Weizmann, Chaim

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Der judäophile VS-Präsident Harry S. Truman und Chaim Weizmann, 25. Mai 1948

Chaim Weizmann (Lebensrune.png 27. November 1874 in Motal bei Pinsk (heute Weißrußland); Todesrune.png 9. November 1952 in Jerusalem) war ein jüdischer Chemiker, israelischer Politiker, zionistischer Führer und von 1949 bis 1952 erster israelischer Staatspräsident.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Herkunft

Chaim Weizmann wurde am 27. November 1874 in Motal bei Pinsk (heute Weißrußland)[1] als drittes von 15 Kindern eines Holzhändlers geboren.

Ausbildung und Lehrtätigkeit

Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte Weizmann ab 1892 an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt – zusätzlich unterrichtete er bis 1893 an der jüdischen Schule in Pfungstadt – und ab 1894 an der Königlichen Technischen Hochschule Berlin. Drei Jahre später ging er ins schweizerische Freiburg, wo er 1899 summa cum laude promoviert wurde.

1903 ging er nach England, wo er bei Kriegsausbruch an der Universität Manchester über Biochemie dozierte.[2]

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg war er führend in der englischen Kriegswirtschaft tätig, wirkte u. a. als Direktor der Sprengstofflaboratorien der Admiralität.[3] 1917 hatte er maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der „Balfour-Deklaration“, in der sich London bereit fand, eine „jüdische Heimstatt in Palästina“ zu unterstützen. 1918 gehörte Weizmann zu den Mitbegründern der Hebräischen Universität Jerusalem. 1919 verließ er den britischen Staatsdienst und wurde Führer der zionistischen Delegation beim Versailler Diktat.

Zionismus

Mit dem allmählichen Anwachsen der jüdischen Kolonie in Palästina wuchs Weizmanns Stellung in den jüdischen Organisationen, wie dem „Board of Deputies of British Jews“ und der „Anglo-Jewish-Association“, bis er Präsident der zionistischen Weltorganisation (WZO)[4] und der „Jewish Agency“ wurde.[5] Das englische Weißbuch vom 20. Oktober 1930 zur Palästinafrage führte zum Rücktritt Weizmanns vom Präsidium der zionistischen Organisationen, das er dann aber auf dem Züricher Zionistenkongreß im August 1937 wieder erhielt und das ihm besonders seit Beginn des Zweiten Weltkrieges in steigendem Maß zum Anlaß wurde, auch in den Vereinigten Staaten von Amerika eine starke Tätigkeit zu entfalten.[6]

Drei Tage vor Kriegsausbruch, am 29. August 1939, versicherte „der König der Juden“ der britischen Regierung, daß „wir Juden an der Seite Großbritanniens stehen und für die Demokratie kämpfen werden; aus diesem Grunde stellen wir uns in den kleinsten und größten Dingen unter die zusammenfassende Leitung der britischen Regierung“. Dazu erklärte der israelische Richter Halevi beim „Eichmann-Prozeß“ 1961: „Es gab tatsächlich eine Erklärung von Professor Chaim Weizmann aus dem Jahre 1939, die man als Kriegserklärung des Judentums an Deutschland verstehen konnte.“[7]

Es folgt ein Zitat aus dem Buch „Schlachtführer gegen das Reich“ von David Irving:

