Pleyer, Kleo

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Hauptmann Professor Dr. phil. Kleo Pleyer

Kleophanes „Kleo“ Franz Pleyer (auch: Kleophas Franz; Lebensrune.png 19. November 1898 in Eisenhammer in Böhmen; Todesrune.png gefallen 26. März 1942 bei Staraja Russa) war ein deutscher Historiker, Schriftsteller und Offizier. Pleyer galt als einer der besten Redner der sudetendeutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Der Intellektuelle war verheiratet und hatte sieben Kinder.

Leben und Werk

Kleo Pleyer – Ein Kampf um das Reich von Prof. Dr. jur. Anton Ernstberger (1894–1966), „Historische Zeitschrift“, 1943

Kleophanes Franz oder Franz Kleophas Pleyer, der sich später stets nur Kleo Pleyer nannte, da er von den Geschwistern nur „Kleo“ gerufen wurde, wurde als das neunte Kind des Hammerschmieds, Heimatdichters und Waldgängers Josef Pleyer und seiner Gattin Barbara, geb. Löser (1857–1928) geboren. Das zehnte war der Dichter Wilhelm Pleyer. Ein weiterer Bruder, ]osef (Lebensrune.png 1889), lebte viele Jahre als Kaufmann in Prag und wurde dort im Mai 1945 zusammen mit Tausenden anderen Prag–Deutschen ermordet. Ein dritter Bruder, Anton, arbeitete zu Hause im elterlichen Betrieb. Ein fünfter Bruder (Ferdinand, „Ferdl”) „ging über das Meer”.

Erster Weltkrieg

Als siebzehnjähriger Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg (1916 eingezogen) wurde Kleo Pleyer verwundet und mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Er kam Ende 1917 von der Italienfront ins Lazarett nach Innsbruck. Den Zusammenbruch der Habsburger Monarchie erlebte er felddienstunfähig in einer Garnison in Ungarn. Als Folge von Erfrierungen behielt er zu Lebzeiten einen verstümmelten Fuß.

Nachkriegszeit

Das Wissen für das Abitur hat Pleyer, der auch Gedichte schrieb, sich als Autodidakt angeeignet und im September 1922 als Externist die Reifeprüfung am Altstädter Realgymnasium in Prag bestanden. Ab 1920 betätigte er sich als Jugendführer, Parteiredner, Gründer der Sudetendeutschen Tageszeitung und Propagandadichter in der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakei, für die er das Lied „Wir sind das Heer vom Hakenkreuz“ schrieb, mit dessen erster Strophe das 1927 gedruckte Parteiprogramm der NSDAP schloß.

Nationalsozialistische Betätigung trugen ihm in der Tschechoslowakei Untersuchungshaft und Hochverratsanklage ein. Als er 1923 in Prag einen Studentenstreik gegen den jüdischen Rektor Samuel Steinherz organisierte, wurde für ihn der Prager akademische Boden zu heiß, und er siedelte nach München um. Nach dem Marsch auf die Feldherrnhalle verwies ihn die bayerische Regierung des Landes, und er studierte dann in Tübingen Slawistik, Germanistik, Philosophie und Geschichte. Seine Promotion erfolgte 1925.

Im August 1930 referierte Pleyer vor dem Jugendbund Deutscher Kreis über den „bündischen Gedanken“ in der deutschen Geschichte und veranlaßte den Bund, sich politisch zu engagieren. Dazu wurde am 17. August 1930 die Bündische Reichschaft gegründet. Pleyer übernahm die Führung. Die Bündische Welt erschien ab Dezember 1930 mit dem Untertitel Monatsschrift der Bündischen Reichschaft. Zu dieser Zeit und bis 1934 bestand eine enges und aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken mit August Georg Kenstler und dessen Zeitschrift Blut und Boden.[1] Nach der Bildung der ersten Koalitionsregierung unter Adolf Hitler forderte Pleyer in der Zeitschrift "Die Bündischen" auf der ersten Seite der Februarnummer 1933 u. a.: "Kameraden! Arbeiter und Bauern! Das "Dritte Reich" ist da. [...] Wir fragen die neue Regierung, ob sie willens ist, folgende Aufgaben zu erfüllen. [...] 2. Verstaatlichung des großen Bank- und Industriekapitals. [...] 5. Aufsiedelung des Großgrundbesitzes. [...] 7. Planwirtschaftliche Zusammenfassung und Leitung der gesamten deutschen Wirtschaftskräfte. [...] 11. Aufbau einer Gesellschaftsverfassung, in der die bürgerliche Klassenherrschaft gebrochen ist." Da die dem Nationalbolschewismus nahestehende "Bündische Reichschaft" und ihre Zeitschrift sich der Gleichschaltung aktiv widersetzten, wurde die Zeitschrift 1933 auf 6 Monate verboten, ehe sie ihr Erscheinen einstellte.

