Wunderlich, Paul

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Paul Wunderlich (* 10. März 1927 im brandenburgischen Eberswalde; † 6. Juni 2010 in Saint-Pierre-de-Vassols, Kanton Mormoiron, Provence) war ein deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer. Zentrale Themen seines Werks waren Eros und Tod.[1]

Leben

Herkunft

Paul Wunderlich wurde am 10. März 1927 in Eberswalde bei Berlin als Sohn von Horst Wunderlich, Offizier, und dessen Frau Gertrud geboren. Er hat eine Schwester Barbara.[2]

Ausbildung

Nach Schulbesuch, Kriegsdienst (1943-1945, u.a. Flakhelfer) und kurzer Kriegsgefangenschaft (1945) besuchte Paul Wunderlich eine Kunstschule in Eutin und studierte anschließend von 1947 bis 1951 an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste bei den Professoren Willi Titze und Willem Grimm.[3]

Wirken

Bereits 1951 wurde er mit der Leitung der Druckwerkstatt der Hochschule betraut und druckte u. a. für Oskar Kokoschka und Emil Nolde. 1960 gewann er den „Deutschen Kunstpreis der Jugend“. Mit dem Preisgeld konnte er sich einen Aufenthalt in Paris (1960-1963) finanzieren, wo er in der Werkstatt der Drucker Desjobert und Moarlot seinen Horizont erweiterte. In den Jahren 1963-1968 war er dann Professor für Malerei in Hamburg. 1968 verzichtete er auf eine Professur und die Beamtung und lebt seither als freier Künstler in Hamburg und Südfrankreich.[3]

Er lebte und arbeitete zuletzt in Hamburg und Saint-Pierre-de-Vassols (Provence, Südfrankreich), wo er nach kurzer schwerer Krankheit, an den Folgen eines Gehirnschlags, am 6. Juni 2010 starb.

Zitate

  • Auf die Frage „Kann der Mensch ohne Kunst leben?“ antwortete Paul Wunderlich einmal: „Ja, aber es lohnt sich kaum“. (Paul Wunderlich im Gespräch mit Stephan Richter)[4]

Werke

In Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen:

  • Portrait Jim Hughes, 1959 (Wkvz. 19), Öl aus Hartfaserplatte, 62 x 100 cm
  • Gehängte (zum 20. Juli '44), 1959/60 (Wkvz. 42), Öl aus Hartfaserplatte, 120 x 90 cm
  • 20. Juli 1944, 1959 (Wkvz. 80-87), 8 Lithografien, jeweils 61 x 43 cm, Auflage 10
  • qui s'explique, 1959 (Wkvz 95-106), 12 Lithografien, jeweils 61 x 43 cm, Auflage 5
  • Fructidor, 1989 (WVZ-Nr. 776), Farblithografie, 100 x 137 cm, Auflage 50

In Eberswalde:

  • Tanzende Frau II, 1998 (Wkvz. 336), Skulptur in Bronze, Höhe 230 cm, Auflage 6
  • Sitzender Mann II, 1998(Wkvz. 337), Skulptur in Bronze, Höhe 195 cm, Auflage 6
  • Vogel (Park im Weidendamm), 1998, Skulptur in Bronze, Höhe 2 m, Länge 4 m

Ehrungen (Auswahl)

Wichtige Ausstellungen

Literatur

  • Paul Wunderlich und Karin Szèkessy: Correspondenzen. Hrsg. Fritz J. Raddatz, Verlag Belser, 1982, ISBN 978-3763016617
  • Paul Wunderlich: Werkverzeichnis der Druckgraphik 1948–1982. Carsten Riediger, Verlag Huber, 1998, ISBN 978-3921785355
  • Paul Wunderlich: Eine Werkmonographie von Jens Chr. Jensen, Max Bense, Philippe Roberts-Jones. Verlag Huber, 1998, ISBN 978-3921785140
  • Heinz L. Arnold, Paul Wunderlich, Karin Szèkessy: Allerleilust. Hundert erotische Gedichte. Verlag C.H. Beck, 2000, ISBN 978-3406315084
  • Paul Wunderlich: Werksverzeichnis der Gemälde, Gouachen und Zeichnungen 1957–1978. Jens Chr. Jensen, Verlag Huber, 2001, ISBN 978-3921785133
  • Horst Janssen: Paul, eine Laudatio. Verlag St. Gertrude, Hamburg, 1987, ISBN 3-923848-16-1

Verweise

Fußnoten

  1. Deutschlandradio Kultur, 7. Juni 2010: Maler und Grafiker Paul Wunderlich gestorben
  2. Internationales Biographisches Archiv 46/2001 vom 5. November 2001
  3. 3,0 3,1 Munzinger-Archiv GmbH, 2001
  4. Paul Wunderlich, Poesie und Präzision, Braus-Verlag, 2006, S. 24