Reuber, Kurt

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Der promovierte Theologe und Arzt Dr. med. lic. theol. Kurt Reuber

Kurt Reuber (Lebensrune.png 26. Mai 1906 in Kassel; Todesrune.png ermordet 20. Januar 1944 im Kriegsgefangenenlager Jelabuga) war ein deutscher Arzt, seit 1933 evangelischer Pfarrer (in Wichmannshausen im Kreis Eschwege) und Mitglied der Michaelsbruderschaft, seit Oktober 1939 Sanitätsoffizier der Wehrmacht, Feldprediger und bildender Künstler, der durch die Stalingradmadonna bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Nach dem Abitur 1926 studierte Reuber Theologie in Bethel, Tübingen und Marburg. Zu dieser Zeit besuchte er auch medizinische Vorlesungen und nahm Malunterricht. Im Jahre 1933 absolvierte er sein zweites theologisches Examen und wurde bei Friedrich Heiler in Marburg mit der Arbeit „Die Mystik in der Heiligungsfrömmigkeit der Gemeinschaftsbewegung“ zum Doktor der Theologie promoviert. An der Universität Göttingen promovierte er im Jahre 1938 mit der Arbeit „Die Ethik des heilenden Standes in den Ordnungen des hessischen Medizinalwesens von 1564 bis 1830“ zum Doktor der Medizin.

Wehrmacht

Im Oktober 1939 erhielt Reuber die Einberufung zur Wehrmacht und nahm ab November 1942 als Truppenarzt an der Schlacht von Stalingrad teil. Er operierte zwölf Stunden am Tag. Zwei Tage vor Schließung des Kessels kehrte er vom Heimaturlaub (im Oktober 1942) zurück, da war Ute, die jüngste Tochter des dreifachen Vaters, erst vier Jahre alt. Seit dem 23. November 1942 waren die deutschen Soldaten der 6. Armee unter Friedrich Paulus eingeschlossen. Die Versorgung aus der Luft war schlecht. Bei Temperaturen von 30 bis 40 Grad unter Null verloren viele der hungernden und frierenden Soldaten den Glauben an die versprochene Befreiung aus dem Kessel.

Stalingrad-Madonna

Weihnachten im Kessel von Stalingrad: Am 24. Dezember 1942 bereitete der Oberarzt Dr. med. lic. theol. Kurt Reuber seinen Kameraden im Kessel von Stalingrad eine eigenartige und eindrucksvolle, unvergeßliche Weihnachtsfreude, die ihnen zugleich zu einer starken Hilfe wurde – die Stalingradmadonna.

Dieses Bild einer Mutter, die im weiten Mantel ihr Kind birgt, hatte er unter vielen Mühen mit Kohle auf der Rückseite einer 95 mal 115 Zentimeter großen, sowjetischen Landkarte gezeichnet. Das Bild wurde bald die „Weihnachtsmadonna von Stalingrad“ genannt und ist unter diesem Namen bereits weithin bekannt worden. Das Bild ist aus dem Kessel herausgekommen.

Gefangenenmadonna

Genau ein Jahr nach seiner Stalingrad-Madonna zeichnete Kurt Reuber an Weihnachten 1943 dieses Bild im sowjetischen Gefangenenlager Jelabuga. Das Bild wurde 1946 von einem entlassenen Soldaten der Familie Reuber überbracht. Um das Bild herum schrieb er am 25. Dezember 1943 „an die deutsche Frau und Mutter“:

„So ganz am Ende, vor dem Nichts, im Bann des Todes – welch eine Umwertung der Werte hat sich in uns vollzogen! So wollen wir diese Wartezeit nützen als Familie, im Beruf, im Volk. Mitten auf unserem adventlichen Todesweg leuchtet schon das Freudenlicht der Weihnacht als Geburtsfest einer neuen Zeit, in der – wie hart es auch sein möge – wir uns des neugeschenkten Lebens würdig erweisen wollen.“

Tod

Oberarzt Dr. Kurt Reuber geriet im Januar 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und verstarb (nach offizieller Leseart an Fleckentyphus erkrankt und nach komatösen Zustand verstorben) bzw. wurde wie so viele ermordet entweder am 20. Januar 1944 oder am 21. April 1944, wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angibt. Er ruht auf der Kriegsgräberstätte Jelabuga.

Schicksal des Bildes

Das Bild überlebte wie durch ein Wunder. Mit der letzten Maschine, der es gelang den Kessel zu verlassen, überbrachte es ein schwer verwundeter Offizier (Kommandeur Grosse) der Familie in Wichmannshausen, ebenfalls sein Selbstbildnis und etwa 150 weitere Porträts. Dazu notierte er:

„Auf dem einen Bild ist Euer Vater, es gehört der Mutter. [...] Die Festungsmadonna gehört Euch allen.“

Bildergalerie

Weitere Zeichnungen

Literatur

  • Erich Wiegand: Kurt Reuber – Pfarrer, Arzt und Maler, Verlag Evangelischer Medienverband, Kassel 1998

Verweise

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