Weigel, Helene

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Helene Weigel (1900–1971)

Helene Weigel (Lebensrune.png 12. Mai 1900 in Wien; Todesrune.png 6. Mai 1971 in Berlin) war eine jüdische Schauspielerin und Theaterleiterin.

Werdegang

Helene Weigel kam 1900 in Wien als Tochter des aus Mähren zugezogenen Händlers (Prokurist) Siegfried Weigl (ohne „e“) und dessen jüdischer Frau Leopoldine, geborene Polak, zur Welt.[1] Mit 16 Jahren verließ sie das Lyzeum und entschloß sich zur Bühnenlaufbahn. Ihre schauspielerische Ausbildung erhielt sie in Wien. Nach kurzen Engagements an kleineren Bühnen ging sie 1918 nach Frankfurt/Main und von dort ans „Deutsche Theater“ zu Leopold Jessner und Max Reinhardt nach Berlin,[2] wo sie ihren Ruf als bedeutende Schauspielerin begründete. Sie trat auch in Arbeiterversammlungen und an der Berliner „Volksbühne“ auf. Dramaturgie studierte sie bei Max Reinhardt. 1923 begegnete sie ihrem späteren Ehemann, dem Schriftsteller Bertolt Brecht, den sie 1928 heiratete und dessen Frauengestalten häufig von Helene Weigel beeinflußt wurden. Sie hat seine großen „Frauen“rollen auch stets gespielt (bis 1933), u. a. in „Die Mutter“, „Die Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ und im Film „Kuhle Wampe“. 1933 reiste das Paar über Prag, Wien, Paris, Schweiz und Skandinavien in die VSA.[3]

1948 gründete das Paar in Ostberlin (DDR) das „Berliner Ensemble“, das Helene Weigel bis zu ihrem Tode (1971 in Ostberlin) leitete und das für die SED ein kulturelles Aushängeschild war.[1] In der Beileidsbekundung zu Stalins Tod, unterschrieben vom Ehepaar Brecht/ Weigel, hieß es 1953: „Wir Kunstschaffenden Deutschlands haben in Stalin unseren großen Lehrer verloren, den besten Freund unseres Volkes. Wir geloben, in unserer Arbeit die Lehren Stalins zu verwirklichen und ihm, dem Genius des Friedens, die Treue zu halten.“[1] Laut DDR-Theaterlexikon hat Helene Weigel „Höhepunkte der sozialistischen, realistischen Schauspielkunst“ gesetzt.[1]

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 David Korn: Wer ist wer im Judentum?, FZ-Verlag, ISBN 3-924309-63-9
  2. Ihrer Karriere als Schauspielerin standen nach 1918 die jüdischen Theatermogule Reinhardt und Jessner Pate. Dieser engagierte sie 1922 ans Berliner Staatstheater.
  3. Das Paar betrieb kommunistische Propaganda und ging 1933 ins Exil. Den Krieg überdauerten die beiden in Amerika.