„Doch gelang es dem Zionistenführer nicht, zu Churchill vorgelassen zu werden; mehrere Wochen lang wurde kein Treffen mit ihm auf Churchills Terminkalender vermerkt. Deshalb schrieb Weizmann dem Premier am 10. September einen Brief, in dem er kein Blatt vor den Mund nahm: Er rief ihm in Erinnerung, daß die Juden der Vereinigten Staaten ihr Land schon einmal in den Krieg geführt hatten, und versprach, sie könnten es wiederum tun – unter der Voraussetzung freilich, daß die Briten in der Palästinafrage auf den gewünschten Kurs einschwenkten. Zwei Jahre waren vergangen, seitdem die Jewish Agency ihnen mittels der ‚jüdischen Kriegserklärung an Deutschland‘ die Unterstützung der Juden in aller Welt angeboten hatte; ein Jahr war verstrichen, seitdem der Premierminister persönlich sein Angebot gebilligt hatte, Juden nach Palästina für den Kriegsdienst im Nahen Osten oder anderswo zu rekrutieren.
Zwei Jahre lang hatte die Jewish Agency nichts als Demütigungen hinnehmen müssen. Zehntausend Juden hätten in Libyen, Abessinien, Griechenland, Kreta und Syrien gekämpft, machte Weizmann geltend, doch dies werde von niemandem gewürdigt. ‚Uns, die wir von Hitler gequält werden, wie in der neueren Geschichte keine andere Nation gequält worden ist, und die wir von ihm zum Feind Nummer eins gestempelt werden, wird von denen, die gegen ihn kämpfen, die Chance verweigert, unseren Namen und unsere Flagge unter denen zu sehen, die zum Kampf gegen ihn angetreten sind.‘ Freilich wisse er, fuhr Weizmann fort, daß der Premierminister für all dies keine Verantwortung trage – es sei das Werk jener, die München und das Palästina-Weißbuch von 1939 auf dem Gewissen hätten. ‚Man hat uns geopfert, um den Mufti von Jerusalem und seine Freunde zu gewinnen, die Hitler im Nahen Osten Hilfsdienste geleistet haben.‘ Damit konstruierte Weizmann sehr raffiniert eine Querverbindung zwischen den Antizionisten und den anderen Widersachern Churchills.
Dann kam er zum eigentlichen Punkt: ‚Es gibt [in den USA] nur eine große ethnische Gruppe, die bereit ist, wie ein Mann für Großbritannien einzustehen und ihm bedingungslose Unterstützung zu gewähren: die fünf Millionen Juden. Vom Minister Morgenthau über den [New Yorker] Gouverneur Lehmann, vom Richter [Felix] Frankfurter bis hin zum einfachsten jüdischen Arbeiter oder Händler sind sie sich voll und ganz bewußt, was dieser Kampf gegen Hitler bedeutet.‘ Britische Staatsmänner, erinnerte er Churchill, hätten schon oft anerkannt, daß diese Juden die Vereinigten Staaten 1917 zum Kriegseintritt bewogen hatten. ‚Sie wollen – und können – es wieder tun.‘ Er und die Juden der Vereinigten Staaten verlangten nichts weiter als die sofortige Aufstellung einer jüdischen Streitmacht.
Zwei Tage nachdem er diesen Brief geschrieben hatte, bearbeitete Weizmann zusammen mit seinem Freund David Ben-Gurion den Staatssekretär für Indien Leopold Amery. Letzterer war, auch wenn dies der Öffentlichkeit nicht bekannt war, Halbjude und der zionistischen Sache gegenüber sehr positiv eingestellt, doch meinte er, nur der Premierminister selbst könne ihnen Hilfe erweisen. Churchill werde nicht helfen, wehrte Weizmann ab: Er hat ein schlechtes Gewissen. Noch am selben Tage hatte er eine lange Unterredung mit Eden, der dann in seinem Tagebuch nüchtern festhielt, an dieser Leidensgeschichte sei ‚nichts Neues‘ – ‚sie ist in der Tat zweitausend Jahre alt‘. Weizmann warf dem Außenministerium eine Beschwichtigungspolitik gegenüber den Arabern vor. Er meinte, die Juden seien hervorragende Kämpfer – warum sollte man da nicht sie rekrutieren statt die Australier? Eden freilich notierte lakonisch, das Kriegsministerium sei anderer Ansicht über ihre Qualitäten als Soldaten.“[8]

Im April 1944 tauchte dann die u. a. auch von Weizmann unterstützte Forderung eines jüdischen Freistaates in Palästina-Libanon mit Dominionsstatut auf, die in der arabischen Welt lebhafte Bewegung hervorrief.[6]

Nach Kriegsende entstanden neue Schwierigkeiten aus der vermehrten illegalen Einwanderung. Im Sommer 1946 spitzte sich die britisch-jüdische Situation wiederum gefährlich zu, indem Bombenattentate wegen der Verhinderung der Landung jüdischer Einwanderer erfolgten. Weizmann nahm demgegenüber einen vermittelnden Standpunkt ein und trat erneut für seinen Vorschlag einer Teilung Palästinas in ein jüdisches und ein arabisches Gebiet ein. 1948 proklamierte Weizmann, der engen Kontakt zu VS-Präsident Truman unterhielt und auch Stalins Unterstützung erreicht hatte, den Staat Israel.[7] Nach Beendigung des britischen Mandats und der Ausrufung des neuen jüdischen Staates Israel am 15. Mai 1948 wurde Weizmann auf der ersten Sitzung des „Provisorischen Rates von Israel“ zu dessen Präsidenten und damit zum vorläufigen Staatsoberhaupt gewählt. Am 16. Februar 1949 wählte sodann auch die Verfassunggebende Versammlung Israels Weizmann mit 83 gegen 15 Stimmen zum ersten Präsidenten des neuen Staates Israel.[9] So hatte Weizmann die Genugtuung, den Traum seines Lebens erfüllt zu sehen, aber auch die Krönung seiner Lebensarbeit zu erleben, als er sich im Anschluß an seine Wahl als erster Jude seit 2000 Jahren an die Spitze seines Volkes stellen durfte.

Weizmann, der zwei Jahre praktisch blind war, erhielt Anfang September 1948 nach einer in Vevey bei Genf von einem Schweizer Augenspezialisten vorgenommenen Operation seine Sehkraft wieder, so daß er sein Amt übernehmen konnte.[6]

Unter dem Titel „Versuch und Irrtum“ gab Weizmann im Jahre 1949 eine Autobiographie heraus, die seinen Kampf um den neuen Judenstaat in Palästina schildert. Im Oktober 1951 erschienen die Erinnerungen Weizmanns, die Jahre 1874 bis 1948 umfassend, in deutscher Übersetzung (Phaidon-Verlag). Am 19. November 1951 wurde er mit 85 gegen 11 Stimmen und drei Enthaltungen als Präsident des Staates Israel wiedergewählt.

