Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

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Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps (NSKK).jpg
Bestehen: 1931-1945
Führer: Adolf Hühnlein
Erwin Kraus

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) war eine Gliederung der NSDAP.

Erläuterung

Die neue Standarte des NSKK; Angehöriger mit Brustschild, Fahrerhelm, EK II (1914), Verwundetenabzeichen (1918) in Schwarz und SA-Sportabzeichen.
Oberscharführer im Lehrsturm der Motorstandarte 86 im Überanzug

Gliederung

Die Gliederung war Nachfolger des seit 1930 bestehenden Nationalsozialistischen Automobilkorps der SA („Motor-SA“). Im Jahre 1934 wurde dieses Korps als NSKK die kleinste eigenständige Gliederung der NSDAP mit ca. 10.000 Mitgliedern. Korpsführer war lange Zeit Adolf Hühnlein. Nach dessen Tod 1942 wurde Erwin Kraus zum Korpsführer ernannt.

Aufnahmevoraussetzung

Die Aufnahme in das NSKK setzte keinen Führerschein und keine Kenntnisse über Automobile voraus. Viele Mitglieder waren jedoch Kfz-Meister und -Handwerker.

Aufgabe

Das NSKK war Träger des Motorisierungsgedankes im Dritten Reich und Sammelbecken aller nationalsozialistischen Kraftfahrer. So arbeitete das NSKK auch eng mit dem ADAC zusammen. Es war das Hauptziel des NSKK, seine Mitglieder im Führen von Kraftfahrzeugen auszubilden, hauptsächlich in der Bedienung und Wartung von Motorrädern und Personenkraftwagen. Das NSKK ersetzte jedoch nicht die Fahrschule und konnte keine Führerscheinprüfungen abnehmen.

Polizei

1936 wurde als Sonderaufgabe die Verkehrerziehung in Zusammenarbeit mit der Polizei zugewiesen.

Motor-HJ

Auch für die Motor-HJ (14–18jährige Jungen) stellte es Motorräder, Reparaturwerkstätten, Ausbildungsmaterial und vor allem die fachlichen Ausbilder zur Verfügung. Letztere waren für den technischen und praktischen Unterricht und die Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung zum damaligen Führerschein IV (bis 250 cm³ Hubraum) zuständig. Motorradfahren wurde unter ihrer Anleitung und Aufsicht auf nichtöffentlichen Plätzen und im freien Gelände geübt.

Motorsportschule

1936 wurde auf dem Osterberg in Bad Gandersheim die NSKK-Motorsportschule eröffnet. Die Schule galt als „Vorzeigeeinrichtung“ und wurde häufig von prominenten NSDAP-Politikern besucht.

Pannenhilfsdienst

Mitte der 1930er Jahre arbeitete das NSKK auch als Pannenhilfsdienst.

Ersatzwehrdienst

Nach 1939 leisteten nicht voll wehrfähige Männer einen Ersatzwehrdienst in NSKK-Wachmannschaften ab, d. h., statt zur Wehrmacht war die Einziehung in eine NSKK-Einheit (nicht nur für Mitglieder) möglich.

NSKK-Dienstrangordnung (absteigend)

Das von Anton Adriaan Mussert (NSB) gestiftete Treue-Abzeichen („Trouw“ = Treue) der holländischen Freiwilligen der NSKK-Gruppe in der Luftwaffe an der Ostfront in Bronze, Silber und Gold
Wilhelm von Preußen in der Uniform der NSKK-Motorbrigade Berlin-Brandenburg (nicht mit der Uniform der Motor-SA zu verwechseln)

Führer

  • Korpsführer
  • Obergruppenführer
  • Gruppenführer
  • Brigadeführer
  • Oberführer
  • Standartenführer
  • Oberstaffelführer (entsprechend SA-/SS-Obersturmbannführer)
  • Staffelführer (entsprechend SA-/SS-Sturmbannführer)
  • Hauptsturmführer
  • Obersturmführer
  • Sturmführer

Unterführer

  • Haupttruppführer
  • Obertruppführer
  • Truppführer
  • Oberscharführer
  • Scharführer
  • Rottenführer
  • Obersturmmann
  • Sturmmann (vor November 1939 NSKK-Mann)
  • Anwärter

Auflösung und Verbot

1945 wurde das NSKK aufgelöst, bei den Nürnberger Prozessen zur „geächteten“ Organisation erklärt und verboten.

