Jung, Edgar Julius

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel beschreibt den deutschen Althistoriker Julius Jung. Zum deutschen Arzt und SS-Hauptsturmführer siehe Julius Jung (1914).
Dr. jur. Edgar Julius Jung

Edgar Julius Jung (Lebensrune.png 6. März 1894 in Ludwigshafen; Todesrune.png 30. Juni oder 1. Juli 1934 in Berlin oder auch in einem Wald bei Oranienburg) war ein deutscher Burschenschafter, Freikorpskämpfer, Rechtsanwalt und Denker der Konservativen Revolution. Dr. Jung hatte enge Verbindung zum Freikorps „von Epp“, zum Bund Oberland und zur Organisation Consul. Ob er Mitglied war, steht nicht einwandfrei fest.

Er soll aufgrund seiner Beteiligung an einer Mordverschwörung gegen Adolf Hitler von den Nationalsozialisten im Zuge des Röhm-Putsches liquidiert worden sein. Die genauen Umstände sind bis heute ungeklärt.

In der derzeitigen Groß-BRD wird auch des öfteren im Sinne der politischen Korrektheit kolportiert, Jung sei auf direkte Anweisung des damaligen Reichskanzlers „ermordet“ worden, da dieser angeblich Halbjude gewesen sei. Jung schrieb die Marburger Rede für Franz von Papen.

Leben

Edgar Julius Jung wurde am 6. März 1894 in Ludwigshafen geboren, wo sein Vater damals an der Mädchenschule Oberlehrer war.[1] Jung studierte in den Jahren 1913 bis 1920 Rechtswissenschaft in Lausanne, Heidelberg und Würzburg. Im Ersten Weltkrieg diente er als Flieger und trat in das Freikorps Epp ein. Nach seinem Studienabschluß und der Promotion zum Dr. jur. ließ er sich 1922 als Anwalt in Zweibrücken nieder. Jung beteiligte sich am passiven Widerstand gegen die französische Pfalzbesetzung und gründete einen Kampfbund zur Abwehr der pfälzischen Separatisten.

Am 9. Januar 1924 soll er als Gründer des „Rheinisch-Pfälzischen Kampfbundes“ an der Ermordung eines deutschenfeindlichen pfälzischen Separatistenführers und dessen Gefolgschaft in Speyer beteiligt gewesen sein. Jung wurde bei einem heftigen Schußwechsel verwundet (Halsschuß), zwei seiner Männer starben dabei, darunter der junge Franz Hellinger. Aufgrund seiner Aktivitäten aus der Pfalz ausgewiesen, ließ sich Jung als Anwalt in München nieder und bewarb sich vergeblich um ein Reichstagsmandat bei der Deutschen Volkspartei (DVP).

Im Jahre 1928 erfolgte die Veröffentlichung der Schrift „Die Herrschaft der Minderwertigen. Ihr Zerfall und ihre Ablösung durch ein neues Reich“, die seine Entwicklung zu einem der Hauptvertreter der Konservativen Revolution markierte. Nachdem er die Politik Franz von Papens bereits seit geraumer Zeit publizistisch unterstützt hatte, wurde Jung erstmals als Verfasser von Reden des Reichskanzlers herangezogen. Er betätigte sich darüber hinaus aktiv an der Organisation eines Mordkomplotts gegen den gewählten Reichskanzler Adolf Hitler und versuchte, einen Staatsstreich durch die Reichswehr unternehmen zu lassen – bei 16 vorangegangenen Reichsregierungen allein während der Zeit der sogenannten Weimarer Republik und dem fragilen politischen Machtgleichgewicht bei Antritt des Reichskanzlers Hitler ein gewagtes Unterfangen. Jung war sich, als Theoretiker, der tatsächlichen Stärke der Feinde Deutschlands nicht bewußt, die auch sein eigenes Gesellschaftsmodell ebenso wie jedes andere, das Deutschland stark und unabhängig gemacht hätte, in einem verheerenden Krieg zu vernichten trachteten. Er forderte die Bildung einer neuen Elite, die allerdings nicht aus dem Volke selbst, sondern aus sich selbst heraus ihre Existenzberechtigung manifestieren sollte. Er lehnte den Nationalsozialismus, der vom Volk auf demokratischem Wege legitimiert worden war, ab und plädierte statt dessen für einen Staatsstreich der Eliten, über den Willen des Volkes hinweg. Jung lehnte die sogenannte Demokratie ab und favorisierte die Wiedereinführung der Monarchie mit ihrer bewährten pyramidalen Herrschaftsstruktur. Demzufolge stand er auch in Opposition zu Adolf Hitler, der eine Volksgemeinschaft als vorrangiges Ziel ansah.

