Hedin, Sven

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Dr. phil. Dr. h. c. mult. Sven Hedin

Sven Anders Hedin (Lebensrune.png 19. Februar 1865 in Stockholm; Todesrune.png 26. November 1952 ebenda) war ein schwedischer Geograph, Topograph, Entdeckungsreisender, Fotograf, Reiseschriftsteller und ein Illustrator eigener Werke. In vier Expeditionen nach Zentralasien entdeckte er den Transhimalaya (nach ihm Hedingebirge genannt), die Quellen der Flüsse Brahmaputra, Indus und Sutlej, den See Lop Nor sowie Überreste von Städten, Grabanlagen und der Chinesischen Mauer in den Wüsten des Tarimbeckens. Den Abschluß seines Lebenswerkes bildete die postume Veröffentlichung seines „Central Asia atlas“.

Der germanophile Hedin setzte sich für den Nationalsozialismus ein, zum Beispiel auf dem 1. Treffen der Reichsvereinigung Schweden-Deutschland, deren Mitglied er war, am 28. März 1939 in Stockholm. Er hielt die Hauptrede auf dieser öffentlichen Versammlung. Darin griff er die „Verleumdung der linken schwedischen Presse gegen Hitler“ scharf an und bezeichnete sie als eine „Taktlosigkeit gegenüber einem großen Nachbarn“. Auch nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches verteidigte er seine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten und behielt zeit seines Lebens ein romantisiertes Deutschlandbild mit einem Deutschland als Weltmacht, der auch die Aufgabe zukam, Schweden und Norwegen vor Übergriffen der Sowjetunion zu schützen.

Inhaltsverzeichnis

Überblick über Leben, Werk und Wirken

Sven Hedin auf dem galizischen Kriegsschauplatz.jpg

Der Schwede Sven Hedin erlebte mit 15 Jahren in Stockholm die triumphale Rückkehr des Polarforschers Adolf Erik Nordenskiöld nach dessen erstmaliger Befahrung der Nordostpassage. Seitdem wollte er ein Entdeckungsreisender werden. Das Studium beim deutschen Geographen und Chinaforscher Ferdinand Freiherr von Richthofen weckte in ihm die Liebe zu Deutschland und bestärkte ihn in seinem Entschluß, Expeditionen nach Zentralasien zu unternehmen, um die letzten weißen Flecken von der Landkarte Asiens zu tilgen. Nach der Promotion, dem Erlernen zahlreicher Sprachen und Dialekte sowie nach zwei Reisen durch Persien, befolgte er nicht den Rat Ferdinand von Richthofens, sein Geographiestudium fortzusetzen und sich mit den Methoden der geographischen Forschung vertraut zu machen; deshalb mußte er später die Auswertung seiner Expeditionsergebnisse anderen Wissenschaftlern überlassen.

In drei waghalsigen Expeditionen zwischen 1894 und 1908 durch die Gebirge und die Wüstengebiete von Zentralasien kartierte und erforschte er die bis dahin unerforschten Gebiete von Chinesisch-Turkestan (jetzt Xinjiang) und Tibet. Bei seiner Rückkehr 1909 nach Stockholm wurde er so triumphal empfangen wie einst Adolf Erik Nordenskiöld. Er war bereits 1902 als bis heute letzter Schwede, der nicht Mitglied des Königshauses war, in den erblichen Adelsstand erhoben worden und galt als eine der wichtigen Persönlichkeiten Schwedens. Als Mitglied von zwei wissenschaftlichen Akademien hatte er Stimmrecht bei der Wahl von Nobelpreisträgern.

Mit seinen Expeditionsaufzeichnungen legte er die Grundlagen für eine genaue Karte Zentralasiens. Durch wissenschaftliche Dokumentationen und populäre Reisebücher mit eigenen Fotografien, Aquarellen und Zeichnungen, durch Abenteuerberichte für junge Leser und Vortragsreisen im Ausland wurde er weltweit bekannt.

