Panzer

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Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Panzer (Auswahlseite) aufgeführt.

Ein Panzer ist ein zumeist rundum gepanzertes Kampffahrzeug der Panzertruppe, welches sich auf Ketten fortbewegt. Ursprünglich von den Engländern im Ersten Weltkrieg entwickelt, wurde die Waffe bei der Überführung in den Kriegseinsatz zur Tarnung als Wassertank deklariert. Daraus resultiert auch die spätere fälschliche und irreführende Bezeichnung Tank, die im Englischen im weiteren Sinne fortbesteht. Unterdessen werden die deutschen Panzer des Zweiten Weltkrieges auch im englischen Sprachraum oft als Panzer bezeichnet.

Unterschieden werden Kampfpanzer oder Panzerkampfwagen (die über zumindest einen drehbaren Turm verfügen), Schützenpanzer, Spähpanzer, Flakpanzer und Jagdpanzer bzw. Sturmgeschütze. Panzerspähwagen und leicht gepanzerte, oben offene Selbstfahrlafetten und Halbkettenfahrzeuge werden dagegen als Gepanzerte Fahrzeuge bezeichnet.

Auch im Ausland ist man sich einig: Der deutsche Kampfpanzer „Leopard 2A7“ von Krauss-Maffei Wegmann ist der beste der Welt (Stand: 2015).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Leonardo da Vincis Panzermodell

Vorgeschichte

Alle Entwürfe und Versuche, mobile und gepanzerte Fahrzeuge zu Kriegszwecken einzusetzen, unter anderem von Leonardo da Vinci, scheiterten an dem Problem des Antriebs. Muskelkraft von Menschen oder Tieren war dafür nicht geeignet. Erst die im 19. Jahrhundert entwickelte Dampfmaschine und der Verbrennungsmotor ermöglichten einen effizienten Antrieb. James Cowan war im Jahre 1855 der erste, der ein militärisches Fahrzeug mit Dampfmaschinenantrieb in Schildkrötenform vorschlug.

Schon um die Jahrhundertwende hatte der bei Škoda in Pilsen tätige Ingenieur Franz Klotz eine „Panzerglocke“ entwickelt und patentieren lassen. Auf einem Fahrgestell sollte die Panzerung vertikal beweglich aufgebaut werden. Wurde dieses Gefährt in ein Gefecht verwickelt, sollte die Panzerung auf Bodenniveau abgesenkt und der Feind mit Maschinengewehren bekämpft werden. Anschließend wurde die Panzerung wieder auf eine Höhe von etwa 30 Zentimeter über den Boden angehoben und die Fahrt fortgesetzt. Diese „Panzerglocke System Klotz“ fand aber keine Akzeptanz bei den Militärbehörden.

Der weltweit erste gepanzerte Wagen wurde in Österreich-Ungarn von Paul Daimler hergestellt. Die Firma Austro-Daimler in Wiener Neustadt entwickelte in dreijähriger geheimer Arbeit den ersten Radpanzer. Im März 1906 wurde dieses Fahrzeug im Rahmen einer vom Österreichischen Automobil-Club in den Räumlichkeiten der k. u. k.|k. u. k. Gartenbaugesellschaft in Wien organisierten Internationalen Automobilausstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und dann beim Herbstmanöver der Heeresführung im Einsatz präsentiert. Der Panzerspähwagen hatte einen Vierradantrieb mit Vollgummireifen und Geländeübersetzung, um auch Steilhänge überwinden zu können. Er war voll gepanzert und mit einer von Hand drehbaren Kuppel mit zwei Maschinengewehren ausgestattet. Zur Präsentation der Leistungsfähigkeit gehörte unter anderem auch eine Erkundungsfahrt. An nur einem Tag absolvierte der Radpanzer eine Strecke von etwa 160 Kilometern bei größtenteils schlechtem Straßenzustand. Nach dem Ende des Manövers in Teschen wollte Kaiser Franz Joseph I. das Fahrzeug selbst besichtigen. Nach eingehender Erklärung des Straßenpanzers sollte noch einmal die Leistungsfähigkeit des Wagens vorgeführt werden. Beim Starten des Motors scheuten infolge des ungewohnten Lärms die Pferde der Offiziere. In dem folgenden Durcheinander grantelte der Kaiser von einer unbrauchbaren Erfindung. Der unterschriftsreife Kaufvertrag wurde daraufhin zu den Akten gelegt. Nach langen Bemühungen erlangte die Firma Austro-Daimler vom Kriegsministerium endlich die Genehmigung, das Fahrzeug ins Ausland zu verkaufen. Erworben wurde es von Frankreich.

