Samland

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Das Samland und seine Lage in Ostpreußen
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Die Samlandküste bei Palmnicken an der Westküste

Das Samland ist eine Ostpreußische Küstenlandschaft. Es befindet sich im derzeit russisch verwalteten mittleren Teil Ostpreußens. Im Süden wird das Samland vom Pregel begrenzt und im Osten vom Fluß Deime, der von Tapiau nach Labiau verläuft und ca. 4 km weiter in das Kurische Haff mündet. An der Ostsee wird das Samland vom Kurischen Haff und vom Frischen Haff begrenzt. Südlich des Samlandes befindet sich die deutsche Stadt Königsberg (Preußen), die Hauptstadt von Ostpreußen.

Bedeutend sind die bei dem Küstenort Palmnicken und an der gesamten Bernsteinküste vorhandenen Bernstein-Vorkommen, die im Tagebau gewonnen werden. Aus dieser Gegend kommen ca. 95% der weltweiten Bernsteinvorkommen. Wichtige Badeorte an der nördlich gelegenen Küste sind Cranz und Rauschen.

Geschichte und Kultur

Der Name Samland leitet sich vom prußischen Wort „zemmē“ für Erde ab. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Samland im 5. Jahrhundert v. Chr. bei Herodot, der es als Bernsteinland bezeichnete.

Die Landschaft war vor 2.000 Jahren von Prußen und stellenweise von Goten besiedelt. In seinem Werk „Germania“ schrieb Tacitus, daß die Ästier die östlichen Nachbarn der Goten im Weichseldelta gewesen seien. Um 200 vermischten sich die Gepiden des Samlandes mit den benachbarten baltischen Stämmen. Das Samland ist einer der alten prußischen Gaue. Im 13. Jahrhundert teilte Wilhelm von Modena, der Legat des Papstes, Preußen in vier Bistümer: Ermland (lateinisch: Warmia), Pomesanien, Samland und Culmer Land oder Kulmerland. Lange Zeit war das Samland eines der letzten Siedlungsgebiete der Prußen, später wurde es zum zentralen Landesteil Ostpreußens.

Das heidnische Hauptheiligtum der Prußen befand sich im westlichen Samland in der Nähe des damaligen Ortes Rummowe, der später Romehnen genannt wurde. Hier wurden ewige Feuer für den Donnergott Perkunas unterhalten. Es gibt zahlreiche Funde von Opfersteinen in dieser Gegend.

Archäologen hatten schon im 19. Jahrhundert südlich der Kurischen Nehrung bei Wiskiauten unweit Königsbergs eine große wikingerzeitliche Nekropole entdeckt. Die 500 Hügel- und Erdgräber sind etwa 1000 Jahre alt. Sie enthalten Waffen Schmuck und Kleidung, die deutlich skandinavischen Vorbildern folgen. Funde aus dem 10. bis 12. Jahrhundert deuten auf eine Siedlung in der Nähe des Kurischen Haffs hin, einem frühen Zentrum der Bernsteinindustrie mit guter Verbindung nach Skandinavien.

Das Bistum Samland hatte wichtigen Anteil an der Geschichte Preußens. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich der Seebädertourismus vor allem in Cranz und Rauschen. Im Jahre 1939 wurden die im Samland gelegenen Landkreise Fischhausen und Königsberg (Pr) zum Landkreis Samland zusammengefasst. Nach der völkerrechtswidrigen Vertreibung der deutschen Einwohner aus Ostpreußen fiel das Land in Agonie. Seit Mitte der 90er Jahre versuchen die derzeit dort hauptsächlich lebenden Russen und Weißrussen das deutsche Erbe zu pflegen und zu bewahren, so daß nach einer Rückgabe an Deutschland an die alten Traditionen wieder angeknüpft werden kann.

Literatur

  • Albert Zweck: Samland, Pregel- und Frischingthal. Eine Landes- und Volkskunde, 1902 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Samlandes. Mit zahlreichen Abbildungen, 1891 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Verweise