Kalender

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Ein Kalender ist ein System zur Zeitmessung über längere Zeiträume. Das Wort „Kalender“ entstammt dem lateinischen Calendarium (Schuldbuch, Verbindlichkeit); dies ist ein Verzeichnis der calendae, der jeweils ersten, auszurufenden (calare „ausrufen“) Tage der Monate, an welchen Darlehen ausgezahlt und Darlehensrückführungen sowie Zinsforderungen fällig wurden.

Erläuterung

Alle historischen Kalender haben eine astronomische Grundlage, und beruhen auf den drei Zyklen der Erddrehung (Tage), der Mondbahn um die Erde (Monate) und der Erdbahn um die Sonne (Jahre). Diese drei astronomischen Zyklen lassen sich leicht ohne Hilfsmittel beobachten und wurden seit Urzeiten zur Datumsbestimmung verwendet. Ein langfristig angelegter Kalender gilt als Zeichen einer Hochkultur, während Naturvölker zwar oft auf den Jahresverlauf und die Mondphasen achten, diese aber nicht in ein System abstrahieren.

Ein Kalender, der Jahre und Monate vereint, heißt Lunisolarer Kalender. Die meisten antiken Kalender hatten diese Eigenschaft, und rein solare Kalender (wie der Julianische bzw. Gregorianische) oder rein lunare Kalender (wie der Islamische) sind Produkte späterer Kalenderreformen im Interesse der Vereinfachung.

Lunisolare Kalender und Kalenderreformen

Die Kalender aller antiker Kulturen waren lunisolar. Das beinhaltet den babylonischen, buddhistischen, hinduistischen, hebräischen, tibetischen, chinesischen, koreanischen, japanischen (bis 1873), vorislamisch arabischen (bis 622) und den Kalender der Römischen Republik (bis 45 v. d. Z.) sowie den gallischen Kalender von Coligny. Bei lunisolaren Kalendern handelt es sich grundsätzlich wie bei Mondkalendern üblich um zwölfmonatige Kalenderjahre. Zur Annäherung an das Sonnenjahr bedarf es in unregelmäßig Zeitabständen der Einfügung eines zusätzlichen Schaltmonats (Interkalation). Dieses Problem hat zu vereinfachenden Kalenderreformen geführt. So hatte Julius Caesar um 45 v. d. Z. mit Einführung des nach ihm benannten julianischen Kalenders den alten römischen Kalender ganz von den Mondphasen abgekoppelt. Fortan dienten die Julianischen „Monate“ nur noch der abstrakten Unterteilung des Sonnenjahres. Umgekehrt hat Mohammed 622 die Interkalation verboten, so daß das islamische „Jahr“ nur noch einer Gruppe von zwölf Mondmonaten entspricht ohne Zusammenhang mit dem solaren Jahr.

Die Gregorianische Kalenderreform von 1589 hat zusätzlich die Jahreslänge mit der Tageslänge in Einklang gebracht, durch die Einführung komplexerer Schalttag-Regeln. Dasselbe hatte bereits der Julianische Kalender versucht, mit einer effektiven Jahreslänge von 365.25 Tagen. Der Gregorianische Wert von 365.2425 näherte die tatsächliche Länge des tropischen Jahres von 365.24219 Tagen so genau an, daß für mehrere Jahrtausende keine weiteren Kalenderreformen nötig werden.
Eine absolute Jahreszählung wurde erstmals im Hellenismus (3. Jh. v. d. Z.) eingeführt, mit den Olympiaden (Vierjahreszyklen, gezählt ab 776 v. Chr) und z.B. im Römischen Reich (im 1. Jh. v. d. Z.) mit der Zählung ab der Gründung Roms (753 v. d. Z.).
Die um 525 eingeführte Zählung nach Christi Geburt (Anno Domini) hat sich in der Moderne weltweit durchgesetzt und wird auch in nichtchristlichen Kulturen verwendet.

Monatsnamen

Die einzelnen Monde bzw. Monate im Jahreslauf haben in vielen Kulturen eigene Namen.

