Reichssportfeld

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Das Reichssportfeld ist eine städtebauliche Anlage in Berlin, die zwischen Frühjahr 1934 und Juli 1936 nach Plänen des Architekten Werner March für die Spiele zur Feier der XI. Olympiade neuer Zeitrechnung errichtet wurde. Es war Austragungsort zahlreicher Wettkämpfe der Olympischen Spiele, und Teile der Anlage dienten den weiblichen Athleten als Unterkunft. Für die Männer war in Elstal, westlich von Berlin, ein eigenes Olympisches Dorf errichtet worden. Herzstück der Anlage ist das Olympiastadion.

Die Anlage wurde von der BRD in „Olympiapark“ umbenannt und wird heute für zahlreiche sportliche und sonstige Veranstaltungen genutzt. Es ist die größte städtebauliche Planung des nationalsozialistischen Deutschlands, die fertiggestellt wurde. Sie ist weitgehend im Originalzustand erhalten und war von den Erbauern als Gesamtkunstwerk aus Architektur und Städtebau, Bildhauerei und Gartenarchitektur gedacht.

Olympiastadion vom Maifeld aus gesehen

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

Die Dietrich-Eckart-Bühne, darüber die Langemarckhalle und das Berliner Olympistadion mit dem Maifeld

Bei der Errichtung des Reichssportfeldes wurden Sportanlagen und Gebäude in die neue Planung integriert, die bereits in der Zeit des Zweiten Reiches oder der Weimarer Republik errichtet worden waren. Für die Errichtung der Anlage mußte die Grunewald-Rennbahn, errichtet 1907 bis 1909 durch Otto March, beseitigt werden, und das Deutsche Stadion, ebenfalls von Otto March für die Olympischen Spiele von 1916 errichtet (ausgefallen wegen des Ersten Weltkrieges), wurde zum größten Teil abgerissen, der Rest in die Anlage des neuen Stadions einbezogen.

Vorgesehen war es insbesondere zur Abhaltung der Olympischen Spiele, jedoch wurde auf Nachhaltigkeit zur weiteren Nutzung beim Breiten- und Athletensport, der Lehrerausbildung und in der Sportmedizin (→ Reichsakademie für Leibesübungen) Wert gelegt.

Anlage und ihre Bauten

Das gesamte Reichssportfeld hatte ursprünglich eine Gesamtgröße von rund 132 ha. Nachdem in den 1970er Jahren die britische Besatzungsmacht in der südöstlichen Ecke Wohnungen für Familien der britischen Soldaten errichtet hatte, gingen rund 2 ha verloren, weshalb die Anlage heute noch etwa 130 ha mißt.

Die ganze Anlage ist streng axial ausgerichtet, weist viele Symmetrien auf und folgt damit den städtebaulichen Ideen und Prinzipien des Städtebaus im Deutschen Reich, aber auch im Ausland in den 1930er Jahren.

Die Hauptachse verläuft in Ost-West-Richtung, die Nebenachse in Nord-Süd-Richtung, beide kreuzen sich im Stadion. Eine weitere axiale Ausrichtung, dieses mal aber von Südwest nach Nordost, weist das Nordgelände auf, hier erfolgt die Orientierung an der Ausrichtung des Deutschen Sportforums aus den 1920er Jahren.

Olympiastadion

Hauptartikel Olympiastadion Berlin

Das Olympiastadion, im Schnittpunkt der beiden Hauptachsen gelegen, ist das wichtigste Gebäude im Reichssportfeld und war bei seiner Eröffnung am 1. August 1936 mit einer Kapazität von rund 100.000 Zuschauern (65.000 Sitzplätze, 35.000 Stehplätze) das größte Stadion der Welt.

Olympische Sommerspiele 1936

Bereits bei den Olympischen Spielen 1936 konnten die deutschen Athleten überwältigende Siege in der neuen Sportstätte erringen: 33 Gold-, 20 Silber- und 30 Bronzemedaillen. Mit 181 Punkten belegte die deutsche Mannschaft die erste Stelle in der Länderrangliste.

Bildergalerie

Literatur

  • Werner March: Bauwerk Reichssportfeld. Aufnahmen Charlotte Rohrbach, Deutscher Kunstverlag, Berlin 1936
  • Von der Plastik auf dem Reichssportfeld, In: „Baugilde“, Heft 32, 1936

Verweise

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