteihierarchie unterstanden die Reichsleiter entweder nur Hitler oder dessen Stellvertreter (→ Stab des Stellvertreters des Führers), in deren Auftrag sie ihnen zugewiesene Aufgaben im gesamten Reichsgebiet erfüllten. Die Reichsleiter bildeten die Reichsleitung der NSDAP, die ihren Sitz (Einzug am 1. Januar 1931) zunächst im sogenannten Braunen Haus in München hatte (der oben erwähnte Stab des Stellvertreters des Führers war praktisch eine Berliner Außenstelle der Reichsleitung im Braunen Haus). Einige Reichsleiter hatten auch im Kabinett Hitler einen Sitz.

Die Aufgaben der Reichsleitung bestanden in der Festlegung und Überwachung der Richtlinien für die politische Zielsetzung des deutschen Volkes.[1] Des weiteren sollte sie für die Sicherstellung der Führerauslese der NSDAP und des Staates sorgen. Auch die zweckmäßige Organisation der Partei und der zugehörigen Dienststellen hatte die Reichsleitung zu überwachen. Bezüglich der Partei hatte der Reichsorganisationsleiter der NSDAP die Zuständigkeit über Angelegenheiten der Bearbeitung aller Organisationsfragen, der Gliederung und aller angeschlossenen Verbände. Zu diesen Zwecken waren ihm das Hauptorganisationsamt, das Hauptschulungsamt und das Hauptpersonalamt unterstellt (Stand: 1944).

Reichsleiter für besondere Aufgaben

Kragenspiegel der Reichs- und Gauleiter der NSDAP, jeweils links vor 1939, jeweils rechts nach 1939
Schwarze Kragenspiegel eines Reichsleiters außer Dienst (2. Modell ab 1939); Wilhelm Grimm soll der einzige Reichsleiter gewesen sein, der die schwarzen Kragenspiegel als sichtbares Symbol seiner Sonderstellung trug. Vereinzelte Quellen nennen auch Walter Buch, dies ist jedoch militärhistorisch strittig.)

Die zwölf Reichsleiter für besondere Aufgaben waren ohne Machtbefugnisse über die der Partei angeschlossenen Verbände, Organisationen oder Gliederungen, dazu gehörten:

  • Der Reichsschatzmeister der NSDAP (Aufgabe: „Leitung und Kontrolle der Finanzen der ganzen Bewegung“ (zeitgenössische Ausdrucksweise) sowie Vergabe von Uniformen etc.)
    Untergeordnete Abteilungen und Ämter:
    • Revisions- und Haushaltsamt
    • Reichszeugmeisterei
    • Hilfskasse
    • Verwaltungs-, Rechts-, Steuer-, Liegenschafts- und Vertragsangelegenheiten
    • Hauptkasse
    • Hauptbuchhaltung
    • Personalabteilung
    • Aufnahmeabteilung
    • Zentralkarteiabteilung
    • Hausinspektion
    • Häuser- und Grundstücksverwaltung
    • Bauleitung
    • Lotterie
    • Parteizentralarchiv
  • Der Chef der Kanzlei des Führers und Vorsitzender der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums, davor Reichsgeschäftsführer der NSDAP
    Untergeordnete Abteilung:
    • Parteiamtliche Prüfungskommission zum Schutze des NS-Schrifttums
  • Der Stabsleiter des Stellvertreters des Führers, danach Leiter der Parteikanzlei
    • Martin Bormann (ab 10. Oktober 1933; Leiter der Parteikanzlei, Stabsleiter bei Rudolf Heß, SS-Ehren- und Gruppenführer und Sekretär des Führers)
  • Der Vorsitzende des Obersten Parteigerichts der NSDAP
    • Walter Buch (Reichsleiter, SS-Ehren- und Obergruppenführer)
    Untergeordnetes Organ:
    • 1. Kammer des Obersten Parteigerichts
  • Der Stellvertretende Vorsitzende des Obersten Parteigerichts/Der Vorsitzende der 2. Kammer des Obersten Parteigerichts
    • Wilhelm Grimm (ab 1932; Reichsleiter, Gauleiter, SS-Ehren- und Gruppenführer, Generalleutnant der Polizei, MdR)
    Untergeordnetes Organ:
    • 2. Kammer des Obersten Parteigerichts
  • Der Reichspressechef der NSDAP
    • Otto Dietrich (Reichsleiter, Vizepräsident der Reichspressekammer, Staatssekretär im RMVP und SS-Ehren- und Obergruppenführer)
    Untergeordnete Abteilungen und Ämter:
    • Reichspressestelle der NSDAP
      • Hauptbüro der Reichspressestelle der NSDAP
      • Pressepolitisches Amt der Reichspressestelle der NSDAP
  • Der Leiter des Wehrpolitischen Amtes, danach Der Leiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP
    • Franz von Epp (ab 31. August 1933; Reichsleiter, Reichsstatthalter in Bayern und General der Infanterie)
    Untergeordnete Abteilungen und Ämter:
    • Kolonialpolitisches Amt der NSDAP
      • Stelle München des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP
      • Verbindungsstelle Berlin des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP

Reichsleiter mit Machtbefugnissen über Verbände und Organisationen

Drei Reichsleiter hatten Machtbefugnisse über die der Partei angeschlossene Verbände und Organisationen:

Der Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP und Der Beauftragte des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP (DBFÜ), auch: Amt „Rosenberg“ (nach dem Leiter Alfred Rosenberg)
Untergeordnete Abteilungen und Ämter:
  • Länderreferate
  • Akademischer Austauschdienst
  • Außenhandel
  • Presse
  • Schulung
  • Erziehung
  • Weltanschauliches Archiv
  • Presse
  • Schrifttumspflege
  • Vorgeschichte
  • Wissenschaft
  • Hauptamt Kunstpflege (Leiter: Walter Stang)
Der Leiter des Reichsrechtsamtes
Untergeordnete Abteilungen (Reichsrechtsamt: Leitung des Verbandes NS-Juristenbund):
  • Rechtsverwaltung
  • Rechtspolitik
  • Rechtsbetreuung des deutschen Volkes
Amtsleiter Walter Raeke, Stellvertreter Friedrich Grimm
Der Stabsleiter der Politischen Organisation der NSDAP, später Der Reichsorganisationsleiter
Untergeordnete Ämter:
  • Hauptstabsamt
  • Hauptpersonalamt
  • Hauptorganisationsamt
  • Amt für Ausbildungswesen
  • Statistisches Amt
  • Prüfstelle für Beschaffungsvorhaben

Reichsleiter mit Machtbefugnissen über SS, SA und Jugend

Drei Reichsleiter hatten Machtbefugnissen über drei weitere Gliederungen der Partei:

Der Reichsführer-SS (direkt dem Führer unterstellt)
Untergeordnete Gliederung:
Der Stabschef der SA (direkt dem Führer unterstellt)
Untergeordnete Gliederung:
  • Sturmabteilung SA
Der Reichsjugendführer
Untergeordnete Gliederung:

Siehe auch

Fußnoten