Reichsehrenmal Tannenberg

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Luftbild des Reichsehrenmals Tannenberg
(aufgenommen vom Luftschiff LZ 127 Graf Zeppelin im Jahre 1932)

Das Tannenberg-Denkmal bzw. Tannenberg-Nationaldenkmal (ab 2. Oktober 1935 Reichsehrenmal Tannenberg) wurde von 1924 bis 1927 bei Hohenstein in Ostpreußen errichtet. Die eigentliche Gedenkstätte bestand aus der im Inneren des Denkmals unter einem Grabhügel mit hohem Kreuz befindlichen Ruhestätte für 20 unbekannte Soldaten. Diese waren durch zwei in Steinnischen gebettete Soldatenfiguren von Bernhard Bleeker versinnbildlicht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Generäle von Mackensen, Ludendorff, von Hindenburg und von Seeckt bei der Grundsteinlegung des Tannenberg-Denkmals

Das Denkmal erinnerte an die 1914 errungenen Siege gegen die ins deutsche Reichsgebiet eingedrungenen, an Zahl um das Doppelte überlegenen russischen Invasionstruppen, insbesondere an die Schlacht bei Tannenberg sowie die Schlacht an den Masurischen Seen. Diese Schlacht vom 6. bis 14. September 1914 war eine Schlacht zwischen deutschen und russischen Truppen in Ostpreußen im Ersten Weltkrieg. Sie endete mit dem Rückzug bzw. der Vernichtung der russischen Truppen.

Die Schlacht bei Tannenberg fand in der Gegend südlich von Allenstein in Ostpreußen vom 26. August bis 30. August 1914 zwischen den deutschen und russischen Armeen statt. Sie endete mit einem Sieg der deutschen Truppen unter Paul von Hindenburg und der Zerschlagung der nach Ostpreußen eingedrungenen russischen Kräfte.

Da der russische Angriff auf das Deutsche Reich in Ostpreußen somit gescheitert war, wurden die beiden siegreichen Schlachten als „Sieg von Tannenberg“ gefeiert und Paul von Hindenburg und dessen Stabschef Erich Ludendorff als Sieger zu Nationalhelden erhoben.

Denkmal

Beeindruckender Blick auf das Tannenberg-National-Denkmal

Der Entwurf dieses größten deutschen Ehrenmals stammte von den Berliner Architekten Walter Krüger und Johannes Krüger. In der Mitte der acht Außenseiten stand (verbunden durch die Ringmauer) jeweils ein 20 m hoher Turm aus roten Steinen. Diese Türme (entgegen dem Uhrzeigersinn von 1 bis 8 numeriert) bekamen verschiedene Funktionen zugewiesen:

  • 1. Eingangsturm
  • 2. Weltkriegsturm (diese Funktion hat der Turm aber nie besessen, in ihm stand bis zur Fertigstellung der Hindenburg-Gruft der Sarg des Generalfeldmarschalls von Hindenburg)
  • 3. Ostpreußenturm (dieser Turm diente als heimatkundliches Museum)
  • 4. Fahnenturm
  • 5. Hindenburgturm (in diesem Turm, der keine Zwischendecken besaß, befand sich eine 4 Meter hohe Hindenburg-Statue, geschaffen von Friedrich Bagdons, und später auch die Hindenburg-Gruft)
  • 6. Soldatenturm (mit Aussichtsplattform)
  • 7. Weiheturm
  • 8. Feldherrenturm

Der Schöpfer der beiden vor dem Gruftturm Wache haltenden steinernen Soldatengestalten war Paul Bronisch. Für die 14 Städtesteine, die die Wappen der im Ersten Weltkrieg zerstörten ostpreußischen Städte zeigten, wurde farbiger Granit verwendet. Zwischen dem Denkmal und dem Ort Hohenstein wurde ein 7,5 ha großer Denkmalpark angelegt.

Tannenberg-Plastik
von Christian Winter (Mai 1939)
Oberst Oskar von Hindenburg führt am 7. August 1934 seine Familie in den Ehrenhof der Weihestätte zur ehrenvollen Beisetzung seines Vaters, Paul von Hindenburg. Links außen Feldbischof Franz Dohrmann


Bildergalerie

Weihestätte und Kriegswirren

Nach seinem Tod am 2. August 1934 auf Gut Neudeck wurde von Hindenburg in einer spektakulären Feier im Denkmal der Tannenbergschlacht beigesetzt. Adolf Hitler, der sich zuvor vor der in Schwarz verschleierten Witwe verbeugt und ihre Hand geküßt hatte, rief am Ende seiner würdigenden Rede dem verstorbenen Reichspräsidenten zu: „Toter Feldherr, geh' nun ein in Walhall!“
Eingang zur Gruft im Hindenburgturm

Beisetzung des Generalfeldmarschalls von Hindenburg

Staatsakt für Generaloberst Günther Korten im Reichsehrenmal Tannenberg unter Anwesenheit von Reichsmarschall Hermann Göring am 3. August 1944. Auch der Staatsakt für General der Infanterie Rudolf Schmundt fand hier am 6. Oktober 1944 statt, allerdings war die Kriegslage zu unsicher, so daß er im Gegensatz zu Korten nicht mehr im Reichsehrenmal beigesetzt wurde. Kortens Sarg mit den sterblichen Überresten des deutschen Offiziers wurde vor den heranrückenden sowjet-bolschewistischen Horden in Sicherheit gebracht und im Januar 1945 auf den Friedhof Steglitz in Berlin umgebettet.

