Lemberg

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lemberg (Auswahlseite) aufgeführt.

Lemberg

Stadtwappen von Lemberg
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lemberger Woiwodschaft
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Einwohner: 725 000
Höhe: 296 m ü. NN
Lemberg befindet sich unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Ukraine vorübergehend besetzt.

Lemberg (ukrainisch: Львів L’viv, [lʲviu̯]; polnisch: Lwów, [lvuf]; russisch: Львов L'vov) ist eine polnische Stadt in Galizien, heute auf dem Staatsgebiet der Ukraine gelegen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1772 fiel die Stadt im Zuge der Ersten Teilung Polens an Österreich. Lemberg wurde Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien und viertgrößte Stadt im damaligen Österreich. Die Galizier besaßen die einheitliche österreichische Staatsbürgerschaft und waren mit polnischen und nach der Erweiterung des Wahlrechts auch ruthenischen Abgeordneten im Reichsrat in Wien vertreten.

Lemberg war Sitz des k.k. Statthalters (des Vertreters des Kaisers und seiner Regierung), des Sejms (Landesparlament), dreier Erzbischöfe (römisch-katholisch, griechisch-katholisch, armenisch-katholisch) und eines Oberrabbiners. In Lemberg befanden sich Konsulate von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Rußland und Dänemark. Die galizische Landeshauptstadt verfügte über eine Universität und ein Polytechnikum, beide mit polnischer Unterrichtssprache, vier polnische, ein deutsches und ein ruthenisches Gymnasium.

1900 waren etwa die Hälfte der Einwohner Polen, ein Viertel Juden und 30.000 Ruthenen (Ukrainer). Diese wurden allerdings von der polnischen Mehrheitsbevölkerung diskriminiert. 1908 töteten drei polnische k.k. Gendarmen einen ruthenischen Bauern, worauf der ukrainische Philosophiestudent Miroslaw Siczynski den Statthalter Graf Andrzej Potocki erschoß. Dies führte zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen polnischen und ruthenischen Studenten.

Juden in Lemberg[1]
Jahr Ges.-Bev. Juden Anteil
1857 55.800 22.586 40,5 %
1869 k. A. k. A. k. A.
1880 110.000 30.961 28,2 %
1890 128.000 36.130 28,2 %
1900 160.500 44.258 27,6 %
1910 206.500 57.387 27,8 %

Lemberg gehörte vor dem Ersten Weltkrieg, zusammen mit Krakau und der Festung Premissel, zu den größten Garnisonen der österreichisch-ungarischen Armee im Osten der Monarchie. Der Standort war Eckpfeiler zum Schutz der Grenze Rutheniens gegen das zaristische Russland.

Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde in Lemberg am 1. November 1918 die Westukrainische Republik gegründet, doch errang Polen nach teilweise heftigen Kämpfen mit Ukrainern die Herrschaft. Die Stadt wurde am 21./22. November 1918 von polnischen Truppen besetzt. Es folgten Ausschreitungen zwischen Polen, Ukrainern und Juden.

In den Jahren 1939 bis 1941 wurde Lemberg 1939 in die Ukrainische Sowjetrepublik eingegliedert. Wie überall in der UdSSR wurde auch Lemberg der Zwangskollektivierung unterzogen. 1941 wurde Lemberg durch den Rußlandfeldzug Teil des deutschen Generalgouvernements. Im Zuge der Lemberg-Sandomir-Operation kam die Stadt 1944 wieder unter sowjetische Herrschaft. Seit 1991 ist Lemberg Teil der unabhängigen Ukraine, doch gehen von Galizien immer wieder Autonomiebestrebungen aus, nicht zuletzt wegen der Geschichte Lembergs als Hauptstadt eines eigenen Königreiches.

Filmbeitrag

Eine alte Postkarte aus der Vorkriegszeit

Lemberg 1941: Vom sowjet-bolschewistischen NKWD ermordete Opfer:


Bekannte, in Lemberg geborene Personen

Siehe auch

Verweise

Filmbeitrag

Fußnoten

  1. Ergebnisse der Volkszählungen der K. K. Statistischen Central-Kommission u.a., in: Anson Rabinbach: The Migration of Galician Jews to Vienna. Austrian History Yearbook, Volume XI, Berghahn Books/Rice University Press, Houston 1975, S. 46/47 (Table III)
Meine Werkzeuge