Schlacht bei Lobositz

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Die Schlacht bei Lobositz oder Schlacht bei Lowositz fand am 1. Oktober 1756 zwischen der Preußischen Armee (die militärische Führung unterstand Generalfeldmarschall James „Jakob“ Francis Edward Keith) und der Kaiserlichen Armee statt. König Friedrich II. von Preußen besiegte dabei die „Kaiserlichen“ unter Feldmarschall Maximilian Ulysses Reichsgraf von Browne, der vergeblich versucht hatte, der bei Pirna eingeschlossenen kursächsischen Armee (→ Belagerung bei Pirna) zu entsetzen. Die Schlacht, aber vor allem der Fall der Festung Sonnenstein sowie die Kapitulation des kursächsischen Heeres gelten als Auslöser bzw. Anfang des Siebenjährigen Krieges.

Schlacht bei Lowositz.jpg

Geschichte

Hermann Granier: „Die Schlacht bei Lobositz“ ...
... Auszug
„Alle Versuche, zwischen den Königen von Preußen und Polen einen Frieden zustande zu bringen, waren vergebens. August forderte bald nach seiner Ankunft im Lager bei Pirna seine Truppen durch eine eindringliche Rede auf, sich mit ihm trotz der Macht des Feindes nach Böhmen durchzuschlagen. Man bewies ihm aber die Unmöglichkeit, diesen Entwurf auszuführen, worauf er sich mit seinen Prinzen und dem Minister nach der Festung Königstein begab.
Von hier aus sandte er eine neue Aufforderung an seine Armee, worin er sie bat, die Ehre ihres Königs zu retten und sich bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen. Die getreuen Sachsen waren auch bereit, sich für ihren König aufzuopfern; aber der Mangel herrschte in ihrem Lager bald so sehr, daß der für Menschen und Pferde bestimmte Unterhalt um ein Drittel vermindert werden mußte. Ihr Mut wuchs jedoch, als sie von der Annäherung der österreichischen Armee hörten, die damals, obwohl in zerstreuten Korps, schon über 70 000 Mann in Böhmen stark war.
Der Wiener Hof entfaltete eine außerordentliche Tätigkeit, den Krieg anzufangen. Ein großer Teil der Kavallerie in Böhmen war jedoch noch unberitten und erhielt die Pferde erst am Ende des August, im Lager bei Kolin, zu einer Zeit, da die Preußen sich schon im Königreiche befanden. Ja, man war noch so wenig zum Kriege vorbereitet, daß es sogar an Pferden fehlte, die Artillerie und Munition nach Böhmen zu schaffen. Theresia öffnete nun ihre Marställe und gab ihre eigenen Pferde her, um die Kanonen fortzubringen. Der österreichische und böhmische Adel wetteiferte, dies große Beispiel nachzuahmen. Man drängte sich von allen Seiten herbei, die Pferde zu liefern, und so wurde der Transport mit größter Geschwindigkeit erledigt.
Die kaiserlichen Truppen standen unter dem Kommando des Feldmarschalls Grafen Browne. Dieser hatte von seinem Hofe Befehl, alles zu wagen, um die Sachsen zu entsetzen. Friedrich mußte unter allen Umständen eine Vereinigung der Österreicher mit den Sachsen vermeiden, und er hatte bereits drei starke Korps unter Herzog Ferdinand von Braunschweig, Feldmarschall Keith und Feldmarschall Graf Schwerin nach Böhmen vorrücken lassen. Als er aber die Kunde erhielt, daß Browne in nördlicher Richtung abmarschiert sei, beschloß er, selbst nach Böhmen zu gehen. Er vereinigte sich dort mit den Truppen Keiths und des Herzogs Ferdinand von Braunschweig und rückte Browne entgegen.
Am 1. Oktober kam es bei Lowositz zur Schlacht. 28 000 Preußen standen 35 000 Kaiserlichen gegenüber. Die Preußen erstürmten nach einem furchtbaren Handgemenge mit Bajonett und Kolben den Ort Lowositz, und damit war die Schlacht zu ihren Gunsten entschieden. Die Österreicher gingen zurück. Die Verluste waren auf beiden Seiten nahezu gleich, rund 2850 Köpfe. In Wien ordnete man eine neuntägige Andacht für die Gefallenen an, wobei Witzbolde sagten: ‚Es ist ein Dankgebet, daß es uns noch erträglich gegangen ist.‘“[1]
Medaille „Sieg bey Lowositz“

Stärke

Die Sachsen kapitulieren gegenüber Friedrich dem Großen zwei Wochen nach der Schlacht am 17. Oktober 1756

Kaiserliche Armee

  • 33.354 bis 35.000 Mann
  • 94 Geschütze

Preußische Armee

  • 28.300 Mann
  • 98 Geschütze

Verluste

Kaiserliche Armee

  • 3.291 Verluste
    • 2.873 Gefallene und Verwundete
    • 418 Kriegsgefangene
  • 3 Geschütze
  • 2 Truppenfahnen

Preußische Armee

Bekannte Offiziere der Schlacht (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Johann Wilhelm von Archenholz: Aus dem Siebenjährigen Kriege, Kapitel 3, Erster Teil: 1756