Sprenger, Jakob (1884)

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Jakob Sprenger (1884–1945)

Jakob Sprenger (Lebensrune.png 24. Juli 1884 in Oberhausen (Pfalz); Todesrune.png Freitod 7. Mai 1945 in Kössen, Tirol, Alpenfestung) war ein deutscher Freiwilliger der Bayerischen Armee, Reserveoffizier des Deutschen Heeres, Postinspektor in Frankfurt/Main, seit 1925 Stadtverordneter, dann Stadtrat in Frankfurt, seit 1930 Mitglied des Reichstages, Oberpostinspektor a. D., Oberpräsident der preußischen Provinz Nassau, SA-Obergruppenführer, seit 1927 Gauleiter von Hessen-Nassau-Süd und seit 1933 Reichsstatthalter in Hessen.

Leben

Jugend

Unterschrift Sprenger, Jakob (1884).png
Reichsautobahnbau: Spatenstich durch Adolf Hitler bei Frankfurt am Main; hinter Hitler Gauleiter Jakob Sprenger (links), NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein und der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen Dr.-Ing. Fritz Todt, 1933.
Die Jakob-Sprenger-Schule der NSDAP-Kreisleitung Groß-Frankfurt am Main
Reichsverteidigungskommissar Sprenger spricht zu Wehrmachtstruppen in Amsterdam

Jakob Sprenger war Rheinpfälzer, stammte aus Oberhausen bei Bergzabern, wo er am 24. Juli 1884 als vierter Sohn einer bäuerlichen Familie geboren wurde. Bis 1901 besuchte er das Progymnasium Bergzabern, diente als bayerischer Staatsangehöriger im 18. bayerischen Infanterie-Regiment als Einjährig-Freiwilliger und ging 1902 als mittlerer Beamter in den Dienst der Reichspost.

Erster Weltkrieg

1914 meldete sich der Postsekretär Sprenger freiwillig und rückte mit seinem Stammregiment ins Feld. Er wurde 1916 Leutnant der Reserve und Kompanieführer, erwarb sich das Eiserne Kreuz II. Klasse, die Goldene bayerische Tapferkeitsmedaille und den bayerischen Militär-Verdienstorden mit Schwertern. Er wurde verwundet, ging aber sehr bald wieder an die Front.

Weimarer Republik

1922 wurde er Mitglied der Ortsgruppe Frankfurt am Main der NSDAP, aus der nicht wenige führende Männer der Bewegung hervorgegangen waren. Nach dem Verbot der NSDAP gründete er unter dem Namen „Deutsche Partei“ eine Ersatzorganisation und überführte diese 1925 in die neue NSDAP. Er wurde zum Bezirksleiter für Hessen-Nassau-Süd ernannt, war längere Zeit SA-Führer in Frankfurt am Main und schließlich 1927 Gauleiter von Hessen-Nassau-Süd.

Am 1. September 1932 wurde er Landesinspekteur Südwest und gegen Ende des Jahres Reichskommissar Südwest der NSDAP. Inzwischen war er schon 1925 Stadtverordneter geworden, 1929 Stadtrat, Fraktionsführer im Kommunallandtag Wiesbaden und im Provinzlandtag Hessen-Nassau.

Er wurde als Stellvertretendes Mitglied des damaligen Preußischen Staatsrates der erste Nationalsozialist in diesem Gremium. Als die NSDAP-Beamtenabteilung bei der Reichsleitung geschaffen wurde, wurde er zum Leiter dieser Abteilung ernannt, ferner ernannte ihn die Reichstagsfraktion, der er von 1930 an angehörte, zum Sachbearbeiter für Beamtenfragen.

Als Kampforgan der nationalsozialistischen Beamten gründete er die „Nationalsozialistische Beamtenzeitung“, in Frankfurt am Main schuf er sich als Kampforgan gegen die Presse das „Frankfurter Volksblatt“ und das „Nassauer Volksblatt“. Seine Zeitungen wurden oft verboten, wirtschaftlich ruiniert, aber immer wieder gründete er sie neu, zur Wut der Gegner, zur Freude der Partei.

Er wurde mehrfach angeklagt, stand aber auch vor den Schranken des Gerichts seinen Mann. Als der Gauleiter Lenz wegen schwerer lebensgefährlicher Erkrankungen die Leitung des Gaues Hessen niederlegen mußte, übernahm Sprenger diesen Gau mit und vereinigte ihn schließlich mit seinem Gau zum Gau Hessen-Nassau. Damit schafft er die Einheit des Rhein-Main-Gebietes, das als geschlossenes Wirtschaftsgebiet unter seiner Leitung vereint blieb.

Drittes Reich

Im Mai 1933 wurde Gauleiter Sprenger schließlich Reichsstatthalter für Hessen.

„Nach dem ‚2. Gesetz zur Gleichschaltung mit dem Reich‘ (Reichstatthaltergesetz) ernennt der Reichspräsident auf Vorschlag des Reichskanzlers für alle Länder mit Ausnahme Preußens einen Reichstatthalter. Für den bisherigen Volksstaat Hessen ernennt Reichspräsident von Hindenburg dementsprechend am 5. Mai den nationalsozialistischen Gauleiter Jakob Sprenger (1884–1945) zum Reichsstatthalter.“

Er übernahm den „Deutschen Beamtenbund“ und durch Gründung des „Reichsbundes der Deutschen Beamten“, in dem alle Beamtenverbände aufgingen, stellte er die Einheit des deutschen Beamtentums her, so daß er schließlich nach seiner Ernennung zum Reichsstatthalter seinem Nachfolger Hermann Neef ein bereits fast fertiges Werk übergeben konnte.

