Braunes Haus

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Das Braune Haus in den 1930er Jahren

Braunes Haus war die Bezeichnung für die Parteizentrale der NSDAP in der Brienner Straße Nr. 45 in München von 1930 bis 1945.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Plakette für Spenden für das Braune Haus
Bausteinkarte als Quittung für eine Spende für das Braune Haus

Eng verbunden mit der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung war die Entwicklung der Geschäftsräume der NSDAP. Als Anfang 1919 die Deutsche Arbeiterpartei gegründet wurde, traf man sich im „Fürstenfelder Hof“ in der Fürstenfelder Straße. Im ganzen waren es ihrer sechs, die dann zu ihren Besprechung in das weit über die heimatlichen Grenzen nun bekannte Sterneckerbräu im Tal 54 kamen.

Die geringen finanziellen Mittel gestatteten keinerlei Anschaffung, das nur weinige Pfennige betragende „Parteivermögen“ hatte man in einer Zigarettenkiste; von Schreibtischen, Regalen und so weiter war keine Spur vorhanden.

Adolf Hitler rief am 1. Januar 1920 die erste Parteigeschäftsstelle im Nebenzimmer des „Sterneckerbräu“ ins Leben. Das war natürlich insofern besonders praktisch, als man in den angegrenzten „Leiberzimmern“ zugleich ein ausgezeichnetes Versammlungslokal hatte. Die Geldmittel waren immer noch sehr beschränkt, aber unentwegt wurde in dem neuen Büro geschafft.

Man leistete sich sogar eine alte Schreibmaschine, auf der auch unzählige Einladungen zur Versammlung im „Sternecker“ geschrieben und dann selbst ausgetragen wurden. Mit klopfendem Herzen saß man immer an den Versammlungsabenden im „Sternecker“ und war freudig überrascht, als sich ein „Neuer“ einfand. Mit dem langsam Anwachsen der Partei wuchs auch der Schaffensdrang des damaligen Propagandisten und Versammlungredners Adolf Hitler, der schließlich den großen Sprung in die breite Öffentlichkeit wagte und durch ein Zeitungsinserat eine große Versammlung einberief, die einen überraschend guten Erfolg hatte.

In der Geschäftsstelle mehrten sich die Aufnahmeanträge, und als man Ende Januar 1921 die Mitgliederliste nachzählte, da hatte die inzwischen von der DAP in die NSDAP umgewandelte Bewegung rund 3.000 Mitglieder. Nachdem Adolf Hitler am 29. Juli 1921 zum ersten Vorsitzenden der NSDAP gewählt worden war, ernannte er am 1. August 1921 Parteigenossen Max Amann zum Geschäftsführer der Partei. Parteigenosse Amann hielt die alten Geschäftsräume im „Sternecker“ im Hinblick auf das ständige Anwachsen der Partei für nicht mehr ausreichend.

In der Corneliusstraße 12 fand er dann das passende, und am 1. November zog dort das inzwischen auf ein halbes Dutzend angewachsene Personal ein. Man hatte einen Schalterraum und einige Nebenräume, so daß wenigstens Platz genug war, um die erforderlichen Arbeiten durchführen zu können. Mit der neuen Geschäftsstelle schuf man auch eine zentrale Mitgliederkartothek, in der Tag für Tag Dutzende von neuen Mitgliedskarten eingereiht wurden. Als in der Nacht vom 8. zum 9. November 1923 die nationalsozialistische Erhebung durch Verrat niedergerungen wurde, mußten auch die Parteiräumlichkeiten an der Corneliusstraße geschlossen werden, das Inventar wurde beschlagnahmt und ging in Staatsbesitz über.

Der 27. Februar 1925 war der Neugründungstag der NSDAP. Ein Raum in Verlag Eher, Thierstraße 15, diente als behelfsmäßiges Geschäftszimmer, bis man im Hintergebäude des Anwesens Schellingstraße 50 im ersten Stock die notwendigen Zimmer gefunden hatte. Der 24. Juni 1925 war der Geburtstag der ersten Geschäftsstelle nach Wiedererichtung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Der Führer Adolf Hitler hatte Franz Xaver Schwarz als Reichsschatzmeister und Philipp Bouhler als Geschäftsführer eingesetzt, während Amann zum Direktor des Zentralverlages der Partei berufen wurde.

Nachdem die Mitgliederzahl der NSDAP 250.000 überschritten hatte, war die damalige Reichsgeschäftsstelle in München, Schellingstraße 50, längst zu klein geworden. Adolf Hitler war entschlossen, für die Reichsparteileitung ein geeignetes Heim zu erwerben, das nicht nur räumlich den notwendigen Voraussetzungen der damaligen Zeit entsprach, sondern auch ein der Größe der Bewegung entsprechendes würdiges Äußeres besaß.

Erwerb

Die NSDAP erwarb das Gebäude am 26. Mai 1930. Das zwischen Karolinenplatz und Königsplatz gelegene Haus, das 1828 im Biedermeierstil errichtet worden war, war 1877 in das Eigentum des englischen Industriellen Willy Barlow gelangt. Dessen Witwe verkaufte die Liegenschaft für 805.864 Goldmark an die NSDAP. Bis zur Übernahme durch die NSDAP war das Gebäude als „Palais Barlow“ oder „Adelspalais“ bekannt.