Edgar Julius Jungs Schriften waren visionär und haben bis heute an ihrer Aktualität und Brisanz nichts verloren. Viele seiner Vorstellungen und Forderungen wurden paradoxerweise während der Zeit des Nationalsozialismus umgesetzt und verwirklicht. Im Zuge der Aufdeckung des geplanten Röhmputsches wurde Edgar Julius Jung verhaftet und gilt seitdem als vermißt.

Ungeklärter Tod

Die genauen Umstände von Jungs Ende sind nicht vollständig gesichert: Fritz Günther von Tschirschky gibt in seinen Memoiren an, Jung noch einmal kurz am 30. Juni im Keller des Gestapo-Hauptquartiers in der Prinz-Albrecht-Straße getroffen zu haben. Dem Historiker Seraphim zufolge wurde Jung dort noch am selben Tag im Zuge des Röhmputsches erschossen. Zahlreiche andere Quellen geben demgegenüber an, Jung sei ins Konzentrationslager Oranienburg überführt und dort, bzw. in „einem Wäldchen bei Oranienburg“, in der Nacht zum 1. Juli erschossen worden. Jungs Freund Edmund Forschbach zieht diese Angabe in seiner Biographie Jungs jedoch ausdrücklich in Zweifel.

Gern wird auch postuliert, daß der Auslöser für seinen bis heute ungeklärten Tod die Marburger Rede gewesen sei, was unsinnig ist. Franz von Papen, dessen Redeschreiber Edgar Julius Jung zeitweise gewesen war, wurde ja auch nicht „ermordet“, sondern verstarb friedlich erst im Jahre 1969. Vielmehr soll Jung führend bei einem geplanten Mordanschlag gegen das gewählte Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, beteiligt gewesen sein.

„Nach Hitlers Machtergreifung resignierte er zunächst, ließ sich dann aber von seinem Freund Herbert von Bose, der im Umfeld des Vizekanzlers von Papen auf einen von Hindenburg gedeckten Militärputsch hinarbeitete, für dessen Umsturzplan gewinnen, bei dem die Konflikte zwischen Hitler, der SA und der Reichswehr ausgenutzt werden sollten.“[2]

Dazu Forschbach:

„Ich nahm [...] den Reichstagssitz an. Wenn dies auch rückschauend als ein Fehler angesehen werden mag, bekenne ich doch, daß ich damals unter dem Einfluß einer so bedeutenden antihitlerischen Persönlichkeit gehandelt habe, wie Edgar J. Jung es war. Er wollte mit den gleichen Methoden, die Hitler zur Macht gebracht hatten, ihn aus der Macht herausbringen.“[3]
„Zwar erwog Jung schon lange ein Selbstmordkommando zur Ermordung Hitlers, gegenüber dem er eine tiefe Aversion hatte, entschied sich aber dennoch für den systemkonformen publizistischen Weg.“[4]

Eine wie auch immer geartete Beteiligung Jungs am Röhmputsch kann ausgeschlossen werden, da Jung zum nationalbolschewistischen Flügel der NSDAP keinerlei ideologische Verbindung besaß. Eine Beteiligung an einer zeitgleichen nationalkonservativen Verschwörung gegen Hitler wäre möglich, ist jedoch ebenfalls nicht in allen Einzelheiten nachweisbar. Fakt ist, daß Jung mit der von ihm verfaßten Rede, die wenige Wochen vor der Aufdeckung des Röhmputsches gehalten wurde, in ein politisches Wespennest gestochen hatte und die Möglichkeit des Auseinanderbrechens der fragilen Koalition zwischen Konservativen und der NSDAP bestand.

