Ehrenwinkel für Alte Kämpfer

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1. Ehrenwinkel der Alten Kämpfer; 2. SS-Ehrenwinkel mit Stern für ehemalige Polizei- und Wehrmachtsangehörige; 3. Ehrenwinkel für ehemalige Stahlhelm-Angehörige

Der Ehrenwinkel der Alten Kämpfer war eine Parteiauszeichnung für verdiente Mitglieder der NSDAP, die zugleich Angehörige der SS oder SA waren (→ Alte Kämpfer). Die Auszeichnung wurde nur zur Parteiuniform bzw. der Waffen-SS-Uniform getragen. Farbe und Streifen waren je nach Zugehörigkeit unterschiedlich gehalten. Wer in der Ostmark vor dem Beitritt Österreichs (März 1938) der illegalen HJ und der Allgemeinen SS angehörte und somit besonderen Mut zeigte, erhielt ebenfalls das Recht, an seiner Uniform den Ehrenwinkel zu tragen.

Einführung

Dienstrock eines SA-Brigadeführers der Gruppe Berlin-Brandenburg mit SA-Ehrenwinkel vor der Einführung der SA-Ehrenstreifen
Ehrenwinkel für Alte Kämpfer.jpg

Der Ehrenwinkel der (zuweilen in Literatur auch für) Alte(n) Kämpfer wurde im Februar 1934 als Parteiauszeichnung für Angehörige der NS-Kampforganisationen (SS, SA usw.) gestiftet. Ab 1942 wurden diese Ehrenwinkel auch bei allen Polizeidienststellen bzw. den Hauptämtern, der Feuerwehr und der Technischen Nothilfe eingeführt.

Die Ehrenwinkel der Altmitglieder der NSDAP, der sogenannten „Alten Kämpfer“, bestanden aus einer im 60° Grad angeordneten und 10 mm breiten, durchwirkten gold- bzw. aus einer silberfarbenen Aluminiumtresse. Ursprünglich auf schwarzen Stoffuntergrund in den Maßen 9 x 8 cm liegend, wurde es nach 1939 üblich, am Rand einen ca. 1 mm breiten Längsstreifen aus schwarzem Uniformtuch anzufertigen, der die Stoffunterlage ersetzte. Durch diese Einsparungsmaßnahme änderten sich die Maße der Ehrenwinkel nicht, die Größe von 9 x 8 cm blieb weiterhin bestehen.

Die Ehrenwinkel der Alten Kämpfer wurden in allen Partei-Organisationen auf dem rechten Oberarm getragen und konnten auch ehrenhalber verliehen werden. Letzteres betraf vor allem jene Personengruppe, die relativ spät – meist Mitte bis Ende der 1930er Jahre – in die NSDAP bzw. in einer der angeschlossenen Unterorganisationen beigetreten waren. Diese mußten dann für die Verleihung nachweisen, daß sie sich bereits vor der sogenannten Machtergreifung aktiv für die politischen Ziele der NSDAP eingesetzt hatten, ohne ihr jedoch angehört zu haben.

SA-Ehrenwinkel

SA-Gruppenführer Kurt Wilhelm Günther mit Ehrenstreifen für Mitgliedschaft seit 1925
NSKK-Ehrenwinkel mit NSKK-Hoheitsadler

Der im Februar 1934 eingeführte SA-Ehrenwinkel lag auf einem hellbraunen Untergrund. Er bestand aus einer durchwirkten goldfarbenen Aluminiumtresse, die zwei ca. 1 cm breite rote Trennstreifen aufwies.[1][2] Der Ehrenwinkel wurde allen Mitgliedern der SA verliehen, die der NSDAP vor dem 30. Januar 1933 eingetreten waren und damit eine Mitgliedsnummer bis 300.000 besaßen.[3] Der Dienstgrad war unerheblich und so wurde dieser Winkel sowohl von Mannschafts- wie auch von Offiziersdienstgraden gleichermaßen getragen.

Doch bereits im September 1934 wurde dieser Ehrenwinkel durch das neue System der sogenannten „Ehrenstreifen“ ersetzt. Diese zeigten die Angehörigkeit zur NSDAP durch eine Vielzahl unterschiedlich breiter Streifen an und wurden an beiden Unterarmen über dem Ärmelaufschlag der Uniformjacke getragen.