Tod

Am 9. November 1952 starb Chaim Weizmann in Tel Aviv im Alter von 78 Jahren an einem Herzleiden. Er wurde unter großen Ehren in einem Olivenhain seines Anwesens in Rehovoth beigesetzt.[6] Die langjährige israelische Ministerpräsidentin Golda Meir schrieb in ihren Memoiren über den Zionistenführer Weizmann:

„Er war zweifellos Führer und erster Sprecher des Weltjudentums. Juden in der ganzen Welt sahen in ihm den König der Juden.“[7]

Familie

1906 heiratete er seine Verlobte, die Ärztin und zionistische Aktivistin Vera, Tochter von Isaiah und Feodosia Chatzman aus Rostow. Das Paar hatte zwei Söhne. Der jüngere Sohn Michael war während des Zweiten Weltkrieges als Flugzeugführer in der Royal Air Force im Einsatz und wurde von der deutschen Luftwaffe über dem Golf von Biskaya im Luftkampf abgeschossen. Sein Neffe Ezer Weizman (1924–2005) war von 1993 bis 2000 siebter Präsident Israels. Er war zuerst Mitglied des Likud, wechselte jedoch später zur sozialdemokratischen Arbeitspartei.

Zitate

Israel - Zitat Weizmann.jpg
  • „Wir sagten den maßgebenden Persönlichkeiten: Wir werden in Palästina sein, ob Ihr es wollt oder es nicht wollt. Ihr könnt unser Kommen beschleunigen oder verzögern, es ist aber für Euch besser, uns mitzuhelfen, denn sonst wird sich unsere aufbauende Kraft in eine zerstörende verwandeln, die die ganze Welt in Gärung bringen wird.“ 1920[10]
  • „Ich sagte der königlichen Kommission, daß die Hoffnungen von sechs Millionen Juden auf Emigration beruhen. Dann wurde ich gefragt: ‚Aber können Sie die sechs Millionen nach Palästina bringen?‘ Ich antwortete: ‚Nein. Ich bin vertraut mit den Gesetzen der Physik und Chemie und ich kenne die Kraft materieller Faktoren. [...]‘“ [11]
  • „Es gibt keine englischen, französischen, deutschen oder amerikanische Juden, sondern nur Juden, welche in England, Frankreich, Deutschland oder Amerika leben.“[12] — Beim Zionistenkongreß

Siehe auch

Fußnoten

  1. Andere Quelle: Motol bei Grodno (Litauen)
  2. Internationales Biographisches Archiv 48/1952
  3. Im Jahre 1916 wurde er von der britischen Regierung in das Munitionsministerium berufen.
  4. 1920 bis 1931 und 1935 bis 1946 amtierte er als Präsident der Zionistischen Weltorganisation (WZO).
  5. Ab 1929 war er zusätzlich Chef der „Jewish Agency“.
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 Munzinger-Archiv GmbH, 1952
  7. 7,0 7,1 7,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? – FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  8. Aus David Irving: Schlachtführer gegen das Reich – Churchills Krieg 1941–1942. Arndt-Verlag, Kiel 2007, ISBN 978-3-88741-082-7; Kapitel 5: Wir können es wieder tun!, S. 69f.
  9. Von 1948 bis zu seinem Tode (1952 im israelischen Rehowot) war er als Präsident erstes Oberhaupt des nahöstlichen jüdischen Staates.
  10. Jüdische Rundschau, 16. Januar 1920, Seite 24: Eine große Rede Weizmanns in Jerusalem vor der Abreise aus Palästina (Faksimile)
  11. I told the Commission: God has promised Eretz Israel to the Jews. This is our Charter. But we are men of our own time, with limited horizons, heavily laden with responsibility towards the generations to come. I told the Royal Commission that the hopes of six million Jews are centered on emigration. Then I was asked: 'But can you bring six million to Palestine?' I replied, 'No. I am acquainted with the laws of physics and chemistry, and know the force of material factors. In our generation I divide the figure by three, and you can see in the depth of the Jewish tragedy: two millions of youth, with their lives before them, who have lost the most elementary of rights, the right to work'.
    The old ones will pass, they will bear their fate, or they will not. They are dust, economic and moral dust in a cruel world. And againg I thought of our tradition. What is tradition? It is telescoped memory. We remember. Thousands of years ago we heard the words of Isaiah and Jeremiah, and my words are but a weak echo of what was siad by our Judges, our Singers, and our Prophets. Two millions, and perhaps less: Sch'erit HApleta - oonly a remnant shall survive. We have to accept it. The rest we must leave to the future, to our youth.
    “ Rede bei der 20. Zionistischen Konferenz am 4. August 1937 in Zürich, zit. n. „The Letters and Papers of Chaim Weizmann: Series B. Papers. Volume II, December 1931 - April 1952“, Chaim Weizmann und Barnet Litvinoff, Transaction Books, Rutgers University, Israel Universities Press, 1984, S. 286
  12. Andrew Carrington Hitchcock: Satans Banker: Die Finanzgeschichte der globalen Vereinnahmung durch Rothschild und Co. J.K.Fischer-Verlag, 2009. ISBN 978-3941956667
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