„Im Juni 1934 wollte Jung mit anderen rechten Intellektuellen und Politikern die Streitigkeiten zwischen SA und Reichswehr für einen eigenen Putschversuch nutzen und ein Militärregime aufbauen. Jung dachte einige Zeit sogar an die Tötung Hitlers. Mit der für Franz von Papen geschriebenen ‚Marburger Rede‘ (gehalten am 17. Juni 1934) wollte er den Widerstand gegen Hitler und die NSDAP beschleunigen.“

Anzunehmen ist, daß im Zuge der Säuberungen gegen die Mittäter des Röhm-Putsches Jung als entschiedener Gegner des sozialistischen Flügels der Nationalsozialisten vorsorglich und ohne Wissen Hitlers aus dem Weg geräumt wurde. Auch eine Ausnutzung der Situation durch die Sozialdemokraten, die in Jung ebenfalls einen erklärten Feind sahen, ist nicht auszuschließen. Wenige Jahre zuvor hatten Sozialdemokraten ihre politischen Gegner Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ebenfalls durch politischen Mord beseitigen lassen. Adolf Hitler jedenfalls erwähnt in seiner Rede vom 13. Juli 1934, in der er detailliert auf die Umstände des Röhmputsches eingeht, eine mögliche Beteiligung konservativer Kreise nicht. Statt dessen sagte Hitler:

„19 höhere SA-Führer, 31 SA-Führer und SA-Angehörige wurden erschossen. Ebenso drei SS-Führer als Mitbeteiligte am Komplott. 13 SA-Führer und Zivilpersonen, die bei der Verhaftung Widerstand versuchten, mußten dabei ihr Leben lassen. Drei weitere endeten durch Selbstmord. Fünf Nicht-SA-Angehörige aber Parteigenossen wurden wegen Beteiligung erschossen. Um zu verhindern, daß die politische Leidenschaft und Empörung an weiteren Belasteten zu Lynchjustiz gereifen konnte wurde, nachdem die Gefahr beseitigt und die Revolte als niedergebrochen gelten konnte, wurde noch am Sonntag dem 1. Juli der strengste Befehl gegeben jede weitere Vergeltung zu unterlassen.“

An anderer Stelle heißt es zu den Putschplänen aus konservativen Kreisen gegen die gewählte Regierung:

„Papens Mitarbeiter versuchten [...] die Opposition gegen die SA zu munitionieren. Die sich zuspitzende Krise sollte zum auslösenden Faktor für die Entlassung der Regierung Hitler und die Übernahme der Macht durch Konservative und Reichswehr werden. [...] Die Bemühungen, den Reichspräsidenten (...) zu gewinnen, scheiterten jedoch [...]. Dadurch wurde auch Hitler zumindest soweit ins Bild gesetzt, daß er die ihm von konservativer Seite drohende Gefahr erkannte und - offenbar erst danach - den geplanten Schlag gegen die SA-Führung auf den Papen-Kreis [...] ausdehnte.[5]

Die Klärung der Umstände des Verschwindens von Edgar Julius Jung ist bis heute (2014) nicht möglich, da die BRD-„Regierung“ die entsprechenden Akten noch immer unter Verschluß halten soll. Eine Ursache könnte darin begründet sein, daß der Röhm-Putsch nur eine Vorstufe zu einem im Hintergrund durch Kurt von Schleicher geplanten Militärputsch gewesen sein soll, bei dem auch Edgar Julius Jung eine Schlüsselrolle spielte. In seinem Buch „Widerstand im Dritten Reich“ führt Heinz Roth dazu aus:

„Auch der nächste Umsturzversuch sollte, – wie alle späteren – scheitern. Im Zusammenwirken zwischen Schleicher, dessen Kontakt zur ,Abwehr' auch unter Kapitän Patzig funktionierte, dem erwähnten ,Hammersteinkreis' und den ,Jungkonservativen' um Dr. Edgar Jung, beabsichtigte dieser, Adolf Hitler noch vor dem befürchteten Ableben Hindenburgs ,legal' aus dem Sattel zu heben. Als Höhepunkt des Unternehmens sollte am 1. Juli 1934 die Militärdiktatur ausgerufen werden. Schleicher hatte sich seit langem, mit wachsendem Erfolg, bemüht, durch Mittelsleute Röhm gegen Adolf Hitler auszuspielen. Adolf Hitler sollte zwischen den Forderungen des Stabchefs nach militärischer Macht und der sich dagegen zur Wehr setzenden Reichswehr zerrieben werden.“

Forschbach gibt in der Biographie Jungs jedoch an:

Spahn wußte offenbar von Gisevius, daß die Akten über die Vorgänge am 30. Juni, kurz nach Hindenburgs Tod, verbrannt worden waren. Er hatte daraufhin mit dem Reichsjustizminister Gürtner gesprochen.

