Kriegsakademie

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Offiziere einer Kriegsschule oder Kriegsakademie beim beendeten Kriegsspiel in den Abendstunden (vermutlich im Offiziersheim resp. -cassino), ca. 1875-80

Kriegsakademie war in deutschsprachigen Ländern die Bezeichnung für die höchste militärische Lehreinrichtung oder militärische Hochschule, einer Generalstabsschule zur Ausbildung von Offizieren für den Generalstab (Generalstabsoffiziere), die Adjutantur und höhere Truppenkommandeure sowie zur Fortbildung von Offizieren, anfangs in Preußen (Preußische Armee) und in Bayern (Bayerische Armee) sowie später auch im kaiserlichen Deutschland und im Dritten Reich.

Führergehilfen-Ausbildung

Die Reichswehr umging 1920 das vom Versailler Vertrag festgelegte Verbot zum Unterhalt einer Kriegsakademie mit der Einrichtung einer sogenannten Führergehilfen-Ausbildung dezentral in den Wehrkreisen. Die Absolventen wurden dementsprechend Führerstabsoffizier statt der bisherigen Bezeichnung Offizier i. G. (im Generalstab), später kamen die „Reinhardt-Kurse“ hinzu.

Kriegsakademie der Wehrmacht

Anstelle der durch den Vertrag von Versailles verbotenen zentralen Ausbildungsstätte der Offiziere in Führungsstellen der Reichswehr trat eine dezentralisierte Form der Auswahl und Ausbildung der Führergehilfen in den sieben Wehrkreisen. Ab 1. Oktober 1933 wurde die Führergehilfenausbildung wieder als „Generalstabsausbildung“ bezeichnet (dienstlich schon jetzt als „Kriegsakademie“ bezeichnet), die Kriegsakademie trat schließlich am 15. Oktober 1935 wieder öffentlich in Erscheinung. Erster Direktor wurde General der Infanterie Curt Liebmann, der allerdings im Frühjahr 1939 aus dem aktiven Wehrdienst ausschied. Sein Nachfolger wurde am 1. Mai 1939 Generalmajor Eugen Müller. Unterrichtet wurde außer in den Hauptfächern Operationstaktik und Kriegsgeschichte auch in Spezialfächern und Sondergebieten wie Versorgung, Transport- und Kraftfahrwesen sowie über spezielle Waffengattungen und Fragen der Technik. Bei Kriegsausbruch wurde die Kriegsakademie geschlossen, am 1. März 1943 erneut geöffnet und nach Hirschberg verlegt. Am Kriegsende befand sie sich in Bad Kissingen.

Wehrmachtsakademie

Mit Beginn der beschleunigten Kriegsvorbereitung eröffnete die Wehrmacht 1935 die Kriegsakademien wieder, zunächst mit einer zweijährigen Ausbildung und einer Hörerzahl von 100 bis 150 Offizieren. Ab 1937 erfolgte zusätzlich die Vorbereitung dienstälterer Hauptleute in einem einjährigen Kurs auf die Generalstabslaufbahn. Die Ausbildung reichte bis zur Führungsebene Armeekorps. Über die Einsatzgrundsätze der Armeekorps als zeitweiligen operativen Großverband vermittelt sie einen allgemeinen Überblick. Im Mittelpunkt stand die militärfachliche Ausbildung, ergänzt durch spezielle Vorträge.

Generalstabslehrgänge

1939 stellte das OKW die Kriegsakademie die Ausbildung kriegsbedingt ein, doch bereits 1940 wurden Generalstabslehrgänge zunächst in Dresden (an der ehemaligen Kriegsschule), dann in Berlin eingerichtet. Während des Zweiten Weltkriegs fanden insgesamt 17 Generalstabslehrgänge mit jeweils etwa 60 Hörsaalteilnehmern statt. Sie dauerten zu Beginn acht Wochen, wurden aber dann auf sechs Monate verlängert. Im März 1943 erfolgte schließlich die Wiedereröffnung der Kriegsakademie, an die nahezu 200 Offiziere kommandiert wurden. Schwerpunkt war die Ausbildung von Generalstabsoffizieren für die Ebene Division.

Traditionsübernahme

Die Traditionen der Kriegsakademie übernahm die Führungsakademie der Bundeswehr.

Kriegsakademien

Siehe auch