Messerschmitt Bf 110

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Messerschmitt Me 110.jpg

Die Messerschmitt Bf 110 (zuweilen fälschlicherweise als Me 110 bezeichnet) war ein zweimotoriger deutscher Zerstörer (schwerer Jäger) der Luftwaffe. Der meist verwendete Zusatz Bf resultiert aus dem Hersteller „Bayerische Flugzeugwerke“, die Teil der Messerschmitt AG war.

Entwicklung und Einsatz

Führerkanzel einer Bf 110, Innenansicht
Im Mai 1941 verläßt das Schlachtschiff „Bismarck“ Gotenhafen, Bf 110 dienen als Begleitschutz (Kunstdruck).

Der erste von drei Prototypen startete am 12. Mai 1936 zum Jungfernflug, und die Flugerprobung ergab eine Spitzengeschwindigkeit von 505 km/h. Als die vierte Vorserienmaschine im März 1938 fertiggestellt war, ging Messerschmitt zur Bf 110 B über, einer vor allem im Rumpfbug geänderten Version zum Einbau zweier 20-mm-Kanonen, die die vier Maschinengewehre der Bf 110 A-0 verstärken sollten.

Der neue Jäger bewies seine Qualitäten erstmals im Polenfeldzug und bewährte sich im Dezember 1939 als Bomberzerstörer, indem er bei einem Einsatz über der Helgoländer Bucht neun von 22 angreifenden englischen Terrorbombern vom Typ Vickers Wellington Bomber abschoß. Das Flugzeug wurde vorübergehend auch für Bomben- und Aufklärungseinsätze genutzt, fand aber ab dem Winter 1940/41 als Nachtjäger sein passendes Einsatzfeld. Bis zum Kriegsende war die Bf 110 neben der Ju 88 der Standardnachtjäger der deutschen Luftwaffe.

Rudolf Heß

Am 10. Mai 1941 flog Rudolf Heß mit einer Bf 110 nach Schottland, um mit dem Anführer – so glaubte er jedenfalls – der englischen Friedensbewegung, Douglas Douglas-Hamilton, 14. Herzog von Hamilton, über einen Frieden zu verhandeln. Dabei wurde er als Parlamentär völkerrechtswidrig verhaftet[1] und geriet somit in britische „Kriegsgefangenschaft“.

Gedicht zu Ehren der 110

Mädchen für alles
Zerstörer Messerschmitt Me 110.jpg
Bf 110 E von Ritterkreuzträger Oberleutnant Theodor Rossiwall
Bf 110 G-4/R3 von Oberleutnant Martin Drewes während der Nachtjagd bei der Reichsluftverteidigung im März 1944
Ein Stuka-Angriff wird geflogen
früh morgens schon am Lizabogen.
Bis dann die Bombe unten kracht,
die 110 darüber wacht.


Kaum ist die Staffel dann zurück,
folgt kurz darauf das zweite Stück.
Das Kapitol[2] ist sich nicht klar,
wie's Wetter heut in Murmansk war.


Wer's macht wird gar nicht erst gefragt,
die 110 wird hingejagt.
Das Wetter war beim Russen gut,
drum kriegt er einen auf den Hut.


Ju 88 starten schnelle,
als Schutz die 110 zur Stelle.
Der Luftkampf dort ist fast ein Spiel,
schon mancher Ruski runterfiel.


Im Tiefstflug weg, die Pulle rein,
denn gleich wird neuer Einsatz sein.
Kaum auf dem Liegeplatz zurück,
hört man von einem Mißgeschick.


Trotzdem die Bomben gut gelegen,
erreichte einen doch der Segen.
Er mußte nach dem Flak-Beschuß,
notwassern auf dem Kolafluß.


Niemand hat das nun gesehen,
und darum muß die 110,
zum Seenotflug nach Murmansk starten,
das Kapitol kann da nicht warten.


Und ist die Staffel dann zurück,
so sieht sie auf den ersten Blick,
das überm Platz die Bomber warten,
daß die 110 nach ihnen starten.


Nach Niwa fliegen He 111,
der 5. Einsatz mittags zwölf.
Um 14 Uhr schnell das Essen runter,
da wird die Henschel plötzlich munter.


Sie muß doch schnell mal vorne sehen,
was heute morgen dort geschehen.
Doch fliegen kann sie nicht allein,
die 110 muß bei ihr sein.


Ihr scharfes Auge hat erblickt,
daß alle Straßen voll gespickt.
Mit roten Panzern groß an Zahl,
drum bleibt nur noch die eine Wahl.


Die 110 wird umgegurtet,
mit P-Geschossen[3] hingespurtet.
So wird im Tiefflug dann erledigt,
was kurz vorher die Henschel predigt.


Muß eilig ein Kurier mal fort,
zu einem weit entlegenen Ort,
nichts andres kommt ihm in den Sinn,
„Die 110, die bringt mich hin!“


Die Bombe fällt und alles rennt,
die 109, die hat da noch gepennt.
Schon startet da die 110,
sie hat die Bomber längst gesehen.


Den Platzschutz macht sie nebenbei,
die Ruhe ist ihr einerlei.
Begleitschutz, Tiefangriff und Wetter,
schon mancher Mannschaft Lebensretter.


Ob Platzschutz oder ob Kuriere,
Besatzungen sind wir bloß noch viere.
Dies alles fliegt an einem Tage,
die 110 in jeder Lage.


Oberleutnant Max Franzisket, der als Jagdflieger über 20 Luftsiege und als Zerstörer die Vernichtung von unzähligen Panzern und anderem Feindgerät verbuchen konnte, schrieb dieses Gedicht zu Ehren seiner Messerschmitt Bf 110 C-4 während seines Dienstes bei der Zerstörerstaffel (13.) des Eismeer-Geschwaders.

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Art. 32 ff. HLKO
  2. Kapitol war wohl Fliegersprache und bedeutete wahrscheinlich die Leitstelle bzw. Leithorst des Geschwaders bzw. der Luftflotte.
  3. P-Geschosse = panzerbrechende Munition