Burstyn-Motorgeschütz

1911 entwarf der österreichische Oberleutnant Günther Burstyn den Plan für ein Motorgeschütz, das die Eigenschaften eines modernen Kampfpanzers hatte: eine Panzerung, den Kettenantrieb und einen drehbaren Geschützturm. Der technisch ambitionierte Entwurf enthielt auch vier bewegliche Ausleger, um breitere Gräben passieren zu können. Burstyn legte seinen Plan dem Technischen Militärkomitee von Österreich-Ungarn vor, doch dieses stufte das Motorgeschütz als wertloses Phantasieprodukt ein. Alles, was davon blieb, war ein Patent. Im Deutschen Reich reagierte man ähnlich arrogant auf Burstyns Entwurf.

Die ersten Kettenfahrzeuge, die einen Nutzen hatten, waren die Traktoren der Firma Holt-Caterpillar. Eine simple Umlaufkette sorgte dafür, daß sich die rein zivilen Geräte auf unebenem oder schwierigen Boden besser bewegen konnten als die mit Reifen oder Speichenrädern bewehrten Fahrzeuge. An eine militärische Nutzung dachte hier etwa um die 1880er Jahre noch niemand. Doch 1912 legte der französische Ingenieur und Erfinder Lancelot de Mole dem französischen Kriegsministerium Pläne für ein gepanzertes Vollkettenfahrzeug vor. Zu dieser Zeit wurden die Pläne jedoch völlig ignoriert.

Erster Weltkrieg

Im Herbst 1914, als der Erste Weltkrieg sich an der französischen Front zu einem in festgefahrenen Fronten erstarrten Stellungskrieg entwickelte, wurden auf seiten der Alliierten erstmals Überlegungen angestellt, wie man mit Hilfe einer machtvollen motorisierten Waffe die erstarrten Fronten wieder in Bewegung setzen könnte.

Die ersten Panzer wurden im Ersten Weltkrieg ab September 1916 von den britischen Streitkräften eingesetzt. Sie waren einfach gepanzerte Fahrzeuge, die entweder mit MGs oder mit Kanonen bewaffnet waren. Das Rüstungsprojekt trug die bewußt irreführende Tarnbezeichnung Tank, mit dem der Bau von beweglichen Wasserbehältern vorgetäuscht werden sollte. Den ersten Panzerangriff führte die britische 4. Armee am 15. September 1916 mit mäßigem Erfolg in der Somme-Schlacht durch. Am 20. November 1917 griff die britische Armee mit der für damalige Verhältnisse gewaltigen Anzahl von 375 Tanks die deutschen Stellungen bei Cambrai an.

Die ersten Panzer erreichten im Feld geringe Geschwindigkeiten, so daß die eigene Infanterie folgen konnte. Ihr Nutzen bestand vor allem darin, daß sie der Infanterie einen Weg durch ausgedehnte Stacheldrahtverhaue bahnen konnten. Erst die schnelleren, als Kavalleriepanzer bezeichneten, Fahrzeuge wie der Whippet, konnten durch eine Lücke in der feindlichen Verteidigung durchbrechen und das Hinterland angreifen. Die Panzerung war gegen Geschütze, Handgranaten und Flammenwerfer anfällig. Tiefe Granattrichter und breite Gräben konnten bereits ein unüberwindbares Hindernis für die Panzer darstellen. Viele Panzer fielen wegen technischer Defekte aus. Richtungsweisend für die weitere Panzerentwicklung war dann der französische FT-17, der einen zentralen, drehbaren Geschützturm aufwies.

Die Oberste Heeresleitung war zuerst der Meinung, der Panzer sei allenfalls eine „Schockwaffe“, welche zwar in der Lage wäre, der eigenen Seite einen psychologischen Vorteil zu verschaffen, mit der jedoch auf Dauer keine durchschlagenden Erfolge zu erzielen wären. Diese Einschätzung stützte sich nicht zuletzt auf die Mängel der damaligen Panzer. Erst spät erkannte man den Wert der Panzerwaffe. Zu dieser Zeit mangelte es der deutschen Kriegswirtschaft an den nötigen Ressourcen. Vom deutschen Kampfwagen A7V wurden dementsprechend nur etwa 30 Exemplare produziert. Allerdings wurden viele der erbeuteten alliierten Panzer von der Deutschen Armee in eigenen Reihen wiederverwendet.