Die Verehrung des Oberbefehlshabers von Hindenburg als Held von Tannenberg, fand im Trauerakt für Hindenburg am 7. August 1934 im Tannenberg-Denkmal seinen würdigen Höhepunkt. Paul von Hindenburgs Sarg wurde nach den Trauerfeierlichkeiten vorläufig im 2. Turm aufbewahrt. In der Zwischenzeit erarbeiten Walter und Johannes Krüger die Pläne zur Umgestaltung des Denkmals zum Reichsehrenmal, in deren Zuge von Mitte 1934 bis Mitte 1935 die Hindenburggruft entstand. Dazu wurde vom Grabhügel der unbekannten Soldaten in der Hofmitte das Kreuz am Hindenburgturm angebracht, die Toten in die Seitenkammern der Gruft umgebettet und der Ehrenhof zweieinhalb Meter tiefergelegt. Am 2. Oktober 1935, dem Geburtstag des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, erfolgte dann schließlich die Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg, zusammen mit seiner 1921 verstorbenen Ehefrau Gertrud von Hindenburg in der neuen Gruft. An diesem Tage wurde das Denkmal offiziell vom Tannenberg-Nationaldenkmal zum Reichsehrenmal Tannenberg erhoben.

Sprengung 1945

Am 21. Januar 1945 wurde das Ehrenmal beim Vordringen sowjet-bolschewistischer Truppen auf deutsches Reichsgebiet von Kräften der 229. Infanteriedivision der Wehrmacht teilweise gesprengt, um es vor einer Schändung durch die Rote Armee zu bewahren. Die Särge von Hindenburg und seiner Frau wurden vorher aus der Gruft entnommen und über Königsberg in ein thüringisches Salzbergwerk in Sicherheit gebracht. Am 26. August 1946 wurden die Särge in die Nordturmkapelle der Elisabethkirche in Marburg überführt, wo sie sich bis zu ihrer Rückführung nach Ostpreußen befinden.

Bildergalerie

Polnische Zerstörungswut an deutschem Eigentum

„Das Ostpreußenblatt“ vom 15. November 1951, S. 10

Ende 1945 war das Ehrenmal noch weitgehend intakt, wie der bislang letzte Denkmalshauptmann von Tannenberg Fritz Leberecht Stubenrauch berichtete:[1]

Bislang vollständig zerstört wurde das Ehrenmal erst in den Jahren 1952/53 durch polnisches Militär.

Der ebenfalls an dieser Stelle im Jahre 1901 gestiftete, 10 Tonnen schwere Gedenkstein, der Jungingenstein, trägt den Namen des damals gefallenen Hochmeisters des Deutschen Ordens. Er erinnert an die im Jahre 1410 geführte Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) des Deutschen Ordens. Heute ist er noch vorhanden, allerdings wurde er nach 1945 durch Polen mit der Vorderseite nach unten gestürzt. Die deutsche Inschrift wurde herausgemeißelt.

Filmbeiträge

Beerdigungsfeierlichkeiten für Paul von Hindenburg im Tannenbergdenkmal
Privataufnahme aus den 1930er Jahren

Siehe auch

Literatur

  • Das Reichsehrenmal Tannenberg. In: „Zentralblatt der Bauverwaltung“. Heft 46. 1937. S. 1141–1156
  • Hans Kahns: Das Reichsehrenmal Tannenberg. 1937 (25 Abbildungen)
  • Gert Sailer: Das Ende des Tannenberg-Denkmals. Eine Dokumentation, Selbstverlag Karlsruhe 1989
  • Ernst Vogelsang: Von der Briefkopfvignette zum Truppenkennzeichen – Das Reichsehrenmal Tannenberg als Symbol einer Provinz. In: Udo Arnold (Hg.): Preußische Landesgeschichte – Festschrift für Bernhart Jähnig zum 60. Geburtstag. 2001
  • Alfred Postelmann: Der Hindenburgstein für das Reichsehrenmal in Tannenberg, 1936 (PDF-Datei, 10 MB)

Verweise

Fußnoten

  1. Das Ostpreußenblatt vom 15. November 1951, S. 10 (PDF-Datei)
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