SA-Ehrenstreifen

Die Ehrenstreifen des Alten Kämpfers in der SA (kurz: SA-Ehrenstreifen) wurden im September 1934 durch Adolf Hitler gestiftet wurde. Zwischen Februar und Dezember 1934 führte Hitler für alle NSDAP-Mitglieder, die der Partei und ihren Gliederungen vor der Machtübernahme beigetreten waren, die Ehrenwinkel der Alten Kämpfer als besondere Auszeichnung ein.

Während die Winkel in den anderen nationalsozialistischen Organisationen beibehalten wurden, wurde für die Sturmabteilung (SA) bereits im September des gleichen Jahres das Ehrensystem geändert. Statt dessen wurden Streifen in silbergrauer Aluminiumstickerei eingeführt, die beidseitig am Ärmelaufschlag der Uniformjacken getragen wurden. Anhand der Anzahl und der Breite dieser Streifen konnte der Parteieintritt abgelesen werden. SA-Mitglieder nach dem 30. Januar 1933, die jedoch vor diesem Datum der NSDAP eingetreten waren, trugen zur SA-Uniform ebenfalls nach September 1934 die Ehrenstreifen statt dem Ehrenwinkel.

Aufschlüsselung der SA-Ehrenstreifen

  • 1. Januar bis 31. Dezember 1925: 2 × 12 mm Streifen und 2 × 4 mm Streifen
  • 1. Januar bis 31. Dezember 1926: 2 × 12 mm Streifen und 1 × 4 mm Streifen
  • 1. Januar bis 31. Dezember 1927: 2 × 12 mm Streifen
  • 1. Januar bis 31. Dezember 1928: 1 × 12 mm Streifen und 2 × 4 mm Streifen
  • 1. Januar bis 31. Dezember 1929: 1 × 12 mm Streifen und 1 × 4 mm Streifen
  • 1. Januar bis 31. Dezember 1930: 1 × 12 mm Streifen
  • 1. Januar bis 31. Dezember 1931: 2 × 4 mm Streifen
  • 1. Januar 1932 bis 30. Januar 1933: 1 × 4 mm Streifen

SS-Ehrenwinkel

Der SS-Ehrenwinkel führte sich per Tradition ebenfalls vom damaligen SA-Ehrenwinkel ab und wurde am 15. Dezember 1934 durch Adolf Hitler eingeführt. Abweichend zu der Verleihungsvorschrift innerhalb der SA galt bei der Schutzstaffel ursprünglich, daß ein Träger dieses Ehrenwinkels nur eine SS-Nummer bis 50.000 besitzen durfte. Alternativ dazu wurde bei höherer SS-Nummer eine NSDAP-Mitgliedsnummer bis 300.000 eingefordert, das heißt, daß das SS-Mitglied vor dem 30. Januar 1933 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei eingetreten sein mußte. Der Ehrenwinkel der SS bestand aus einer durchwirkten Silbertresse mit zwei ca. 1 cm breiten schwarzen Trennstreifen. Der Winkel lag anfänglich auf einem schwarzen Stoffuntergrund und wurde ab ca. 1939 durch einen ca. 1 cm breiten schwarzen Längsstreifen ersetzt. Der Ehrenwinkel wurde auf allen SS-Uniformen getragen. Das betraf auch die Angehörigen der Waffen-SS, die berechtigt waren, den SS-Ehrenwinkel auch auf den Uniformen der Waffen-SS zu tragen.

Weitere Ehrenwinkel

  • NSKK-Ehrenwinkel
  • NSFK-Ehrenwinkel
  • SS-Ehrenwinkel mit Stern für ehemalige Polizei- und Wehrmachtsangehörige
  • Ehrenwinkel für Angehörige der Polizei, der Feuerwehr und der Technischen Nothilfe
  • Ehrenwinkel für ehemalige Stahlhelm-Angehörige

Siehe auch

Fußnoten

  1. David Littlejohn: The SA 1921—45: Hitlers Stormtroopers. Osprey Publishing 1990, S. 15.
  2. Brian L. Davis und Ian Westwell: Deutsche Uniformen und Abzeichen 1933—1945. Motor Buch Verlag 2006, S. 95, 97 und 113
  3. Zentner und Bedürftig: Das große Lexikon des Dritten Reiches, S. 23.