Antifaschismus

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Pfeil 1 start metapedia.png Dieser Artikel behandelt den Kampfbegriff, für die linksextreme Organisationsform siehe: Antifa
Ein mutiges Zeichen gegen Faschismus: Empörte Wursthaarträger zeigen vulgäre Gesten gegen Rechts, das „Plakat“ der Antifa-Vertreter hingegen erscheint wie ein Selbstbekenntnis selbsternannter Minusseelen.

Der Antifaschismus ist ein Kampfbegriff des politisch linken Spektrums und eine Ideologie, die sich nach eigenem Verständnis „gegen Faschismus“ und mögliche faschistische Entwicklungen richtet. Da der Antifaschismus sich in dieser Aussage im wesentlichen bereits erschöpft, ist er weniger eine positiv bzw. konstruktiv, sondern weitgehend eine negativ bzw. unkonstruktiv ausgerichtete Ideologie.

Geschichte

1932 wurde an der KPD-Zentrale „Karl-Liebknecht-Haus“ am Bülowplatz in Berlin-Mitte bereits das Logo „Antifaschistische Aktion“ verwendet

Ursprünglich in den 1920er Jahren in Italien entstanden, übertrugen Kommunisten den Begriff auch auf die Bekämpfung des Kapitalismus in demokratischen Staaten, indem sie den Faschismusbegriff ins nahezu Beliebige ausweiteten. Der Begriff Faschismus dient den linksextremen Antifaschisten heute nicht als Instrument der Analyse, sondern als Feindmarkierung, auch in den Variationen präfaschistisch, kryptofaschistisch oder postfaschistisch.

Linksextremisten wählen für sich das harmlosere Etikett Antifaschismus. Kritiker sehen in ihren politischen Zielen aber nur einen „Linksfaschismus“, bzw. „Rotfaschismus“, womit die den Faschisten unterstellten tatsächlichen oder vermeintlichen schlechten Eigenschaften nun den Antifaschisten als typisierendes Merkmal zugeschrieben werden. Der Sozialist Ignazio Silone urteilte in diesem – im Grunde ebenfalls antifaschistisch orientierten – Sinne über den heutigen Antifaschismus: „Der neue Faschismus sagt nicht: ‚Ich bin der Faschismus.‘ Er sagt: ‚Ich bin der Antifaschismus.‘“[1]

Antifaschistische Gruppen, die es zum Zwecke der Bekämpfung des Faschismus für notwendig erachten, das „System“ der BRD zu überwinden, werden in der Regel vom „Verfassungs“schutz beobachtet.

Antifaschismus als Staatsdoktrin der DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) hat sich selber in die Nachfolge des antifaschistischen Kampfes der KPD und des kommunistischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus gestellt. Wegen dieses auch als Gründungsmythos bezeichneten Anspruchs erhob sie den Antifaschismus früh zur leitenden Staatsdoktrin, die zur Abgrenzung vom Nationalsozialismus, aber auch von der Bundesrepublik Deutschland (BRD) diente. Auf Grundlage einer marxistischen Faschismustheorie verstand man die Bundesrepublik als „postfaschistisch“ und versuchte, ideologische und personelle Kontinuitäten zum Nationalsozialismus nachzuweisen.

Anspruch und Feindbild der DDR-Staatsideologie werden spätestens seit der Wende von 1989 historisch stark kritisiert: Sie hätten eine wirkliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus dort verhindert. Der von oben verordnete Antifaschismus habe eine wirkliche Entnazifizierung und einen Bruch mit autoritären und totalitären Staatsformen blockiert, die Bevölkerung nicht erreicht und sei zur Durchsetzung politischer Selbstbehauptung im Rahmen des Kalten Krieges instrumentalisiert worden.

Generell wurde die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland gemäß der Faschismustheorie als Ausdruck des sich verschärfenden Klassenkampfs betrachtet. Dieses Geschichtsbild bewirkte, daß das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus besonders auf kommunistische Widerstandskämpfer konzentriert wurde und andere Opfergruppen nur am Rande thematisiert wurden. Die gesamte Rassenideologie der Nationalsozialisten wurde lediglich als „Instrument zur Täuschung der Arbeiterklasse“ erklärt. Dieses Geschichtsverständnis bot der DDR-Führung die Möglichkeit, ihre Herrschaft zu legitimieren. Der DDR-Bevölkerung bot sie die Möglichkeit eventuelle Verstrickungen in der Zeit des Nationalsozialismus zu externalisieren, da der Faschismus als Phase des Klassenkampfes quasi historisch zwangsläufig erschien und mit der „antifaschistischen DDR“ endgültig überwunden sei. Jeder DDR-Bürger konnte sich selbst und die DDR als Sieger der Geschichte begreifen.

Der Antifaschismus stellte die zentrale Selbstlegitimationsgrundlage für die Existenz der DDR da. Er sollte das Machtmonopol der SED ebenso wie die Berliner Mauer („Antifaschistischer Schutzwall“) rechtfertigen.

Zitate

  • „Jeder ist heute für irgendwen ein Faschist.” — Unbekannt
  • Die faschistische Staatsidee baut auf menschliche Qualität, deswegen mißbilligt sie das Mehrheitsprinzip der Demokratie, das die Quantität über die Qualität stellt. Demokratie ist im heutigen Sinn sowieso nur eine Lüge, weil das Volk herrscht dadurch nicht, daß man seiner Meinung alle vier Jahre einmal Aufmerksamkeit schenkt.Benito A. A. Mussolini
  • „Nach dem linken Faschismus der Sowjets, nach dem rechten Faschismus der Nazis, ist der Islamismus der Faschismus des 21. Jahrhunderts.”Henryk M. Broder im Gespräch mit Leon de Winter, Zeitschrift „Der Spiegel“ vom 1. August 2005

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Zitiert in: Nation Europa: Band 59, 2009, S. 17