Zwischen den Weltkriegen

Zwischen den Weltkriegen experimentierten die Ingenieure in allen Ländern mit den unterschiedlichsten Konzepten an der Weiterentwicklung des Panzers. Häufig orientierten sich die Entwicklungen an den bisher bekannten Truppenarten: langsame Infanteriepanzer, schnelle Kavalleriepanzer, schwere Artilleriepanzer und übergroße „fahrende Festungen“ waren das Ergebnis dieser Überlegungen. Insbesondere Experimente mit Multiturmpanzern bewährten sich im Einsatz nicht, da die meist verschiedenartige Bewaffnung keinen Vorteil im Kampf verschaffte.

Schließlich setzte sich die noch heute übliche Form des Kampfpanzers mit einem Waffenturm durch. Zunehmend wurde die eigenständige Bedeutung der Waffe erkannt und zum Maßstab der Entwicklung. Die meisten Panzerkonstruktionen zwischen den Weltkriegen blieben bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Dienst und mußten dort erstmals ihre Funktionalität unter Beweis stellen. Die Folge war eine dann einsetzende rasante Fortentwicklung der Waffentechnik in diesem Bereich.

Zweiter Weltkrieg

Die Briten und Franzosen verloren Anfang der 1930er Jahre ihren technischen Vorsprung sowohl in der Panzertechnik wie auch in der Taktik. Dort betrachtete man den Panzer weiterhin in erster Linie als Unterstützungswaffe für die Infanterie. Offiziere, die für den massiven Einsatz dieses Waffensystems plädierten (z. B. der spätere französische Präsident Charles de Gaulle), konnten sich mit ihren Konzepten nicht durchsetzen.

Die Deutsche Wehrmacht setzte bei der Wiederbewaffnung in der Zeit des Nationalsozialismus konsequent auf den Panzer und setzte die Theorien des Generals Heinz Guderian um, welcher für den Einsatz von starken, von der Infanterie unabhängigen Panzerverbänden plädierte. In den ersten Jahren des Zweiten Weltkrieges konnten damit große Erfolge im sogenannten Blitzkrieg errungen werden, da die Gegner die taktischen und operativen Fähigkeiten des Panzers falsch eingeschätzt hatten. Die zunehmende Motorisierung der Bodenstreitkräfte brachte die Trennung von Kampfpanzer und Artilleriepanzer (z. B. Sturmgeschütz III) als neue Panzergattung hervor.

Um Soldaten und Material zu transportieren oder als Waffenträger zu dienen, wurden leicht gepanzerte, oben offene Ketten- und Halbkettenfahrzeuge wie deutsche Schützenpanzerwagen 250 und 251, britische Universal Carrier und amerikanische M2 und M3 entwickelt. Der Sowjetunion standen solche Fahrzeuge nicht zur Verfügung, deswegen wurde mit aufgesessener Infanterie auf Kampfpanzern improvisiert. Nach dem Krieg wurden Schützen- und Transportpanzer aus dieser Fahrzeuggattung entwickelt.

In den ersten Kriegsjahren entwickelte sich die Panzertechnik sehr schnell weiter. Mit dem Erscheinen neuer Panzer, vor allem des sowjetischen Kampfpanzers T-34 ab 1941, dem Artillerie-/Jagdpanzer SU-76 ab 1942 und der sich wandelnden Taktik der Gegner, die aus ihren Fehlern lernten, ging die deutsche operative Überlegenheit mehr und mehr verloren. Auch aufgrund der deutlichen zahlenmäßigen Unterlegenheit konnten selbst mit späteren technisch überlegenen deutschen Panzermodellen wie dem „Panther“ und „Tiger“ die deutschen Panzerstreitkräfte keine durchgreifenden Erfolge mehr erzielen. Die technische Entwicklung ging immer mehr in Richtung schwerer Bewaffnung und Panzerung. Begrenzend wirkte hier die mangelnde Verfügbarkeit entsprechend leistungsfähiger Motoren. Spezialisierte Panzertypen wie der Jagdpanzer wurden nun entwickelt.