Als ausgewiesener Kenner von Turkestan und Tibet gewann er einen ungehinderten Zugang zu den Monarchen, wie auch zu den Politikern Europas und Asiens und zu deren geographischen Gesellschaften und gelehrten Vereinigungen. Diese wollten sich sein exklusives Wissen über das Machtvakuum Zentralasien mit Orden, brillantengeschmückten Großkreuzen, Goldmedaillen, Ehrendoktortiteln und glänzenden Empfängen sowie mit logistischen und finanziellen Unterstützungen seiner Expeditionen erwerben.

Sven Hedin zum Tod des Führers

Zu den glänzenden Empfängen, die Hedin erlebte, zählen:

Sven Hedin war und blieb ein Mann des 19. Jahrhunderts, der auch im 20. Jahrhundert an den Vorstellungen und den Handlungsweisen des vorherigen festhielt. Daher weigerte er sich, sich den Vorstellungen des 20. Jahrhunderts anzupassen und sein eigenes Denken und Handeln davon abhängig zu machen.

Aus Sorge um die Sicherheit Skandinaviens befürwortete er in seiner Eigenschaft als Mitglied der Schwedischen Akademie der Kriegswissenschaften den Bau des Kriegsschiffes Sverige. Im Ersten Weltkrieg stellte er sich in seinen Veröffentlichungen ausdrücklich auf die Seite der deutschen Monarchie und ihrer Kriegsführung. Durch dieses politische Engagement verlor er absurderweise bei den Kriegsgegnern Deutschlands sein wissenschaftliches Renommee, die Mitgliedschaft in deren geographischen Gesellschaften und gelehrten Vereinigungen sowie jede Unterstützung bei seinen geplanten Expeditionen.

Nach seiner wenig erfolgreichen Vortragsreise 1923 durch Nordamerika und Japan fuhr er weiter nach Peking, um eine Expedition nach Chinesisch-Turkestan durchzuführen, aber die instabilen politischen Verhältnisse verhinderten dies. Statt dessen bereiste er die Mongolei im Auto und Sibirien in der Transsibirischen Eisenbahn.

Mit finanzieller Unterstützung der Regierungen von Schweden und Deutschland führte er 1927 bis 1935 die internationale und interdisziplinäre Chinesisch-Schwedische Expedition durch, bei der sich 37 Wissenschaftler aus sechs Ländern an der wissenschaftlichen Erforschung der Mongolei und Chinesisch-Turkestans beteiligten. Trotz der chinesischen Gegendemonstrationen gelang es Hedin nach monatelangen Verhandlungen in China, die Expedition durch chinesische Forschungsaufträge und durch die Teilnahme chinesischer Wissenschaftler auch zu einer chinesischen Expedition zu machen und einen Vertrag auszuhandeln, der dieser Expedition, die im Kriegsgebiet mit ihrer Bewaffnung und 300 Kamelen wie eine Invasionsarmee aussah, Reisefreiheit gewährte; die Finanzierung allerdings blieb die private Aufgabe von Sven Hedin.

Der damals 70jährige Sven Hedin hatte es wegen seiner angegriffenen Gesundheit, wegen des Bürgerkrieges in Chinesisch-Turkestan und wegen langdauernder Kriegsgefangenschaft sehr schwer, nach der Geldentwertung in der Weltwirtschaftskrise fehlende Gelder für die Expedition zu beschaffen, die Logistik für die Versorgung der Expedition im Kriegsgebiet sicherzustellen und den Zugang der Expeditionsteilnehmer zu den von Kriegsherren heftig umkämpften Forschungsgebieten zu erreichen. Dennoch wurde die Expedition zu einem wissenschaftlichen Erfolg. Die nach Schweden gesandten archäologischen Fundstücke konnten dort drei Jahre lang wissenschaftlich ausgewertet werden und wurden China danach entsprechend dem Vertrag zurückgegeben.

Das während der Expedition zusammengetragene wissenschaftliche Material wurde von Sven Hedin und den anderen Expeditionsteilnehmern ab 1937 für die weltweite Ostasienforschung in mehr als 50 Bänden veröffentlicht.

1935 stellte er sein exklusives Wissen über Zentralasien nicht nur der schwedischen Regierung, sondern auch den Regierungen in China und Deutschland in Vorträgen und Vier-Augen-Gesprächen mit den politischen Repräsentanten Chiang Kai-shek und Adolf Hitler zur Verfügung.

