Erfurt

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Erfurt

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Thüringen
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Provinz: Provinz Sachsen
Fläche: 269,17 km²
Höhe: 195 m ü. NN
Postleitzahl: 99734
Telefon-Vorwahl: 03631
Kfz-Kennzeichen: EF (seit 1991)
Koordinaten: 50° 59′ N, 11° 2′ O
Erfurt befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Thüringen
Bürgermeister: Andreas Bausewein (SPD)

Erfurt ist eine deutsche Stadt in Thüringen, an der Gera, die sie in zwei Hauptarmen, der Breiten und der Wilden Gera, durchfließt. Erfurt wurde 1948 durch den Thüringer Landtag zur Thüringer Landeshauptstadt erhoben. Davor war Weimar die Hauptstadt Thüringens.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Erfurt liegt am Südrand des Thüringer Beckens, im weiten Tal der Gera, einem Zufluß der Unstrut. Im Süden wird das Stadtgebiet von den bewaldeten Höhen des Steigerwaldes umgrenzt.

Geschichte

Ältere Zeit

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 742 durch Missionserzbischof Bonifatius aus Mainz mit der Bitte an Papst Zacharias um Bestätigung von „Erphesfurt“. Dadurch wurde das Bistum Erfurt gegründet. Das Bistum wurde 755 mit dem von Mainz vereinigt. Ab etwa 1000 traten die Erzbischöfe von Mainz auch als weltliche Herren in Erfurt auf. 805 erklärte Karl der Große Erfurt zu einem der Grenzhandelsplätze an der Grenze des damaligen Frankenreiches. Anschließend wurde eine erste, der Heiligen Maria geweihte Kirche errichtet. Erfurt war unter den Karolingern und Ottonen eine Königspfalz.

Mit ca. 18.000 bis 20.000 Einwohnern entwickelte sich die Stadt im 14. und 15. Jahrhundert zu einer Stadt im Range einer mittelalterlichen Großstadt, die nur von Köln, Nürnberg und Magdeburg hinsichtlich der Größe übertroffen wurde. Erfurt erreichte damit den Gipfel seiner wirtschaftlichen, politischen und geistig-kulturellen Entwicklung im Mittelalter und wurde der Mittelpunkt des Handels im mittleren Heiligen Römischen Reich. Dazu gehörte auch die bereits im 13. Jahrhundert einsetzende Entwicklung Erfurts zu einem der größten Waidmärkte des Reiches. 1331 erhielt Erfurt das Messeprivileg von Kaiser Ludwig IV.

Erfurt war bereits im 13. Jahrhundert zu einem Bildungszentrum von weit ausstrahlender Bedeutung herangewachsen. Keine andere Stadt in Deutschland hatte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts mehr Studenten. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entwickelte sich das Erfurter studium generale zur bedeutendsten Bildungsanstalt im Römisch-Deutschen Reich. Daraus entstand 1392 die dritte Universität auf deutschem Boden.

1664 eroberten französische und Reichsexekutionstruppen des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn Erfurt. Erfurt wurde seither zusammen mit dem Eichsfeld von einem Mainzer Statthalter regiert, der seinen Sitz in der Kurmainzischen Statthalterei (heutige Staatskanzlei) hatte.

Jüngere Zeit

1802 kamen Stadt- und Landgebiet Erfurt gemäß dem preußisch-französischen Vertrag als Entschädigung zum Königreich Preußen. Nach der Niederlage der Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt kapitulierte die Stadt am 16. Oktober 1806. Am 17. Oktober wurde die Stadt kampflos durch die Truppen Napoleons besetzt. Dieser erklärte 1807 Erfurt zusammen mit Blankenhain als Fürstentum Erfurt zu einer kaiserlichen Domäne, die nicht Teil des Rheinbunds war, sondern direkt dem Kaiser unterstand.

1814 endete nach erfolgreicher Belagerung durch preußische, österreichische und russische Truppen die französische Besetzung, und 1815 wurde Erfurt aufgrund des Wiener Kongresses wieder dem Königreich Preußen zugesprochen, welches den größten Teil des Erfurter Landgebietes und das Blankenhainer Gebiet an Sachsen-Weimar-Eisenach abtrat.

Wegweiser zur Reichsautobahn in Erfurt im August 1950.

1906 wurde Erfurt mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Der Erste Weltkrieg kostete 3.579 Erfurter Bürger das Leben. Als 1920 das Land Thüringen mit der Landeshauptstadt Weimar gebildet wurde, wurden die preußischen Gebiete Thüringens einschließlich Erfurts aufgrund des Widerstandes der preußischen Regierung nicht miteinbezogen. Nach einer zunächst positiven wirtschaftlichen Entwicklung in den sogenannten „Goldenen Zwanzigern“ wurde Erfurt ab 1929 massiv von der Weltwirtschaftskrise erfaßt.

Zweiter Weltkrieg

1938 zählte Erfurt zu den größten Garnisonen des Deutschen Reiches. Im Zweiten Weltkrieg erlebte Erfurt 27 Bombenterrorangriffe, dabei verloren viele tausend Menschen ihr Leben. Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, aber im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hielt sich das Ausmaß der Zerstörung mit ungefähr 17 % der Wohnungen in Grenzen.

DDR

Ende der 1960er Jahre begann der großflächige Abriß des Krämpferviertels am östlichen Rande der Altstadt. Durch den Neubau von 11- bis 16geschossigen sowie bis zu 120 Meter langen häßlichsten Plattenbauten wurde das bis dahin unzerstörte und durch Kirchtürme geprägte Stadtbild dauerhaft beeinträchtigt. Zusätzlich entstanden bis Ende der 1970er Jahre am Stadtrand neue Wohngebiete mit zusammen über 17.000 Wohnungen. Der Abriß des Andreasviertels konnte durch Bürgerproteste und die Wende 1989 verhindert werden.

1970 kam Bundeskanzler Willy Brandt zum ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen mit dem Vorsitzenden des Ministerrates und stellvertretenden DDR-Staatsratsvorsitzenden Willi Stoph nach Erfurt. Er zeigte sich unter anderem am Fenster des Hotels Erfurter Hof, das gegenüber dem Hauptbahnhof liegt. Die Menge begrüßte ihn begeistert mit „Willy,-Willy“- und „Willy-Brandt-ans-Fenster!“-Rufen.

BRD

1989 kam es auch in Erfurt zu immer größeren Demonstrationen, die schließlich den sogenannten „politischen Umbruch“ einleiteten. 1991 stimmten 49 von 88 Abgeordneten des Landtages für Erfurt als Thüringer Landeshauptstadt. Im Jahr 1994 erfolgte die Neugründung der Erfurter Universität; ebenfalls in diesem Jahr wurde das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen, das seit 1973 bestand, zum Bistum Erfurt erhoben.

Das Bild der Stadt hat sich in den Jahren seit der Teilwiedervereinigung deutlich verändert. Viele Gebäude der historischen Altstadt wurden saniert, an manchen Stellen entstanden Neubauten. An anderen Stellen wiederum verfallen allerdings erneut Häuser älteren Baujahres.

Personen

Verweise

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