Schamir, Jitzchak

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Fahdnungsaufruf in arabischer Sprache nach Jitzschak Schamir (mittleres Bild)

Jitzchak Schamir, gebürtig Icchak Jaziernicki (geb. 15. Oktober 1915 in Ruzinoy/Russisch-Polen; gest. 30. Juni 2012 in Tel Aviv) war ein israelischer Politiker. Er war von 1983 bis 1984 und erneut von 1986 bis 1992 israelischer Ministerpräsident. Von 1980 bis 1986 war er Außenminister Israels.

Werdegang

Jitzchak Schamir (Shamir) wurde am 15. Oktober 1915 (Datum unsicher; Schamir selbst begeht Geburtstag am 2. November) unter dem polnischen Namen Yitzhak Jezrenicki (auch Yernitsky; Schamir heißt eigentlich Jagermützen — polonisiert: Jezernitzky) in der russisch-ostpolnischen Kleinstadt Ruzinoy geboren. Den Namen Shamir (etwa „hartes Wesen“) nahm er später in Palästina an (Schamir hieß der sagenhafte Wurm, mit dem Salomo beim Tempelbau die Steine sprengte). Schamir besuchte das hebräische Gymnasium in Bialystok (Ostpolen) und engagierte sich schon damals in der radikalen jüdischen Jugendbewegung „BETAR“. Danach begann er ein Jurastudium in Warschau, wanderte aber 1935 nach Palästina aus, setzte dort sein Studium an der Hebräischen Universität in Jerusalem fort und schloß sich als militanter Zionist 1937 der terroristischen Untergrundtruppe Begins „Irgun Tzwa’i Le’umi“ an, die vor allem die britische Mandatsmacht in Palästina bekämpfte.[1]

Wirken

Von 1940-41, als sich Begin während des Krieges weigerte, gegen die Briten zu kämpfen, trennten sich die Radikalsten von den Radikalen und gründeten die LHY (Lohamei Herut Yisrael). Jagermützen-Schamirs Vater war Vorsitzender der jüdischen Gemeinde von Ruzinoy und wurde im Zweiten Weltkrieg von polnischen Antisemiten erschlagen.[2]

Als israelischer Ministerpräsident vertrat Jitzhak Schamir die Ansicht, die Deutschen seien „für alle Zeit“ für Hitler verantwortlich. Als er aber in der Führung der „Irgun Tzwa’i Le’umi“ („Lechi“) saß, unterbreitete diese Nationale Militärorganisation der Radikalzionisten 1941 Hitler ein Bündnisangebot: Wenn der Führer bereit sei, die Bildung eines araberfreien Judenstaates in Palästina zu unterstützen, wolle man Seite an Seite mit ihm gegen die Briten kämpfen. Das Bündnis scheiterte nicht etwa an Schamir, sondern an Hitler, der das Ansinnen verwarf.[2]

Schamir wurde der führender Mann der „Lechi“, dann der „Stern-Bande“. Nach Avraham Sterns Tod rückte er an dessen Stelle als Führer des radikalzionistischen Terrors. Sein Ziel war es, Englands Macht in Palästina zu brechen und die Araber auszutreiben. Auf das Konto der von Schamir geführten Gruppe gingen u. a. die Morde am britischen Kolonialminister Lord Moyne und am UNO-Friedensvermittler Graf Bernadotte. Daß die „Stern-Bande“ auch keine Scheu hatte, jüdische Menschenleben bei Terrorakten zu vernichten, zeigte der Bombenanschlag auf das Jerusalemer King-David-Hotel mit annähernd 100 Toten. Hinzu kamen zahlreiche Terrorakte gegen Araber.[2]

1946 geriet Schamir, von den Briten als „Top-Terrorist“ gesucht, in Haft, konnte aber entweichen. Nach Gründung Israels wurde er Chef der Europa-Abteilung des israelischen Geheimdienstes Mossad. 1970 tat er sich mit Menachem Begin, seinem alten Bekannten aus gemeinsamen Kampftagen, zusammen. Von 1977 bis 1980 amtierte Schamir als Präsident der Knesset. Von 1980 bis 1988 war er Außenminister, 1983/84 zusätzlich Regierungschef. Von 1986 bis 1990 wirkte er — alternierend mit Schimon Peres — abermals als Ministerpräsident. Als eines seiner Ziele verkündete Schamir: „Die Palästinenser sollen Todesangst haben.“ [2]

1991 führte Schamir Israel zu den „Friedensgesprächen“ von Madrid.

Zitate

  • „Weder jüdische Ethik, noch jüdische Tradition kann Terrorismus als ein Mittel des Kampfes disqualifizieren. Um genau zu sein, spielte Terrorismus eine große Rolle in unserem Kampf gegen die Besatzer (Großbritannien).“ — „Neither Jewish ethics nor Jewish tradition can disqualify terrorism as a means of combat. Rather, terrorism had a great part to play … in our war against the occupier [Britain].“ [3]

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 04/1993
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  3. Quelle: Chomsky, Noam (1999). Fateful Triangle. South End Press. ISBN 0-89608-601-1