Wundt, Wilhelm

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Wilhelm Max[imilian] Wundt (* 16. August 1832 in Neckarau bei Mannheim; † 31. August 1920 in Großbothen bei Leipzig) war ein deutscher Philosoph und Psychologe. Er begründete die Psychologie als eigenständige Wissenschaft und erkannte die Völkerpsychologie im Sinne einer Organischen Geschichtsbetrachtung. Er sah die Völkerpsychologie im Entwicklungsgeschichtlichen Kontext von Denken, Gefühl und Wille mittels der Analyse von Sprache, Mythos und Sitte einer Volksseele.

Er war ein Unterzeichner des Aufrufs an die Kulturwelt am Beginn des Ersten Weltkrieges gegen Deutschland. Sein Sohn war der deutsche Philosoph Max Wundt.

Leben

Nach dem Abitur am Großherzoglich-Badischen Gymnasium Heidelberg 1851 besuchte er Vorlesungen in Botanik, Chemie, Physik sowie Anatomie und Physiologie des Menschen, studierte auch kurze Zeit Mathematik und besuchte die Vorlesungen von Robert Wilhelm Bunsen. Sein Interesse galt jedoch vor allem physiologisch-chemischen Problemen, so daß er ein Experiment an sich selbst über die Wirkung des Kochsalzes auf den menschlichen Organismus vornahm. Daraus resultierte seine erste Veröffentlichung. Nach der Aufnahme des Medizinstudiums in Tübingen und dessen Fortsetzung in Heidelberg mit nachfolgendem Staatsexamen in Karlsruhe promovierte Wundt im Jahre 1856 mit der Arbeit „Untersuchungen über das Verhalten der Nerven in entzündeten und degenerierten Organen“ und absolvierte anschließend einen halbjährigen Forschungsaufenthalt in Berlin. Anschließend habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, wo er noch im gleichen Jahr eine Privatdozentur an der Medizinischen Fakultät antrat. In den Jahren 1858-1863 war er in Heidelberg Assistent bei Hermann von Helmholtz. Später gab er gemeinsam mit diesem die erste psychologische Fachzeitschrift heraus. 1864 wurde Wundt zum außerordentlichen Professor für Anthropologie und medizinische Psychologie an der Medizinischen Fakultät in Heidelberg berufen und war von diesem Jahr an bis 1868 auch Landtagsabgeordneter der Badischen Fortschrittspartei im Badischen Landtag. Im Jahre 1872 heiratete er. 1874 folgte Wundt einem Ruf an die Universität Zürich und wurde dort Ordinarius für induktive Philosophie, ging aber bereits ein Jahr später nach Leipzig und wurde dort zum ordentlichen Professor für Philosophie ernannt. Vier Jahre später gründete er das weltweit erste Institut für experimentelle Psychologie in Leipzig. 1902 wurde er Ehrenbürger von Leipzig und 1907 Ehrenbürger von Mannheim.


Zum 70. Geburtstag:[1]
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Von 1883 bis 1903 gab er das zwanzigbändige Werk „Philosophische Studien“ heraus. Von 1906 an bis 1918 erschienen seine zwanzigbändigen „Psychologischen Studien“.

Werke (Auswahl)

Die Nationen und ihre Philosophie.jpg
  • Erlebtes und Erkanntes (Autobiographie) (PDF-Datei)

Literatur

  • Festschrift: Wilhelm Wundt zum siebzigsten Geburtstage (1902) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Oswald Passkönig: Die Psychologie Wilhelm Wundts; zusammenfassende Darstellung der Individual-, Tier- und Völkerpsychologie (1912) (PDF-Datei)
  • Edmund König: W. Wundt, seine Philosophie und Psychologie (1901) (PDF-Datei)
  • Lichtig Lipót: Darstellung und Kritik der Grundprinzipien der Ethik Wundt's (1904) (PDF-Datei)
  • Richard Heinrich Stein: Die psychologischen Grundlagen der Wundt'schen Ethik (1911) (PDF-Datei)
  • Berthold Delbrück: Grundfragen der Sprachforschung mit Rücksicht auf W. Wundts Sprachpsychologie erörtert (1901) (PDF-Datei)
  • Rudolf Eisler: W. Wundts Philosophie und Psychologie in ihren Grundlehren (1902) (PDF-Datei)
  • Peter Petersen: Der Entwicklungsgedanke in der Philosophie Wundts, zugleich ein Beitrag zur Methode der Kulturgeschichte (1908) (PDF-Datei)
  • Otto Siebert: Geschichte der neueren deutschen Philosophie seit Hegel. Ein Handbuch zur Einführung in das philosophische Studium der neuesten Zeit, 1905. Kapitel 3: „Wilhelm Wundt und der Psychologismus“, S. 442ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Georg Lamberti: Wilhelm Maximilian Wundt (1832 - 1920). Leben, Werk und Persönlichkeit in Bildern und Texten, ISBN 3-925559-83-3

Verweise

Fußnoten

  1. Westermanns illustrierte deutsche Monatshefte, Band 92, April 1902-September 1902, S. 776ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!