Ritterkreuzträger des NSKK (Auswahl)

NSKK-Transport-Korps „Speer“ (TKS)

  • Im Juli 1942 wurde NSKK-Brigadeführer Wilhelm Nagel Korpskommandant des NSKK-Transportkorps „Speer“, einer Spezialeinheit des NSKK
  • Am 22. Juli 1942 wurden alle Lastwagen-Transport-Organisationen der Organisation Todt – die NSKK-Transportbrigade „Todt“, die NSKK-Transportbrigade „Speer“ und die Legion „Speer“ – zusammengefaßt und unter der Bezeichnung NSKK-Transportgruppe Todt dem NSKK-Gruppenführer Wilhelm Nagel unterstellt.
    • Nagel hatte zuvor innerhalb der Dienststelle „GBI“ die Transportabteilung des Generalbauinspektors Speer geleitet, und er führte die neue Organisation, die im November 1942 über beinahe 50.000 Fahrzeuge und etwa 70.000 Mann verfügte, bis zum Kriegsende.
  • Zum Korps gehörte auch die LKW-Flotte der Transportflotte „Speer“ (im Juli 1944 bereederte die Transportflotte „Speer“ u. a. zur Versorgung der Kriegsmarine mehr als 2000 Schiffe mit einer Gesamttonnage von rund 500.000 BRT, die 31 See- und Binnenhäfen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark, Norwegen, Finnland, der Sowjetunion, Rumänien und Italien bedienten), das OT-Kraftfahrwesen (Nagel war auch Abteilungsleiter in der OT-Zentrale) und der Fuhrpark des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion (RM.f.R.u.K.)
    • das Transport-Korps bestand nun aus Abschnitt „Brugmann“ mit den Abschnittsführungen „Wiking“, „West“, „Südost“, „Tannenberg“, „Süd“, „Ruhrgebiet“, „Reich“ und „Rußland-Nord“ (seit September 1944 Übernahme durch Abschnitt „Brugmann“). Die Kraftwagen-Transportabteilungen, Kompanien und autarken Kraftwagen-Transportstaffeln versorgten die Organisation Todt, die Transport-Regimenter 2 und 3 die Luftwaffe und die Transport-Regimenter 5 bis 10 (später auch 11 und 12) das Heer. Dazu kamen noch die Ersatz-Abteilungen, zwei Kraftfahr-Instandsetzungs-Regimenter, der Rüstungsstab mit 11 Kompanien, die Pionier-Abteilung, die Nachrichtenstaffel, die Sanitätskraftfahrstaffle sowie weitere Fuhrparks, eine Offizierschule in Könitz bei Weimar, eine Unteroffizierschule in Fürstenwalde bei Berlin und das OT-Regiment „Speer“ im Ruhrgebiet.
  • Am 31. Juli 1944 wurden die Abschnittsführungen in Transportabschnitte I bis VIII umgegliedert, im August 1944 wurde das Korps in vier divisionsstarken Inspektionen geordnet: „Reich“ (8. August 1944) und ab September „West“, „Ost“ und „Süd“.
  • Am 1. November 1944 wurde das Transport-Korps „Speer“ (TSK) mit unabhängig und strich „NSKK“ aus der Bezeichnung; das Korps bestand nun aus 47.727 Mann, darunter waren 17.000 deutsche und 20.000 ausländische Freiwillige sowie 800 ausländische Hilfswillige (Hiwis) mit 35.000 LKW.[1]

Dienstgrade des TKS (absteigend)

Kragenspiegel eines NSKK-Sturmmannes der Motorgruppe „Speer“; nachdem das Transport-Korps unabhängig wurde, änderten sich die Dienstgradbezeichnungen und das „Sp“ des Kragenspiegels wurde stark modernisiert.

Offiziere

  • Korpskommandant (Generalleutnant)
  • Gruppenkommandant
  • Brigadekommandant
  • Oberstkapitän
  • Oberfeldkapitän
  • Oberstabskapitän
  • Stabskapitän
  • Oberfeldkornett
  • Kornett

Unteroffiziere

  • Stabsfahrmeister
  • Hauptfahrmeister
  • Oberfahrmeister
  • Fahrmeister
  • Unterfahrmeister
  • Hauptkraftfahrer
  • Oberkraftfahrer
  • Kraftfahrer

Bildergalerie (TKS)

Filmbeiträge

Aus dem Jahre 1934 stammen die Aufnahmen, die ein Filmamateur bei verschiedenen Geländefahrten des „Nationalsozialistischen Kraftfahrer-Korps/NSKK“ mit seiner 35-mm-Kamera drehte. Die filmisch überlieferten Fahrten fanden im Bayerischen Hochland, im Raum Landsberg, Oberstaufen und Nesselwang statt:

Siehe auch

Literatur

  • Guido Allmendinger: Kraftfahr-Lexikon - Ein Merkbuch für Soldaten aller motorisierten Einheiten
  • Dorothee Hochstetter: Motorisierung und „Volksgemeinschaft“. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) 1931–1945, München: Oldenbourg, 2004 ISBN 3-486-57570-8
  • Franz W. Seidler: Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps und die Organisation Todt im Zweiten Weltkrieg. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 32/1984, S. 625-636. (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Nigel Thomas: Wehrmacht Auxiliary Forces, Bloomsbury Publishing, 2012