Creveld, Martin van
Martin Levi van Creveld (
5. März 1946 in Rotterdam) ist ein Jude aus Israel. Er betätigt sich als Militärhistoriker und -theoretiker.
Inhaltsverzeichnis
Wirken und Positionen
Bekanntheitsgrad
In der BRD ist van Creveld vor allem bekannt geworden durch Veröffentlichungen über die deutsche Wehrmacht, deren Kampfkraft und innere Geschlossenheit er im Vergleich zu den anderen Streitkräften des Zweiten Weltkrieges als überlegen einstuft.[1] Hier finden seine Thesen auch Anklang in rechtskonservativen Medien wie der Zeitschrift „Sezession“ und der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, die er auch öffentlich politisch unterstützt.
Van Creveld ist gleichfalls bekannt durch seine Bücher „Frauen und Krieg“ und „Das bevorzugte Geschlecht“. Der Journalist und Schriftsteller Arne Hoffmann hält van Crevelds „Das bevorzugte Geschlecht“ für ein Grundlagenwerk für die Männerbewegung im Kampf gegen die von ihm angenommene systematische Diskriminierung von Männern.[2]
Kritik der US-amerikanischen Iran-Politik
Ebenso kritisiert van Creveld das Verhalten der US-Regierung gegenüber dem Iran. Dessen Bestrebungen zu atomarer Aufrüstung stellten keine ernsthafte Bedrohung für die Welt dar, vielmehr seien diese Reaktion auf die massenhafte Präsenz amerikanischer Truppen im direkten Umfeld des Irans. Weiterhin warnt er vor den fatalen Auswirkungen, die ein Krieg gegen den Iran haben würde. Hinter dahin gehenden Absichten vermutet er zum einen den Grundsatz der USA, jede andere Macht am Erwerb von Atomwaffen zu hindern, zum anderen das israelische Kalkül, Unterstützung aus dem Ausland zu bekommen:
- „Offensichtlich geht es darum, von Ländern wie Deutschland oder den USA Geld und Waffen zu bekommen. Dieses Spielchen spielen die Zionisten nun schon seit hundert Jahren – und zwar mit großem Erfolg.“[3]
Ablehnung der Verweiblichung moderner Armeen
Van Creveld ist ein entschiedener Gegner des Einsatzes von Frauen in modernen Armeen. Er sagt, dass hierdurch sexuelle Übergriffe vorprogrammiert seien. Er merkte an, dass die wachsende Anwesenheit von Frauen in einer Armee sowohl Symptom als auch Ursache für deren Niedergang sei. Außerdem bemängelte er, dass das Leben einer Frau offenbar höher als das eines Mannes geschätzt werde. Insofern könne nicht von einer Benachteiligung von Frauen, sondern es müsse vielmehr von einer pauschalen Benachteiligung von Männern die Rede sein.[4]
Zitate
- „Wir besitzen mehrere Hunderte von Atomsprengköpfen und Raketen und können sie auf Ziele in allen Richtungen werfen, vielleicht selbst auf Rom. Die meisten europäischen Städte sind durch unsere Luftwaffe erreichbar. [...] Unsere Streitkräfte sind jedoch nicht die dreizehntstärkste der Welt, sondern eher die zweit- oder drittstärkste. Wir haben die Möglichkeit, die Welt mit uns zusammen untergehen zu lassen. Und ich kann Ihnen versprechen, daß dies auch geschieht, bevor Israel untergeht.“ — Martin van Creveld im Jahre 2003[5]
- „Ich erinnere mich noch gut an eine US-Militärparty, die ich vor Jahren hier in Israel besucht habe. Jeder US-Soldat dort war Latino und hatte einen spanischen Namen.“ — Martin van Creveld[6]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Aufstieg und Untergang des Staates, Gerling-Akademie-Verlag, München 1999
- Frauen und Krieg, Gerling Akademie Verlag, München 2001
- Das bevorzugte Geschlecht, Gerling Akademie Verlag, München 2003
- The Transformation of War – The Most Radical Reinterpretation of Armed Conflict Since Clausewitz, Free Press, New York 1991
- Die Zukunft des Krieges – Wie wird Krieg geführt und warum?, Murmann, Hamburg 2004
- Kampfkraft – Militärische Organisation und Leistung der deutschen und amerikanischen Armee 1939–1945, Ares Verlag, Graz 2005
- Gesichter des Krieges – Der Wandel bewaffneter Konflikte von 1900 bis heute, Siedler, München 2008
- Kriegs-Kultur – Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte, Ares Verlag, Graz 2011
- Gleichheit – Das falsche Versprechen, Manuscriptum, Lüdinghausen/Berlin 2018