Schattenregierung in den VSA

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Der Begriff Schattenregierung in den USA, oder „Deep state“ übt Kritik am politischen und wirtschaftlichen „Establishment“ der Vereinigten Staaten von Amerika.

Erläuterung

Theodore Roosevelt, 26. Präsident der Vereinigten Staaten, sprach 1913 von einer unsichtbaren Regierung: „Hinter der angeblichen Regierung thront eine unsichtbare Regierung, die die Menschen nicht anerkennt, ihnen gegenüber nicht verpflichtet ist und keinerlei Verantwortung übernimmt. Diese unsichtbare Regierung zu zerstören, diese unheilige Allianz zwischen korrupten Unternehmen und korrupter Politik, ist die erste Aufgabe eines jeden Staatsmannes an diesem Tag.“

Machtelite

Der Begriff Machtelite geht auf Charles Wright Mills Studie The Power Elite (1956) zurück. In dieser untersuchte Mills die Eliten in den Vereinigten Staaten. Nach Mills setzt sich die Machtelite aus einem Machtdreieck (The Triangle of Power) aus elitären Zirkeln aus der Politik, dem Militär und der Wirtschaft zusammen. Mills kam zu der Erkenntnis, daß die einflussreichen Personen dieser Felder in der Regel eine Eliteuniversität besucht hatten (insbesondere Yale und Harvard), Mitglieder der gleichen exklusiven Klubs seien, und oft innerhalb ihres engen Kreises heirateten.

Banken

Thomas Jefferson, dritter Präsident der Vereinigten Staaten, warnte in einem Brief an John Taylor am 28. Mai 1816 vor der Gefährlichkeit von Banken: „Wenn das amerikanische Volk den Privatbanken jemals erlaubt, die Ausgabe ihrer Währung zu kontrollieren, zuerst durch Inflation, dann durch Deflation, werden die Banken und Konzerne, die dadurch erwachsen, die Menschen all ihres Eigentums berauben, bis ihre Kinder als Obdachlose auf dem Kontinent erwachen, den ihre Väter einst eroberten. Banken sind für unsere Freiheit gefährlicher, als stehende Armeen.“

Verwaltung

Der Politikwissenschaftler Michael J. Glennon sieht grundsätzlich die Verwaltung, sprich (dauerhaft beschäftigte) US-Regierungsbeamte der Militärbürokratie, im Vorteil gegenüber Geheimdiensten und den Sicherheitsbehörden, weniger demokratisch gewählte Volksvertreter, die oft nur eine kurze Amtszeit haben.[1] Im Falle von Mike Lofgrens The Deep State: The Fall of the Constitution and the Rise of a Shadow Government wird trotz des Titels einer verschwörungstheoretischen Deutung im Buch eines langjährigen Insiders widersprochen.[2] Lofgren verweist auf die dominierende Rolle von Fachbehörden und deren insbesondere im Sicherheitsbereich immer wichtiger werdenden privatwirtschaftlich organisierten Zuarbeiter. Ein ähnliches Bild zeichnet auch der kanadische Anglist und frühere Diplomat Peter Dale Scott in dem 2014 erschienen Buch The American Deep State.[3][4] Scott hatte bereits 1993 (vgl. Tiefenpolitik[5]) über miteinander verflochtene, der öffentlichen Kontrolle unzugängliche Strukturen innerhalb und außerhalb des Staatsapparates spekuliert, die Prozesse von historischer Tragweite in Gang setzen können.

Lofgren sieht sowohl den Aufstieg Donald Trumps und den zeitweisen Erfolg von Bernie Sanders bei der Präsidentschaftswahl 2016 als Zeichen gegen eine bei beiden dominierenden Parteien zentrale Rolle etablierter politischer wie finanzieller Eliten.[6]

Illuminaten

George Washington, erster Präsident der Vereinigten Staaten, schrieb in einem Brief vom 24. Oktober 1798, dass die Illuminaten die Menschen von ihrer Regierung trennen wollen: „Es war nicht meine Absicht daran zu zweifeln, daß sich die Lehren der Illuminaten und die Prinzipien des Jakobinismus nicht in den Vereinigten Staaten ausbreiten würden. Im Gegenteil, niemand ist von dieser Tatsache mehr überzeugt, als ich es bin. Der Gedanke, den ich vermitteln möchte, ist, daß ich nicht glaube, daß es die Freimaurerlogen in diesem Land waren, die die teuflischen Lehren der Erstgenannten, oder die verderblichen Gedanken der Letzteren propagieren. Diese Einzelpersonen sind von der Regierung unabhängig, was zu eindeutig ist, um es in Frage zu stellen.“

CIA

Autor David Talbot widmete sich publizistisch dem Wirken der CIA als Schattenregierung. Sein Augenmerk fiel auf Allen Dulles, der vielen US-Präsidenten diente. Nach der desaströsen Schweinebuchtoperation der CIA in Kuba entließ Kennedy Dulles als Chef der CIA, aber Dulles setzte seine Arbeit einfach wie gehabt fort. In Das Schachbrett des Teufels dokumentiert David Talbot, wie Dulles, nachdem er entlassen wurde, den Geheimdienst von seinem Haus in Washington aus noch immer führte. „Alle, die sich bisher über Verschwörungstheorien lustig gemacht haben, dürften ihre Meinung nach Lektüre dieses Buches ändern“, schrieb der Boston Globe.