„Dicht gedrängt saßen Braun und Schwarz, saßen die Vertreter der Behörden und der kaufmännischen Praxis, der Wissenschaft und des politischen Lebens nebeneinander, alle durchdrungen von einem Gefühl der Dankbarkeit und der Bewunderung für die Männer, welche die Geschicke unseres Vaterlandes und unserer engeren rhein-mainischen Heimat leiten: für unseren Führer und Kanzler Adolf Hitler und seinen Statthalter und Gauleiter Jakob Sprenger.“ — aus: „Mitteilungen der Preußischen Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet“ zu deren Eröffnung am 26. September 1933

Aufgrund des Reichsstatthaltergesetzes vom 30. Januar 1935 konnte er zwei Jahre später von Philipp Wilhelm Jung die Führung der Landesregierung übernehmen. Neben Martin Mutschmann war er der einzige Reichsstatthalter, der mit dieser Doppelfunktion beauftragt wurde. Ende November 1936 wurde die Gauamtsleitung der NS-Volkswohlfahrt nach Darmstadt verlegt und nach der Einweihung des „Jakob-Sprenger-Hauses“ (ehemaliger Main-Neckar-Bahnhof) am 2. Oktober 1937 dort untergebracht.

Zum Geburtstag gratulierte Gauleiter und Reichsstatthalter Jakob Sprenger 1937 der Stadt Rüsselsheim telegrafisch:

„Zur 500-Jahrfeier meine besten Wünsche. So wie Rüsselsheim in der Geschichte unseres Grenzlandes ein getreues Spiegelbild deutscher Geschichte war und ist, so wird es dank der Pflichttreue seiner Einwohner auch vor der Zukunft bestehen.“

Förderer der Technischen Hochschule zu Darmstadt

Karl Emil Lieser, Assistent an der Fakultät für Architektur und soeben der NSDAP beigetreten, hatte sich 1933 beim Rektor über die „geistige Verjudung“ der Fakultät beschwert. Die darauf folgende Entlassung Liesers führte zum vehementen Widerstand Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbunds. Lieser wurde durch Reichsstatthalter Sprenger wieder eingesetzt und wurde 1937 ordentlicher Professor und Rektor.

Bei der Grundsteinlegung des Instituts für Papierchemie im Jahre 1938 war Gauleiter Sprenger der Ehrengast. 1939 wurde die TH Darmstadt größter Partner der Arbeitsgemeinschaft „Vorhaben Peenemünde“ mit 92 Mitarbeitern (v. a. Triebwerksforschung, Entwicklung funk- und steuerungstechnischer Geräte, Berechnung von Raketenflugbahnen). Besonders stark eingebunden waren das Institut für Anorganische und Physikalische Chemie (Leitung Carl Wilhelm Wagner) sowie das Institut für Praktische Mathematik (IPM, Leitung Alwin Walther). Aber auch Professoren aus Mechanik, Technischer Physik, Hochspannungs- und Meßtechnik sowie Elektrotechnik arbeiteten mit. Die TH Darmstadt bekam den Fachbereich Maschinenbau von den Technischen Lehranstalten Offenbach.

Zweiter Weltkrieg

Am 1. September 1939 wurde der SA-Obergruppenführer Reichsverteidigungskommissar des Wehrkreises XII, ab 1. Dezember 1943 auch im Gau Hessen-Nassau. Daher erfolgte 1944 in Anlehnung an die Gebiete der Reichsverteidigungsbezirke und Gaue der NSDAP zusätzlich die Ernennung zum Oberpräsidenten der neuen preußischen Provinz Nassau. Nach dem Zusammenbruch im April 1945 floh er mit seiner Familie nach Tirol.

Tod

Sprengers Leiche und die seiner Frau wurden am 19. Mai 1945 in einem unmittelbar an den Ort angrenzenden Auwald von einer einheimischen Frau entdeckt. Beide Toten wurden sofort am Fundort vergraben. Eine am 17. Juli 1945 von der VS-amerikanischen Militärbehörde veranlaßte Exhumierung ergab, daß der ehemalige Gauleiter Jakob Sprenger am 7. Mai 1945 an den Folgen einer Vergiftung (vermutlich Zyankali) gestorben war. Es wurde anschließend von den Militärs eine Umbettung auf den Ortsfriedhof von Kössen angeordnet.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Straßen

  • Jakob-Sprenger-Straße in Wetzlar, 1933

Ehrenbürgerrechte

  • Ehrenbürgerrechte Bad Homburgs am 4. April 1933 (gemeinsam mit Paul von Hindenburg und Adolf Hitler)
  • Ehrenbürgerrechte der Stadt Gau-Algesheim am 18. Mai 1933
  • Ehrenbürgerrechte der Stadt Groß-Gerau am 26. Mai 1933
  • Ehrenbürgerrechte Kronbergs am 25. Juli 1933 (gemeinsam mit Hermann Göring)
  • Ehrenbürgerrechte Weilburgs, 1933 (gemeinsam mit Paul von Hindenburg, Adolf Hitler, Hermann Göring und den Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau Philipp Prinz von Hessen)
  • Ehrenbürgerwürde der Städte Oberlahnstein und Niederlahnstein
  • Ehrenbürgerrechte Rüsselheims, 1937

Bildergalerie

Literatur