Welchen Sinn eine solche Verbrennung jedoch nach dem zuvor erfolgten Wahlsieg der Nationalsozialisten überhaupt gehabt haben soll, ist ebenfalls bis heute (2012) ungeklärt. Erklären ließe sich eine solche Falschangabe von Gisevius aber mit der Tatsache, daß dieser zu den Anstiftern des Reichstagsbrandes gehörte, um damit einen Militärputsch in Deutschland auszulösen.“[6]

Schriften

Zitate

  • „Von der Möglichkeit der Niederlage einer guten Sache habe ich mich noch nie schrecken lassen.“

Über die Demokratie

  • „Die heutige Form der Demokratie ist deshalb zum Tode verurteilt, weil ihr die gesellschaftlichen Vorraussetzungen mangeln. Unsere illusionsfreudigen ‚Der-Mensch-ist-gut‘-Propheten erhoffen Wunder von der staatsbürgerlichen Erziehung. Sie glauben, daß die Verteilung von Millionen Exemplaren der deutschen Reichsverfassung, die doch für den normalen Menschen nichts ist als das Paragraphenprodukt juristischer Eklektiker, die politische Reife fördere. Es wäre gescheiter bei Gottfried Keller nachzulesen, was er die kluge Frau Marie Salander ihrem bildungsbegeisterten Gatten auf solche Vorschläge erwidern läßt. Aber unsere verstandesgläubigen entarteten Nachkömmlinge der ‚Aufklärung‘ meinen nach wie vor, daß mit dem 20. Lebensjahr sich der ‚Heilige Geist‘ der Politik pfingstmäßig über den wahlmündig Gewordenen ausgösse. Spätere, gläubige und realistische Zeiten werden einmal über den Aberglauben eines Jahrhunderts spotten, welches der Annahme huldigte, der Wille eines Volkes lasse sich durch die Abgabe von 40 Millionen Stimmzetteln errechnen und werden mit Hohn einer Epoche gedenken, in der diese 40 Millionen Stimmen gleich gewertet wurden. Gibt es etwas Komischeres als die Entrüstung unserer Zeitungen, die über den Spießbürger wettern, der am Wahltage lieber kegelt oder ins Grüne marschiert? Man lasse ihm sein Vergnügen, das unter Umständen für seine innere Überlegenheit über verlogene Einrichtungen zeugt.“ — Edgar Julius Jung: Sinndeutung der deutschen Revolution

Literatur

  • Edmund Forschbach: Edgar J. Jung – ein konservativer Revolutionär, Neske-Verlag Stuttgart, ISBN 978-3788502676
  • Sebastian Maaß: Die andere deutsche Revolution. Edgar Julius Jung und die metaphysischen Grundlagen der Konservativen Revolution, Regin-Verlag Kiel, ISBN 978-3-941247-20-8
  • Heinz Roth: Widerstand im Dritten Reich (1976) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 13/1953
  2. Denker der organischen Revolution, jungefreiheit.de 27/04 25. Juni 2004
  3. Der Spiegel, 18/1955
  4. Edgar Julius Jung – Vordenker eines neuen Staates (Blaue Narzisse)
  5. Dieter Marc Schneider: Johannes Schauff, S.66
  6. In seinem Buch Widerstand im Dritten Reich geht Heinz Roth von einem gezielten Verrat durch die „Abwehr“ unter Wilhelm Canaris aus. Der Brand sei zur Destabilisierung Deutschlands und der jungen nationalsozialistischen Regierung gelegt worden, um einen Militärputsch unter Kurt von Schleicher zu provozieren. Ausführender seien die Verräter Wolf-Heinrich von Helldorf und Hans Bernd Gisevius gewesen, wobei Van der Lubbe nur als Strohmann benutzt worden sei