Siehe auch

Literatur

  • Caroline Klima: Das Große Handbuch der Geheimgesellschaften. Freimaurer, Illuminaten und andere Bünde. Bei tosa im Verlag Carl Ueberreuter, Wien 2007, ISBN 978-3-85003-096-0
  • Gary Allen: Die Insider. Wohltäter oder Diktatoren? (Amerikanische Originalausgabe: None Dare Call It Conspiracy [1971]) Verlag für Angewandte Philosophie, Wiesbaden ²1974, ISBN 3-88027-700-1
  • Peter Blackwood: Das ABC der Insider. Ein Nachschlagewerk über die Arbeit, die Pläne und die Ziele der internationalen Absprachegremien und ihrer Mitglieder. Verlag Diagnosen, Leonberg 1992, ISBN 3-923864-05-1
  • Charles Wright Mills: The power elite, Oxford, University Press, 1964
  • Carroll Quigley: Tragedy and Hope. A History of the World in our Time, New York (Macmillan [u.a.]) 1966; dt. unter dem Titel: Das Anglo-Amerikanische Establishment. Die Geschichte einer geheimen Weltregierung, Kopp Verlag, Rottenburg am Neckar 2016, ISBN 978-3-864-45299-4
  • David Talbot: Das Schachbrett des Teufels. Die CIA, Allen Dulles und der Aufstieg Amerikas heimlicher Regierung (englische Originalausgabe: The Devil's Chessboard. Allen Dulles, the CIA, and the Rise of America's Secret Government [HarperCollins UK, 2016]), Westend Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-864-89149-6
  • Richard Melisch: Das Schweigen der glücklichen Sklaven. Die letzte Chance zum Ausstieg aus der Globalisierung, Hohenrain Verlag, ISBN 978-3-891-80090-4
  • Roland Baader: Kreide für den Wolf. Die tödliche Illusion vom besiegten Sozialismus. Tykve, Böblingen 1991, ISBN 3-925434-47-X
  • Manfred Kleine-Hartlage: Neue Weltordnung – Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie? Kaplaken, Bd. 30, Edition Antaios, Schnellroda 2011, ISBN 978-3-935-06364-7
  • Andreas von Rétyi: George Soros. Kopp Verlag, Rottenburg am Neckar 2016, ISBN 978-3-864-45276-5
  • Oliver Janich: Das Kapitalismus-Komplott. Die geheimen Zirkel der Macht und ihre Methoden. FinanzBuch-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89879-577-7 [erschien 2012 bereits in der 6. Auflage, erweitert um 14 „neue Artikel“], mehrere Darlegungsstränge des Buches, besonders aber das Kapitel: Die Neue Weltordnung, S. 270–272
  • Viktor Farkas: Schatten der Macht. Bedrohen geheime Langzeitpläne unsere Zukunft? Kopp-Verlag, Rottenburg am Neckar 2005, ISBN 3-930219-68-9
  • John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. Goldmann Verlag, München, 6. Auflage 2007 [Originalausgabe: Berrett-Koehler Publishers, Inc.; San Francisco 2004], ISBN 978-3-442-15424-1
  • Richard Melisch: Das Schweigen der glücklichen Sklaven – Die letzte Chance zum Ausstieg aus der Globalisierung. Hohenrain-Verlag, ISBN 978-3-89180-090-4
  • Torsten Mann: Weltoktober: Wer plant die sozialistische Weltregierung? Kopp Verlag, Rottenburg am Neckar 2007, ISBN 978-3-93851-640-9
  • Robert Anton Wilson: Das Lexikon der Verschwörungstheorien. Verschwörungen, Intrigen, Geheimbünde. Aus dem Amerikanischen von Gerhard Seyfried. Herausgegeben und bearbeitet von Mathias Bröckers. Piper Verlag, München 2004, ISBN 3-492-24024-0 [Amerikanische Originalausgabe: Everything is under Control. Conspiracies, Cults, and Cover-ups. HarperCollins Publishers, San Francisco 1998], S. 219–222

Fußnoten