Gegen Ende des Krieges konnten die Panzer der westlichen Alliierten zwar nicht mit den Leistungen deutscher Panzer mithalten, jedoch konnte man aufgrund der großen zahlenmäßigen Überlegenheit und der fast vollständigen Luftherrschaft auf eine andere Strategie setzen. Die Panzerbekämpfung wurde vornehmlich von Bodenkampfflugzeugen geführt. Die Panzer wurden zur Infanterieunterstützung eingesetzt. Der M4 Sherman war der meistgebaute und wohl universellste Kampfpanzer des Krieges, obwohl er in keinem Bereich hervorragende Leistungen zeigte. Einige der zahlreichen Versionen waren Schwimm- und Minenräumpanzer, die vor allem während der Invasion in der Normandie verwendet wurden. Der erste Minenräumpanzer war aber der britische „Matilda“ während des Afrikafeldzuges.

Heute

Bis heute bilden Kampfpanzer, die zu Zeiten des Kalten Krieges entwickelt wurden, das offensive Rückgrat jeder modernen Landstreitmacht, wenngleich ihr taktischer Wert durch die asymmetrische Kriegsführung abgenommen hat. Zunehmend setzen die Staaten aufgrund der veränderten Bedrohungslage auf luftbewegliche, leichtere Panzereinheiten oder Radpanzer, die viele Komponenten gemeinsam haben. So setzen vor allem die westlichen Streitkräfte auf die Modulbauweise, um Fahrzeuge je nach Aufgabe anzupassen (z. B. Neue Gepanzerte Plattform). Aber auch der Kampfpanzer wird für Gefechte in urbanem Umfeld optimiert. Ein Beispiel ist der in der Erprobung befindliche Leopard 2 PSO. Er verfügt neben einem optimierten Minenschutz auch über eine verbesserte Rundumsicht, Bewegungsmelder, die den toten Winkel im Nahbereich eindämmen sollen, sowie über eine aus dem Panzerinnenraum steuerbare Sekundärwaffe auf dem Turm.

Taktik

Panzertaktik im ersten Weltkrieg

A7V

Die Panzer des Ersten Weltkrieges wurden gebaut, um der Infanterie im Grabenkampf ausreichend Feuerschutz zu geben. Außerdem sollten sie feindliche Schützengräben überrollen können und so der nachfolgenden Infanterie den Weg freiräumen. Und so setzte man sie auch ein. Die Infanterie rückte sofort hinter den eigenen Panzern an und kämpfte die Reste der gegnerischen Truppen nieder. Natürlich bauten auch die deutschen Truppen Panzer, aber es kam nur äußerst selten zu richtigen Panzergefechten. Die Panzer wurden offensiv eingesetzt und drangen nie tief und schnell in Feindesland ein. Die Konstruktion der Panzer war dabei vor allem auf den Durchbruch schwerer Verteidigungsstellungen ausgelegt. So waren die Panzer dann auch oft mit mehreren Kanonen und MGs bewaffnet.

Deutsche Panzertaktik (1939–1945)

Panzer IV

Durch die Vorarbeit der deutschen Taktiker vor dem Zweiten Weltkrieg besaßen die deutschen Truppen eine Taktik, die der aller anderen Armeen weit voraus war. Die Offiziere erhielten die beste Ausbildung der Welt (jedes Besatzungsmitglied eines Panzers konnte sowohl als Fahrer, Funker, Richt- oder Ladeschütze eingesetzt werden) und sollten mit ihren Panzern eigenständige Operationen durchführen können. Die Panzer wurden von ihrer ursprünglichen Aufgabe der Infanterieunterstützung befreit und sollten noch vor der Infanterie den Weg freikämpfen. Man faßte sie in Panzerregimentern zusammen und bildeten zusammen mit Regimentern motorisierter Infanterie (später im Krieg Panzergrenadiere genannt und, soweit möglich, mit Schützenpanzerwagen ausgestattet), Artillerie-, Pak- und Flakabteilungen, deren Geschütze von Kfz gezogen wurden (später zunehmend auf Selbstfahrlafetten), Aufklärungsabteilungen mit Panzerspähwagen und Stab-, Nachrichten- und Nachschubeinheiten, eigene vollmotorisierte Panzerdivisionen. Der Großteil des Heeres war hingegen zu Fuß unterwegs, und die Mehrzahl aller Fahrzeuge und Geschütze wurde von Pferden gezogen, wie bei allen anderen Armeen Europas auch. Vor allem setzte man auf die Überraschung, die schnelle Panzerverbände auf ihrer Seite hatten. Der Funk in den deutschen Panzerwagen sicherte die perfekte Koordination der Angriffe und sorgte für große Flexibilität während des Angriffes. Zusätzlich wurden die Panzer durch Stukas (Sturzkampfflugzeuge) unterstützt, die die fehlende schwere Artillerie ersetzten und noch vor der Spitze der vorrückenden Panzertruppen gegnerische Panzer und Verteidigungsstellungen bombardierten und unter Feuer setzten. Gegnerische Abwehr wurde durch Artilleriebeschuß niedergehalten. Pioniere räumten Bunker, sprengten gegnerische schwere Verteidigungsstellungen, räumten Minen und sorgten für freie Wege für die Panzer. Dieser effektive und koordinierte Einsatz aller Truppenteile war eine durchschlagende Taktik – der „Blitzkrieg“.

