Francke, August Hermann

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August Hermann Francke.jpg

August Hermann Francke ( * 22. März 1663 in Lübeck; † 8. Juni 1727 in Halle an der Saale) war ein deutscher evangelischer Theologe, Pädagoge und Kirchenlieddichter. Er war der Begründer der der Franckeschen Stiftungen in Halle.

Leben

Er wuchs in Gotha auf und besuchte die Universitäten Erfurt, Kiel und Leipzig, wo er schließlich 1685 promovierte und Vorlesungen hielt.

1686 gründete er als Magister das „Collegium philobiblicum“ in Leipzig, das den theologischen Nachwuchs für den von ihm vertretenen Pietismus gewinnen sollte. Nachdem ihm wegen seiner pietistischen Überzeugung die Lehrtätigkeit untersagt worden war, ging er 1691 als Professor der griechischen und hebräischen Sprache nach Halle. Francke übte neben seiner Professur das Pfarramt in der Hallenser Vorstadt Glaucha aus. Seine Sorge galt dort vor allem den verwaisten und verwahrlosten Kindern. Für sie gründete er eine Armenschule und das Waisenhaus. Außerdem gehen auch die Gründung des „Pädagogium“ und der Lateinschule auf sein Wirken zurück.

Dem Waisenhaus wurden bald eine Buchhandlung, ein Verlag, eine Druckerei, eine Apotheke, die Cansteinsche Bibelanstalt und die Ostindische Missionsgesellschaft angegliedert. Die religiöse Unterweisung, die Erziehung zu Gehorsam gegenüber Eltern und Lehrern sowie die Abwendung von materiellen weltlichen Gütern und Freuden standen im Vordergrund der Ausbildung. Kerntugenden pietistischer Gesinnung wie Liebe zur Arbeit, Dienst am Nächsten und Ehrlichkeit bestimmten das pädagogische Ziel Franckes.

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

Pastor und Professor zu Halle, echter Christ, obschon von den starren Dogmatikern seiner Zeit, zumal von Carpzov, verfolgt, groß durch die in seinem Charakter ausgeprägte seltene Verbindung von außerordentlichem Enthusiasmus mit dem klarsten, nüchternsten Verstande. Auf Gott und gute Menschen bauend, schuf er, mit Nichts beginnend, unter aufopfernder Mitwirkung seiner Freunde Neubauer und Elers das Waisenhaus, Pädagogium, die lateinische, Real-, Bürger- und Armenschule und, als nutzbringende Anstalten, eine Buchhandlung, Buchdruckerei und Apotheke. Die Francke'schen Stiftungen zu Halle bilden eine kleine Stadt für sich; im Hofe des Waisenhauses steht seit 1826 das eherne Standbild des werkthätigen Menschenfreundes.

Werke

  • „Ein Tractätlein von der Menschen-furcht und nützliche Lehren zur Pflanzung der wahren Furcht Gottes, in allen Ständen heilsam“ (Neuauflage 1818) (PDF-Datei)

Literatur

  • Armin Stein: „August Hermann Francke: Zeit- und Lebensbild aus der Periode des deutschen Pietismus“ (1885) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!