Nach der Habilitation 1934 wurde Pleyer Lehrbeauftragter an der Universität Berlin. Pleyer gehörte ab 1935 beim Reichsinstitut für Geschichte des Neuen Deutschlands dem Beirat der „Forschungsabteilung Judenfrage“ an.

1937 wurde Pleyer als Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an die Universität Königsberg berufen und 1939 als Professor an die Universität Innsbruck. Sein Thema waren die „Kräfte des Grenzkampfes in Ostmitteleuropa“. In einer Monographie mit diesem Titel schrieb er: „Die entscheidende Grundkraft des Grenzkampfes war hüben wie drüben die biologische Mächtigkeit. Die elementarste Macht war die gebärende Frau.“ Pleyer trat 1940 der NSDAP bei.

Zweiter Weltkrieg

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges meldete er sich erneut freiwillig zum aktiven Wehrdienst.

Tod

Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz Erster und Zweiter Klasse ist er als Hauptmann und Kompaniechef bei einem Sturmangriff am Ilmensee gefallen. „Wer nicht gestürmt, hat nicht gelebt“, hatte Pleyer selbst geschrieben.[2]

Der Zeithistoriker Dr. Pleyer hat im Winter 1941/42 geschrieben:

„Die Stunde des Deutschen ist gekommen. Sein Ordnungsgedanke und die europäischen Erfordernisse fallen zusammen. [...] Die Zeit ist gekommen, da Europa sich als Gesamtheit in der Welt neu durchsetzen muß“.

Während seines letzten Fronturlaubs zur Jahreswende 1941/42 hatte er das Buch Volk im Felde verfaßt, das während des Krieges in sehr hohen Auflagen gedruckt und verbreitet wurde. „Das bisher beste Buch dieses Krieges.“[3] Im Herbst 1944 waren bereits 100.000 Exemplare verkauft. Das OKW begann, das erste Kapitel „Krieg und Kriegertum“ in 700.000 Sonderdrucken unter die Soldaten an allen Fronten zu verteilen.

In Königsberg wurde Hauptmann Dr. phil. Kleophanes Franz Pleyer 1944 posthum der Kant-Preis verliehen.

Zitat

  • „Die Besiedlung des Sudetenraumes ist das Heldenzeitalter der sudetendeutschen Geschichte. In der Ahnengalerie des Sudetendeutschtums sind nur wenige Männer mit leuchtender Rüstung und Uniform zu sehen, aber Millionen zerfurchter Gesichter, Millionen schwieliger Hände. Eine armselige Ahnenschaft, wie es scheint. Aber von diesen Gesichtern und Händen ging jahrhundertelang ein Leuchten aus, und man nannte dieses Leuchten den Glanz der böhmischen Krone [...]“

Auszeichnungen (Auszug)

Werke

  • Die Politik Nikolaus V. 1927. (Dissertation)
  • Jugend und Reich. 1928.
  • Die Landschaft im neuen Frankreich - Stammes- und Volksgruppenbewegung im Frankreich des 19. und 20. Jahrhunderts. 1935. Habil.
  • Die Kräfte des Grenzkampfes in Ostmitteleuropa - Rede am 7. Juli 1937 auf dem Deutschen Historikertag in Erfurt. 1937.
  • Stein und Stadion. In: Gesamtdeutsche Vergangenheit - Festgabe für Heinrich Ritter von Srbik zum 60. Geburtstag am 10. November 1938. 1938. S. 222-235.
  • Gezeiten der deutschen Geschichte. 1939.
  • Frankreich als Nationalitätenstaat. In: Deutschlands Erneuerung. 1941. S. 130-135.
  • Volk im Feld. 1943.
  • Großdeutsche Geschichtskunde. In: Reich und Reichsfeinde. 1943. Band 3. S. 125-142.
  • Sinn des Krieges. Schriftenreihe zur Truppenbetreuung. Heft 34. 1943.

Literatur

  • Frank, Walter: Kleo Pleyer - Ein Kampf um das Reich. In: Historische Zeitschrift (HZ). 1942. S. 507-553; auch in: Reich und Reichsfeinde. 1943, Band 3, S. 87-124.
  • Oberkofler, Gerhard: Ludwig Spiegel und Kleo Pleyer - Deutsche Misere in der Biografie zweier sudetendeutscher Intellektueller, 2012.
  • Hermann Weiß: Pleyer, Kleo. In: Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 1998, S. 352f.

Fußnoten

  1. Kleo Pleyer: Das bündische Aufgebot. Blut und Boden 2 (1930), S. 390-397
  2. Frank, Walter: Kleo Pleyer. Ein Kampf um das Reich. Historische Zeitschrift 166 (1942), S. 507-553
  3. Steinacker, Harold: Gedenkrede auf Kleo Pleyer. In: Volk und Geschichte. Brünn 1943, S. 541-556