1936 war Sven Hedin auf Einladung des IOC Ehrengast bei den Olympischen Spielen in Berlin.

Von 1931 bis zu seinem Tod 1952 lebte er in Stockholm, in vornehmer Wohnlage – einer modernen Hochhausanlage – im Haus Norr Mälarstrand 66. Dort bewohnte er mit seinen Geschwistern die oberen drei Stockwerke; vom Balkon aus hatte er einen weiten Blick über den Strom Riddarfjärden und den See Mälaren bis hin zur Insel Långholmen. Im Eingangsbereich des Treppenhauses finden sich Stuckarbeiten mit einem Landkartenrelief von Sven Hedins Forschungsgebiet Zentralasien und mit einem Relief des Lamatempels, den er in einer Kopie zur Chicagoer Weltausstellung 1933 gebracht hatte.

Am 29. Oktober 1952 vermachte Sven Hedin die Rechte an seinen Büchern und seinem umfangreichen Nachlaß in seinem Testament der schwedischen Königlichen Wissenschaftsakademie; die bald danach gegründete Sven-Hedin-Stiftung (Originalname: Sven Hedins Stiftelse) besitzt alle Eigentumsrechte.

In seinem Buch „Amerika im Kampf der Kontinente“ zitiert Hedin ausführlich aus „Drei Jahre Weltrevolution“ von Paul Lensch.[1]

Tod

Am 26. November starb er. Die Trauerfeier fand am 1. Dezember statt. Vertreter des schwedischen Königshauses, der schwedischen Regierung, der Schwedischen Akademie und des Diplomatischen Corps nahmen an der Feier teil.

Sven Hedins Grabstein steht auf dem Friedhof Adolf Fredriks Kyrkogård in Stockholm.

Zitate

  • „Die Entwicklung wird wie eine Naturkraft die Feinde Deutschlands dazu zwingen, Deutschland seine alte unabhängige Stellung in der Mitte Europas zurückzugeben. Wenn das nicht geschieht, geht Europa zugrunde. Es ist gefährlich, gegen Naturkräfte anzukämpfen. Die jetzigen Machthaber, die dies tun, sind blind und verrückt.“ — Sven Hedin am 5. November 1950.[2]
  • „Heute bewahre ich eine tiefe und unauslöschliche Erinnerung an Adolf Hitler und betrachte ihn als einen der größten Menschen, den die Weltgeschichte besessen hat. Nun ist er tot. Aber sein Werk wird weiterleben. Er verwandelte Deutschland in eine Weltmacht. Jetzt steht dieses Deutschland am Rande eines Abgrunds, da seine Widersacher seine anwachsende Stärke und Macht nicht ertragen konnten. Aber ein Volk von achtzig Millionen, das sechs Jahre lang gegen die ganze Welt mit Ausnahme Japans Stand gehalten hat, kann nie vernichtet werden. Die Erinnerung an den großen Führer wird im deutschen Volk Tausende von Jahren weiterleben.“ — Sven Hedin, zit. n.: Schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter, 2. Mai 1945

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Werke

Wissenschaftliche Dokumentationen

  • Forschungen über die physische Geographie des Hochlandes von Pamir (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Die geographisch-wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien 1894–97. Ergänzungsband 28 zu Petermanns Mitteilungen, Gotha 1900 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Scientific results of a journey in Central-Asia. 10 Text- und 2 Atlasbände, Stockholm 1904–1907
  • Southern Tibet. 11 Text- und 3 Atlasbände, Stockholm 1917–1922
  • Reihe Reports from the scientific expedition to the north-western provinces of China under leadership of Sven Hedin. The sino-swedish expedition. mit bisher über 50 Bänden, enthält Primär- und Sekundärliteratur, Stockholm 1937 ff.
  • Central Asia atlas. Maps, Statens etnografiska museum. Stockholm 1966 (erschienen in der Reihe Reports from the scientific expedition to the north-western provinces of China under the leadership of Sven Hedin. The sino-swedish expedition; Ausgabe 47. 1. Geography; 1)

Deutsche Ausgaben

meist bearbeitet und häufig gekürzt

Biographische Werke

  • Verwehte Spuren. Orientfahrten des Reise-Bengt und anderer Reisenden im 17. Jahrhundert, Leipzig 1923

