Veil, Simone

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Simone Veil (2008)

Simone Annie Veil, geborene Jacob (Lebensrune.png 13. Juli 1927 in Nizza; Todesrune.png 30. Juni 2017 in Paris), war eine jüdische Politikerin; als Gesundheitsministerin Frankreichs legalisierte sie die Abtreibung. Sie war von 1979 bis 1982 die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments.

Werdegang

Herkunft

Simone Annie Veil, geborene Jacob, wurde am 13. Juli 1927 in Nizza als Tochter und eines von vier Kindern des jüdischen Architekten André Jacob und dessen Frau Yvonne Steinmetz geboren.[1]

Sie wurde im März 1944 aus Südfrankreich im Konzentrationslager Auschwitz interniert (1980 wurde bekannt, daß sie im „Auschwitz-Museum“ lange Zeit als „Vergasungsopfer“ verzeichnet gewesen ist) und befand sich bei Kriegsende im Lager Bergen-Belsen.[2]

Ausbildung

In Nizza schloß Simone Veil während des Krieges das Gymnasium ab. Nach dem Krieg studierte sie Jura an der Universität Paris. Sie erwarb das Lizentiat der Rechte und ein Diplom am Pariser Institut d’Etudes Politiques.

Wirken

Ab 1957 war Veil im französischen Justizministerium tätig. Von 1974 bis 1978 amtierte die „Giscardistin“ als Gesundheitsministerin. Sie setzte die weitgehende Freigabe der Abtreibung durch.[2] In ihrer Funktion als Gesundheitsministerin sorgte sie für einen erleichterten Zugang zu Verhütungsmitteln – der Verkauf von Verhütungsmitteln wie der „Pille“ war in Frankreich erst 1967 legalisiert worden. Mit ihrem Namen am meisten verbunden ist die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Frankreich (17. Januar 1975).

Von 1979 bis 1981 wirkte sie als Präsidentin des Europa-Parlamentes, 1984 wurde sie Vorsitzende der liberalen Fraktion im Straßburger Abgeordnetenhaus. Unter Premierminister Édouard Balladur war sie zwischen 1993 und 1995 erneut französische Gesundheitsministerin. Veil war von 1998 bis 2007 Mitglied des französischen Verfassungsrats.

Mitgliedschaften

Seit dem 20. November 2008 war Simone Veil Mitglied der „Académie Française“. Sie war die fünfte Frau in der 1635 gegründeten Institution. Veil war Ehrenvorsitzende derer „Stiftung zum Gedenken an die Shoah“.[3]

Auszeichnungen

Aachener Karlspreis (1980), Preis der Alexander-Onassis-Stiftung (1980), Preis der Stiftung Louise Weiss (1981), Prix Louise Michel (1983), jüdischer Jabotinsky-Preis, USA (1983), Special Freedom Prize (1984), Thomas-Dehler-Medaille (1988), Truman Preis für Frieden, Jerusalem (1991), Stresemann-Medaille in Gold (1993), Dame Commander des britischen Empire (1997), Prinz-von-Asturien-Preis (2005), Deutsch-Französischen Journalistenpreis (29. Juni 2009), Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf, dieser ist mit 50.000 Euro dotiert (Dezember 2010)

In Wiesbaden wurde Mitte der neunziger Jahre im Europaviertel (einem ehemaligen VS-Militärgelände) eine Straße nach Simone Veil benannt.

Familie

Simone Veil war seit 1946 mit Antoine Veil, Generaldirektor der Lufttransportgesellschaft U.T.A., verheiratet. Sie war Mutter von drei Söhnen: Jean, Claude und Pierre-François.

Sonstiges

Obwohl ihre Mutter Yvonne Steinmetz in Bergen-Belsen an Typhus starb,[4] ließ Simone Veil sie in den 1970er Jahren als eine der angeblich „sechs Millionen von den Nazis und ihren Komplizen ermordeten Juden“[5] in der „Shoa Namensdatenbank“ von Yad Vashem registrieren, wo sie bis zum heutigen Tage geführt wird.[6] Veil selber wurde bis 1985, als Robert Faurisson auf den „Irrtum“ aufmerksam machte, ähnlich wie unzählige weniger bekannte Juden auf einer vom Centre de documentation juive contemporaine (CDJC; dt.: Jüdisch-zeitgenössisches Dokumentationszentrum) erstellten und von jüdischen Geschichtenschreibern wie Danuta Czech und Serge Klarsfeld verwendeten Liste als im „Holocaust“ Umgekommene geführt.[7][8]

Biographie

  • Simone Veil: Une vie, Stock, Paris 2007, ISBN 978-2-234-05817-0

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 10/2008 vom 4. März 2008
  2. 2,0 2,1 David Korn: Wer ist wer im Judentum?, FZ-Verlag, ISBN 3-924309-63-9
  3. Simone Veil in die Académie Française gewählt, Deutschlandradio Kultur, 21. November 2008
  4. „Ich war die Hassfigur der Reaktionäre“, Tagesspiegel: 22. März 2009
  5. The Central Database of Shoah Victims’ Names, Yad Vashem
  6. Siehe den Eintrag zu „Yvonne Steinmetz“ in der Shoa Namensdatenbank und das Faksimile ihrer Zeugenaussage.
  7. Deux anciens gazés d’Auschwitz: Henri Krasucki et Simone VeilRobert Faurisson – Le blog inofficiel
  8. My Life as a Revisionist (September 1983 to September 1987)Institute for Historical Review