Kautsky, Karl

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Karl Kautsky
Deckblatt des Erfurter Programms

Karl Kautsky (Lebensrune.png 16. Oktober 1854 in Prag; Todesrune.png 17. Oktober 1938 in Amsterdam) war ein sozialdemokratischer Politiker und jüdischer Publizist.

Werdegang

Karl Kautsky wurde 1854 als Sohn des jüdischen Theatermalers[1] Johann Kautsky und der Schauspielerin und Schriftstellerin Minna, geborene Jaich, in Prag geboren. 1875 ging er nach Wien und studierte dort an der Universität bis 1878 Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaft, er arbeitete zugleich als Schriftsteller und Kunstmaler. 1875 wurde Kautsky Mitglied der österreichischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP, → SPÖ). Zwischen 1880 und 1882 war er Mitarbeiter des Privatgelehrten Karl Höchberg in Zürich. Dort freundete er sich mit dem jüdischen Sozialdemokraten Eduard Bernstein an und begann, sich mit dem Marxismus zu beschäftigen. 1881 lernt er bei einer Reise nach London Karl Marx und Friedrich Engels kennen.

Von 1885 bis 1890 war Kautsky Privatsekretär von Friedrich Engels in London.[1] 1890 kehrte er nach Deutschland zurück, wurde SPD-Mitglied und lebte bis 1897 in Stuttgart. Kautsky war Mitverfasser des sozialdemokratischen Erfurter Programmes und galt als Chefideologe der Sozialdemokratie in Deutschland. Auf der Grundlage der marxistischen Theorie strebte jenes Parteiprogramm eine sozialistische Gesellschaft in Deutschland an. Nach dem Tode von Friedrich Engels wurde Kautsky der wichtigste und einflußreichste Theoretiker der SPD und stand an der Seite von August Bebel im damals marxistischen Zentrum der Partei. Kautsky war – im Rahmen seiner revolutionären Gesellschaftstheorien – ein entschiedener Eugeniker (das heißt, er verfocht Erbgesundheitslehre und Erbgesundheitspflege als allgemeine sittliche Aufgaben des Staates).[2]

1914 schrieb Kautsky das Buch „Rasse und Judentum“. Aus Opposition gegen die Burgfriedenpolitik der SPD-Führung gründete er 1917 die USPD, deren Chef er wurde.[1] 1918/19 wirkte er als Unterstaatssekretär im Reichsaußenministerium. Ihm oblag ab 1919 die Herausgabe der deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch. Bei dieser Gelegenheit wandelte sich Kautsky zum entschiedenen Widersacher der These von deutscher Haupt- oder gar Alleinschuld. 1923 fand er zur SPD zurück und verfaßte deren Heidelberger Programm mit.[1] 1924 ging Kautsky wieder zurück nach Wien. Nach dem Beitritt Österreichs zum Reich im März 1938 zog er nach Holland und lebte bis zu seinem Tod im Oktober des selben Jahres in Amsterdam. Sein Sohn ist Benedikt Kautsky.

Werke

  • Karl Marx's oekonomische Lehren“ (1887) (PDF-Datei)
  • Die neue Zeit“ (1894) (PDF-Datei)
  • Thomas More und seine Utopie“ (1888) (PDF-Datei)
  • Georgien, eine sozialdemokratische Bauernrepublik“ (1921) (PDF-Datei)
  • Die Agrarfrage.“ (1902) (PDF-Datei)
  • Der Einfluss der Volksvermehrung auf den Fortschritt der Gesellschaft“ (1880) (PDF-Datei)
  • Das Erfurter Programm: In seinem grundsätzlichen Theil“ (1908) (PDF-Datei)

Siehe auch

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  2. S. bei Michael Schwartz: Sozialistische Eugenik. Eugenische Sozialtechnologien in Debatten und Politik der deutschen Sozialdemokratie 1890-1933. — J.H.W. Dietz Nachf., Bonn 1995, ISBN 3-8012-4066-5