Populäre Werke

  • Durch Asiens Wüsten. Drei Jahre auf neuen Wegen in Pamir, Lop-nor, Tibet und China, 2 Bände, Leipzig 1899; neue Ausgabe Wiesbaden 1981 (PDF-Dateien: Band 1 Von Stockholm nach Kaschgar 1895–1897) (Band 2 Von Kaschgar nach Peking 1895–1897)
  • Im Herzen von Asien. Zehntausend Kilometer auf unbekannten Pfaden, 2 Bände, Leipzig 1903 (Band 1, Band 2)
  • Meine letzte Reise durch Inner-Asien (1903) (PDF-Datei)
  • Abenteuer in Tibet, Leipzig 1904; neue Ausgabe Wiesbaden 1980 (Nachdruck Edition Erdmann 2000, ISBN 978-3865032485 Bestellmöglichkeit)
  • Transhimalaja. Entdeckungen und Abenteuer in Tibet, Leipzig 1909–1912; neue Ausgabe Wiesbaden 1985 (Bestellmöglichkeit: Von Stockholm nach Schigatse 1905–1907, Von Schigatse nach Simla 1907–1908)
  • Zu Land nach Indien durch Persien. Seistan und Bclutschistan, 2 Bände, Leipzig 1910
  • Von Pol zu Pol, 3 Bände, Leipzig 1911–1912; neue Ausgabe Wiesbaden 1980 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Bagdad – Babylon – Ninive, Leipzig 1918 (PDF-Datei)
  • Jerusalem, Leipzig 1918
  • General Prschewalskij in Innerasien, Leipzig 1922
  • Meine erste Reise, Leipzig 1922
  • An der Schwelle Innerasiens, Leipzig 1923
  • Mount Everest, Leipzig 1923
  • Persien und Mesopotamien, zwei asiatische Probleme, Leipzig 1923
  • Von Peking nach Moskau, Leipzig 1924
  • Gran Canon. Mein Besuch im amerikanischen Wunderland, Leipzig 1926
  • Auf großer Fahrt. Meine Expedition mit Schweden, Deutschen und Chinesen durch die Wüste Gobi 1927–1928, Leipzig 1929
  • Rätsel der Gobi. Die Fortsetzung der Großen Fahrt durch Innerasien in den Jahren 1928–1930, Leipzig 1931
  • Jehol, die Kaiserstadt, Leipzig 1932
  • Die Flucht des Großen Pferdes, Leipzig 1935
  • Die Seidenstraße, Leipzig 1936
  • Der wandernde See, Leipzig 1937

Politische Werke

  • Ein Warnungsruf, Leipzig 1912
  • Ein Volk in Waffen, Leipzig 1915 (PDF-Datei)
  • Nach Osten!, Leipzig 1916 (PDF-Datei)
  • Deutschland und der Weltfriede, Leipzig 1937 (Der Titel wurde zwar gedruckt, aber nie ausgeliefert; nur fünf Exemplare wurden gebunden – eines von ihnen ist im Besitz des F. A. Brockhaus Verlages, Wiesbaden.) Seit 2015 als Nachdruck erhältlich:
  • Fünfzig Jahre Deutschland, 1940 (PDF-Datei)
  • Amerika im Kampf der Kontinente, Leipzig 1942 (Klappentext und Bestellmöglichkeit) Arndt-Verlag, Kiel 2006, ISBN 978-3-88741-158-9

Autobiographische Werke

  • Mein Leben als Entdecker, Leipzig 1926
  • Eroberungszüge in Tibet, Leipzig 1940
  • Ohne Auftrag in Berlin, Buenos Aires 1949; Tübingen-Stuttgart 1950 Arndt-Verlag, Kiel 2000, ISBN 3-88741-148-X
  • Große Männer, denen ich begegnete, 2 Bände, Wiesbaden 1951
  • Meine Hunde in Asien, Wiesbaden 1953
  • Mein Leben als Zeichner, hg. von Gösta Montell zum 100. Geburtstag, Wiesbaden 1965

Fiktionale Werke

  • Tsangpo Lamas Wallfahrt, 2 Bände, Leipzig 1921/23 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

Meine Werkzeuge