In der Ausgabe 125 des Völkischen Beobachters vom 28. Mai 1930 erließ Adolf Hitler einen Aufruf an alle Nationalsozialisten, in dem er die Gründe darlegte, die ihn bewogen, ein neues würdiges Parteiheim zu erwerben. Es heißt darin u. a.:

„Damit ist nunmehr der Augenblick gekommen, in dem an eine Erweiterung der Hauptgeschäftsstelle der Partei herangetreten werden muß. Die Parteileitung hat sich deshalb entschlossen, in München einen großen bestehenden Bau als Eigentum der Bewegung zu erwerben.“Adolf Hitler, „Völkischer Beobachter“, Nr. 125

Auf Antrag Adolf Hitlers hatte die Generalmitgliederversammmlung folgenden Beschluß gefaßt:

„Zum Erwerb und Bau des neuen Zentralparteiheims hat mit Ausnahme der SA und SS Mitglieder, die Mitglieder des Frauenordens, des Studentenbundes sowie der Arbeitslosen jeder Parteigenosse eine außerordentlichen Betrag zu leisten, dessen Mindesthöhte RM 2,– beträgt, dessen Grenze nach oben aber nach Ehre und Gewissen dem Vermögen des einzelnen Parteimitgliedes anheimgestellt bleibt, gez. Adolf Hitler.“

Gleichzeitig erließ Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz die Ausführungsbestimmungen über die Erhebung der Sonderumlage von RM 2, über die Ausgabe von Bausteinkarten für höhere Spenden und den Aufruf zur Zeichnung verzinslicher Darlehnen von RM 500 aufwärts. Das meiste Geld für den Kauf stammte von dem Industriellen Fritz Thyssen.

Am 5. Juli 1930 wurde die neue Reichsgeschäftststelle, die den Namen „Braunes Haus“ erhalten hatte, seiner Bestimmung übergeben. Bezeichnend ist, daß die im Hof und im Park, also auf parteieigenem Grund, vorgesehene schlichte Einweihungsfeier von dem damaligen Münchener Polizeipräsidenten Koch verboten wurde.

Einzug

Nach größeren Umbauarbeiten, mit denen der Münchner Architekt Paul Ludwig Troost beauftragt worden war und für die Adolf Hitler selbst die Entwürfe angefertigt hatte, wurde die gesamte Reichsleitung der NSDAP zu Beginn des Jahres 1931 dorthin verlegt.

Zerstörung

„Braunes Haus“ war die parteioffizielle Bezeichnung des Hauses. Es wurde 1945 am Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend zerstört und 1947 endgültig abgerissen. Das Grundstück blieb unbebaut.

„Dokumentationszentrum“

Gleich nach Kriegsende gab es erste Pläne, auf dem Gelände eine „Erinnerungstätte“ zu errichten. Das Grundstück wurde jedoch 1958 an die Bayerische Landesbank verkauft. Auch 1989 wurde die Idee für ein „Haus für Zeitgeschichte“ nicht weiterverfolgt. 2002 beschlossen die Stadt München und der Bayerische Landtag dann, ein „Dokumentationszentrum“ zu bauen.

Am 6. Dezember 2005 beschloß das bayerische Kabinett, auf dem Areal ein „Dokumentationszentrum“ zum Thema Nationalsozialismus zu errichten. Die Grundsteinlegung sollte 2008 erfolgen. Doch erst 2009 gewann das Berliner Architekturbüro Georg Scheel Wetzel den Wettbewerb um das Münchner NS-„Dokumentationszentrum“. Baubeginn soll nun erst im Frühjahr 2011 sein.

Die drei Architekten planen einen Würfel aus weißem Beton mit großen, schlanken Lamellenfenstern. Innen werden sich mehrere Räume über zwei Stockwerke erstrecken, die Besucher sollen Ausblicke auf die NS-Bauten der Umgebung haben. Das „Dokumentationszentrum“ neben dem Königsplatz soll ein „Lernort für die Zukunft“ werden.

Im März 2012 wurde der Grundstein für das 28,2 Millionen Euro teure zionistische Zentrum gegen den Nationalsozialismus gelegt.[1] 2014 wurde es auf den Tag genau siebzig Jahre nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen feriggestellt.[2] Die Einrichtung der Dauerausstellung wurde begonnen. Erst am 1. Mai 2015 wurde das NS-Dokumentationszentrum eröffnet.

Der NS-Gegner und emeritierte Professor der Politikwissenschaften Konrad Löw kritisiert an der fälschlicherweise „Dokumentationszentrum“ genannten Einrichtung die einseitige Darstellung der Verhältnisse in Deutschland während der Zeit des Dritten Reiches. So werden nur Aussagen von Personen wiedergegeben, die dem Wunschbild der Macher der Ausstellung entsprechen, aber keine Zeugenaussagen mit differenzierten gegenteiligen Erfahrungen, wie beispielsweise die des jüdischen Philologieprofessors Victor Klemperer.[2]

Bildergalerie

Literatur

Weltnetz

Fußnoten

  1. br.de, 9. März 2012: Oberbürgermeister Ude/SPD, Bayerns Kultusminister Spaenle/CSU und der Kulturstaatsminister der Bundesregierung, Neumann/CDU, werden zur Grundsteinlegung auf dem ehemaligen Gelände der NSDAP-Parteizentrale am Königsplatz erwartet. Das 28,2 Millionen Euro teure Zentrum soll 2014 eröffnet werden. Pro Jahr werden 250.000 Besucher erwartet. Der 92jährige Holocaust-Überlebende Max Mannheimer bezeichnete das Zentrum als eine späte Genugtuung.
  2. 2,0 2,1 Konrad Löw, Junge Freiheit, 24/15, S. 20
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