Deutschland
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Deutschland ist das Land der Deutschen, das den Bereich der deutschen Sprache, das zusammenhängende Siedlungsgebiet der Deutschen in Mitteleuropa, umfaßt. Deutschland ist somit ein volkischer Begriff, der wie der Begriff deutsch eine Sprach- und Kulturgemeinschaft ausdrückt, und zu unterscheiden von den Begriffen Deutsches Reich und Bundesrepublik Deutschland.
In der deutschen Kunstdichtung taucht der Begriff deutsch zuerst im 11. und 12. Jahrhundert im mittelrheinischen Annolied als diutschiu lant und in der der Regensburger Kaiserchronik als diutisk lant auf. In den amtlichen Urkunden des Mittelalters wird der Begriff dann zur Abgrenzung der westfränkischen (heute Frankreich) und slawischen Gebiete benutzt. Bis zum 15. Jahrhundert war die Mehrzahlform »in deutschen Landen« gebräuchlich, mit der Entdeckung des deutschen Volksgeistes und der Schaffung der deutschen Hochsprache durch Martin Luther im 16. Jahrhundert setzte sich dann der Begriff der deutschen Nation durch.
Mit der italienischen Renaissance setzte sich die Vorstellung fest, daß nicht Berge und Flüsse die Länder trennen, sondern Sprache und Herrschaft. Über die Jahrhunderte mußten die Deutschen stets um einen einheitlichen Staat kämpfen, deutsche Sitte und Sprache reichten meist weiter als das Staatsgebiet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde Deutschland von den europäischen Mächten aufgeteilt, 1806 hörte das Heilige Römische Reich Deutscher Nation unter dem Druck des französischen Kaisers Napoleon ganz zu bestehen auf. Nach mißglückten Versuchen in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, das Reich neuzugründen, schuf Bismarck mit der Kleindeutschen Lösung unter Ausschluß Österreichs ein Zweites Deutsches Reich, das nach dem Ersten Weltkrieg wiederum zerstückelt wurde. Nach dem Versuch einer großdeutschen Einigung durch den Anschluß Österreichs (1938) und der Rückgewinnung der nach dem Ersten Weltkrieg abgetrennten Gebiete wurde Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum zerstückelt. Wesentliche Gebiete wurden durch fremde Staaten annektiert und die deutsche Bevölkerung vertrieben. In diesen abgetrennten deutschen Ostgebieten leben gegenwärtig nur noch wenige Volksdeutsche. Die Bundesrepublik Deutschland, als Teil der deutschen Kulturnation, hat als Staat diesen verlorenen deutschen Kulturraum aufgegeben. Kritiker halten diese Aufgabe für völkerrechtswidrig. So klagte erst im Jahre 2006 die Preußische Treuhand als Vertreterin der Vertriebenen gegen den Rechtsstatus der Vertreibung beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Deutsche Staaten und ihre Länder
[bearbeiten] Bundesrepublik Deutschland
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin
- Brandenburg
- Bremen
- Hamburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
[bearbeiten] Besetzte deutsche Gebiete
- Ostpreußen (derzeit unter polnischer, russischer und litauischer Verwaltung)
- Westpreußen (derzeit unter polnischer Verwaltung)
- Posen (derzeit unter polnischer Verwaltung)
- Pommern (derzeit unter polnischer Verwaltung)
- Schlesien (derzeit unter polnischer Verwaltung)
- Eupen-Malmedy (derzeit unter belgischer Verwaltung)
- Sudetengebiet (derzeit unter tschechischer Verwaltung)
[bearbeiten] Republik Österreich
[bearbeiten] Gebiete Deutschösterreichs
- Sudetengebiet (derzeit unter tschechischer Verwaltung)
- Provinz Deutschböhmen
- Teile der Provinz Oberösterreich
- Teile der Provinz Niederösterreich
- Provinz Sudetenland
- Teile der Provinz Steiermark
- Teile der Provinz Kärnten
- Südtirol (derzeit unter italienischer Verwaltung; autonom)
[bearbeiten] Deutschsprachige Gebiete
[bearbeiten] Elsaß-Lothringen
(teilweise deutschsprachig)
Die südlichen, zentralen und westlichen Teile Lothringens gehören von Alters her zum französischen, die nordöstlichen Teile Lothringens zum deutschen Sprachraum. Die französische Sprache, die der deutschlothringischen Bevölkerung im Nordosten Lothringens seinerzeit von Frankreich als Amts- und Schulsprache verordnet wurde, hat die deutsche Sprache (mittelfränkische Dialekte) mittlerweile weitestgehend verdrängt. In einigen (ländlichen) Gebieten werden allerdings noch – vorwiegend von der älteren Generation – die deutschen Mundarten (Lothringisch, Moselfränkisch und Rheinfränkisch) gesprochen.
[bearbeiten] Schweizerische Eidgenossenschaft
deutschsprachige oder teils deutschsprachige Kantone
- Aargau
- Appenzell Außerrhoden
- Appenzell Innerrhoden
- Basel-Land
- Basel-Stadt
- Kanton Bern
- Kanton Freiburg
- Kanton Glarus
- Graubünden
- Kanton Luzern
- Nidwalden
- Obwalden
- Kanton Schaffhausen
- Kanton Schwyz
- Kanton Solothurn
- Kanton St. Gallen
- Thurgau
- Kanton Uri
- Kanton Wallis
- Kanton Zug
- Kanton Zürich
[bearbeiten] Fürstentum Liechtenstein
Die Liechtensteiner sprechen alemannischen Dialekt des Oberdeutschen.
[bearbeiten] Großherzogtum Luxemburg
Die Landessprache Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“) ist eine mitteldeutsche-moselfränkische Mundart.
[bearbeiten] Niederlande
Niederländisch ist ein deutscher Dialekt, der sich verselbstständigt hat.
[bearbeiten] Flandern
Niederländische Region, die zu Belgien gehört
[bearbeiten] Siehe auch
[bearbeiten] Verweise
[bearbeiten] Literatur
- Rolf Schiebler: Zwischen Maas und Memel, Schwerpunkte deutscher Geschichte, Berg 1989