Der Nachteil einer solchen Taktik waren die extremen Kosten. Hinzu kam, daß man trotz Einsatz auch der bedeutenden tschechischen Panzerindustrie zu einem großen Teil auf Pz I und Pz II zurückgreifen mußte, die zu leicht gepanzert und zu verwundbar waren, um an der Spitze eines Panzerkeils in gegnerische Verteidigungen zu rennen. Der Pzkw I mit seiner dünnen Panzerung und lediglich mit Mg bewaffnet war dabei überhaupt nur als Übungspanzer vorgesehen gewesen und nie für den Kriegseinsatz. Trotzdem gelangen der Deutschen Wehrmacht überwältigende Erfolge – diese lassen sich so nur durch den Kampfgeist und den ungeheuren Mut sowie das Vertrauen der deutschen Panzerbesatzungen in ihre überlegene Taktik und Führung erklären, an Zahl waren die deutschen Panzer von Anfang an unterlegen, außer anfangs lokal im Polenfeldzug.

Später ließ sich die Blitzkrieg-Taktik allerdings nicht mehr mit Erfolg anwenden. In Nordafrika fehlte es dazu an nötiger Ausrüstung, in Rußland wurde man durch verbissene Verteidigung und scheinbar nicht enden wollenden Nachschub der russischen Truppen zu einer Art Stellungskrieg gezwungen. Außerdem fehlte immer öfter die Luftüberlegenheit, die in einer Schlacht äußerst wichtig war – wenn man sie gewinnen wollte. Zudem besaß die Deutsche Wehrmacht nicht genug Material und Ausrüstung, um gegen die immer größer werdende materielle Überlegenheit der Alliierten anzurennen.

Durch das Fehlen jeglicher Luftüberlegenheit nach der Landung der Alliierten in der Normandie wurden die Panzer endgültig in eine neue Rolle gedrängt: als fahrbare Bunker. Bewegungen am Tage waren durch die absolute Luftherrschaft der alliierten Jagdbomber nahezu unmöglich. Panzer wurden in der Nacht in geeignete Verteidigungsstellungen gefahren und bis zur absoluten Unkenntlichkeit getarnt. Dort standen sie an manchen Stellen bis zu 14 Tage ohne Ablösung – die Besatzung durfte den Panzer während dieser Zeit nicht verlassen! Zwar fanden einzelne Vorstöße deutscher Panzer statt und es kam noch oft zu dynamischen Gefechten, doch an die stürmischen Angriffe der ersten Kriegsjahre war nicht mehr zu denken.

Moderne Panzertaktik

Leopard 2 A6

Panzer sind aus einem modernen Krieg nicht mehr wegzudenken. Sie sind die Vorhut der Truppe, können eine Vielzahl taktischer Aufgaben übernehmen und entscheiden oft über Sieg oder Niederlage. Panzer werden heute meist von Kampfhubschraubern unterstützt, die ihrerseits Panzerabwehrraketen auf gegnerische Ziele feuern können. Außerdem werden Panzer meist direkt von mobiler Artillerie unterstützt, die dicht hinter der Kampflinie auf die Zielvorgaben der Panzer wartet und dann sofort feuern kann. Auch wenn Raketen mehr und mehr die Funktion von Fernkampfwaffen übernehmen, sind die Geschütze immer noch die Hauptkampfwaffe und eignen sich für eine Vielzahl von Verwendungen. Die Motorisierung, die spätestens im Zweiten Weltkrieg begann, hat heute überall Einzug gehalten – keine militärische Einheit ist heute noch auf Pferde oder gar Fußmärsche angewiesen. Panzer sind heute schneller denn je, besser ausgerüstet und stärker gepanzert.

