Deutscher Sonderweg

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Der deutsche Sonderweg ist eine nach dem Zweiten Weltkrieg in der BRD im Zuge der Umerziehung aufgekommene Theorie, die geschaffen wurde, um die Vergangenheitsbewältigung einfacher zu gestalten. Sie besagt, daß der preußische Militarismus maßgeblich zur Entstehung des Nationalsozialismus beigetragen habe und das Deutsche Kaiserreich das Bindeglied zwischen den beiden gewesen sei. Die Theorie negiert sämtliche positive Errungenschaften Preußens und läßt die Auflösung Preußens nach dem Krieg als richtig erscheinen.

Edgar Julius Jung betonte in seiner 1933 erschienenen Schrift „Sinndeutung der deutschen Revolution“, daß Deutschland sich seit dem Untergang des alten Reiches 1806 im Schlepptau des Westens, d. h. zunächst Englands und Frankreichs, befunden habe. Der Schwerpunkt Europas sei damals nach Westen verschoben worden. Im Ausgang des Weltkrieges, den er als Kampf zwischen den Ideen von 1789 und denen von 1914 betrachtet, sieht Jung dies bestätigt: Genf und Versailles seien Symbole des Sieges von 1789. Also gerade kein Sonderweg Deutschlands, sondern vielmehr eine Aufgabe des eigenen, bis 1806 verfolgten Weges.

Heimo Schwilk und Ulrich Schacht beschrieben das Paradoxon des „deutschen Sonderwegs“ 1994 mit Blick auf die Umwälzungen um 1989/1990 so: „Wir können zwar uns aus dem Weg gehen, aber nicht der Entscheidung. Insofern ist die Zeit deutscher Sonderwege tatsächlich vorbei, was bedeutet: den eigenen endlich wieder wagen zu können."[1]

Die Sonderweg-Theorie ist immer noch weit verbreitet heute, vor allem jedoch in der BRD selbst, wobei sie inzwischen schon etwas differenzierter betrachtet wird. Der Australier Christopher Clark, der zur Zeit als führender Preußen-Forscher gilt, bezeichnete diese Vorstellung zu recht als falsch und konstruiert, da das Preußentum mit dem Nationalsozialismus wenig zu tun hatte; Clark nennt es sogar „gegensätzlich“. Er betonte vor allem, daß Preußen zwischen den beiden Weltkriegen ein „Bollwerk der Demokratie“ war.[2] Ebenso gibt es eine Widerlegung des Mythos durch den marxistischen Italiener Domenico Losurdo, der sich damit in seinem Buch „Die Deutschen. Sonderweg eines unverbesserlichen Volkes?“ auseinandergesetzt hat.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Blaue Narzisse: Der deutsche Sonderweg
  2. Spiegel Spezial Geschichte: Preußen, S. 156 bis 159