Römische Monatsnamen

Die allgemein gültigen Monatsnamen stammen aus dem zehnmonatigen Kalender der Römischen Republik, erweitert aus dem zehnmonatigen Kalender durch Numa Pompilius (um 713 v. d. Z.):

  • Martius (nach Mars)
  • Aprilis (nach Apru = Venus)
  • Maius (wohl nach Maia, einer Fruchtbarkeitsgöttin)
  • Iunius (nach der Göttin Juno)
  • Quintilis („5.“), um 44 v. d. Z. nach Julius Caesar umbenannt
  • Sextilis („6.“), um 8 v. d. Z. nach Augustus umbenannt
  • September („7.“)
  • October („8.“)
  • November („9.“)
  • December („10.“)
  • Ianuarius (nach Janus, dem römischen Gott der Ein-, Aus- und Übergänge)
  • Februarius (nach februum, ein Reinigungsritual nach den Schlattagen)

Germanische Monatsnamen

Monat Altenglisch Altnordisch Althochdeutsch
Januar Æftera Jéola; Gēola Morsugr / Þorri Harti-mánód
Februar Solmōnaþ, Þorri / Gói Hornung
März Hrēþmōnaþ Gói / Ein-mánuðr Lenzin-mánód
April Ēastermōnaþ Ein-mánuðr Óstar-mánód
Mai Þrimilcemōnaþ Drímilki / Winni-mánód
Juni Ærra Líða; Sēremōnaþ Sól-mánuðr Bráh-mánód
Juli Æftera Líða, Mǣdmōnaþ Sól-mánuðr / Heyannir Hewi-mánōd
August Wēodmōnaþ Heyannir / Tví-mánuðr Aran-mánód
September Hāligmōnaþ Tví-mánuðr / Haust-mánuðr Witu-mánód, Herbist-mānōd
Oktober Winterfylleþ Windume-mánód
November Blōtmōnaþ Gor-mánuðr / Frer-mánuðr Wintar-mánód
Dezember Ærra Jéola, Gēolmōnaþ Frer-mánuðr / Morsugr, Jól

Island: Skammdegi („Kurztage“): Gormánuður, Ýlir , Mörsugur, Þorri, Góa, Einmánuður; Náttleysi („Nachtlose“): Harpa, Skerpla, Sólmánuður, Heyannir, Tvímánuður, Haustmánuður.

Wochentage

Die siebentägige Woche hat ihren Ursprung im siebentägigen Mondviertel (Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Halbmond). Sie ist bereits in den frühesten mesopotamischen Quellen nachweisbar und somit vorgeschichtlichen Ursprungs. Die Benennung der Wochentage nach den Planeten hat ihren Ursprung im hellenistischen Ägypten. Die Zuordnung von germanischen Götternamen in der interpretatio romana stammen schon aus der Zeit vor der Christianisierung Europas:

  • Sonne: dies Solis ahd. sunnûn dag, anord. sunnudagr (aus dem westgerm., daher nicht *sólardagr), aengl. sunnan-dæg; als der Tag der christl. Messe auch (nach griech. κυριακη) dies dominicus, ahd. frôntag "Tag des Herrn";
  • Mond: dies Lunae ahd. mânetag, anord. mâna-dagr, aengl. mônan-dæg;
  • Mars: dies Martis ahd. ziestag, anord. tŷs-dagr,, aengl. tivesdæg;
  • Merkur: dies Mercurii anord. ôdins-dagr , aengl. wôdenes-daeg; dagegen schon ahd. mittauuecha;
  • Jupiter: dies Jovis ahd. toniris tac, anord. þors-dagr, aengl. þunres-dæg
  • Venus: dies Veneris ahd. frīatag, anord. freyju-dagr, aengl. frige-dæg;
  • Saturn: dies Saturni aengl. sæternes-dæg; in vielen Sprachen aber beeinflusst von sabbati dies, daher wohl auch ahd. sambaztac.

Siehe auch

Literatur