Panzerfahrzeug Typen

Noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg kategorisierten viele Armeen nach Gewicht in leichte, mittlere und schwere Panzer. Die Gewichtsklassen in den Armeen unterschieden sich und waren so nicht vergleichbar. Später ging man dazu über, die Panzer nach ihrem Einsatzzweck zu kategorisieren, wobei einige Kategorien nicht fortbestanden, wie z. B. Sturmgeschütze, schwere Panzer oder Infanteriepanzer. Außerdem ist eine Zuordnung manchmal schwierig, weil Panzer wiederholt modifiziert wurden oder in ursprünglich nicht vorgesehenen Funktionen erfolgreich waren. So könnte man das Sturmgeschütz III der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wahrscheinlich auch als Jagdpanzer kategorisieren, obwohl es als Artilleriepanzer konzipiert wurde.

Grundsätzlich lassen sich hier kämpfende Panzer und Unterstützungspanzer unterscheiden. Die Unterstützungspanzer haben die Mobilität und die Panzerung, aber die Bewaffnung besteht, wenn überhaupt, nur aus Maschinengewehren zur Selbstverteidigung.

Häufige Verwendungen sind bzw. waren:

  • Artilleriepanzer: Träger von Artilleriegeschützen wie Mörser oder Haubitze
  • Amphibienpanzer: speziell für Landeoperationen an Stränden entwickelte Panzerfahrzeuge, die sich gut über Wasser wie auch über Land bewegen können
  • Bergepanzer: meistens unbewaffnete Fahrzeuge mit Kränen und starken Winden zur Bergung beschädigter Panzer aus Bereichen, in denen mit Feindbeschuß gerechnet werden muß
  • Brückenlegepanzer: meist unbewaffnete Fahrzeuge, die es ermöglichen, Flüsse und Gräben unter Feindfeuer passierbar zu machen (z. B. „Biber“)
  • Flakpanzer: mit Flugabwehrgeschützen als Flugabwehrkanonenpanzer gegen Luftziele ausgestattet
  • Panzerbefehlswagen: mit zusätzlicher Kommunikationstechnik bestückte Fahrzeuge, meistens auf Basis eines Kampfpanzers
  • Infanteriepanzer: langsame Panzer mit einer auf den Erdkampf, zur direkten Unterstützung der Infanterie, ausgelegten Bewaffnung. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Rolle von Kampf-, Schützen- und Artilleriepanzern übernommen.
  • Jagdpanzer: auf die Bekämpfung anderer Panzer optimierte Panzer, meistens mit niedriger Silhouette (ohne Turm) und starker Kanone, auftreten während und nach dem Zweiten Weltkrieg (z. B. Jagdpanzer 38[t]). Seitdem wird die Rolle von leichten Panzerjäger-Fahrzeugen, Schützenpanzern sowie Kampfhubschraubern eingenommen.
  • Kampfpanzer: optimiert für ein breites Einsatzspektrum zur Unterstützung der Infanterie sowie die Bekämpfung anderer Panzer
  • Luftlandepanzer: leichte und kleine Fahrzeuge, mit entsprechend schwachem Schutz und Bewaffnung. Durch die kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht können diese luftverladen bzw. luftverlastet werden.
  • Minenräumpanzer: meist unbewaffnete Fahrzeuge zum Räumen von Landminen, oft Umrüstungen veralteter Kampfpanzer
  • Panzerwagen: Ein nur leicht gepanzertes Fahrzeug basierend auf Personenkraftwagen-Technik, gilt in der Regel nicht als Panzer
  • Pionierpanzer: meist unbewaffnete Fahrzeuge zum Ausführen von Planier- und Baggerarbeiten unter Feindfeuer. Sie dienen dem Räumen und Anlegen von Hindernissen und Deckungen.
  • Schützenpanzer: gut geschützter Panzer zum Transport einer Infanteriegruppe unmittelbar auf das Gefechtsfeld, meistens nur mit leichter Bewaffnung
  • Spähpanzer: schnelle, kleine nur leicht bewaffnete Fahrzeuge, heute meistens als Radpanzer ausgeführt
  • Transportpanzer: höchstens leicht bewaffnete Fahrzeuge mit Platz z. B. für Infanteristen, Verletzte oder Munition und einer Panzerung nur gegen Infanteriewaffen, heute meistens als Radpanzer ausgeführt

Deutsche Panzer (Auswahl)

Verweise

Literatur

  • Markus Pöhlmann: Der Panzer und die Mechanisierung des Krieges – Eine deutsche Geschichte 1890–1945, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2016, ISBN 978-3506783554
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