Ordensschnalle

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Generalfeldmarschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg mit Großer Ordensschnalle einschließlich Hals- und Brustorden sowie Marschallstab und Paradedegen.

Als Ordensschnalle (z. T. auch Ordensspange genannt) werden militärische und nichtmilitärische Orden und Ehrenzeichen getragen, wenn mehrere verliehen wurden.

Großadmiral Erich Raeder im Parade-Waffenrock (großer Gesellschaftsanzug) mit Großer Ordensschnalle und Marschallstab

Erläuterung

Die Ordensschnalle gibt es als „Große Ordensschnalle“ (Orden in Originalgrößen) und als „Kleine Ordensschnalle“ (verkleinerte Orden in Halbgrößen, hauptsächlich für Zivilkleidung und „außer Dienst“-Uniforme für ehemalige Offiziere).

Trageweise

Die deutsche Trageweise für Ordens- und Bandschnalle war, mit wenigen Ausnahmen, stets links am bzw. über dem Herzen, dies gilt auch für die Bundeswehr (→ Ehrenzeichen der Bundeswehr).

Ordenskette

Verkleinerte Abzeichen ohne Ordensband können auch als Ordenskette (umgangssprachlich: Frackkette) an Zivilkleidung getragen werden; nicht mit der Kollane zu verwechseln.

Bandschnalle

Eine Bandschnalle oder Feldschnalle (in der Schweiz Ribbon, in Österreich Ordensspange, veraltet auch Bandspange, Feldspange, Interimsspange oder kleine Ordensspange) ist eine an einer Uniform getragene und nach Wertigkeit geordnete Zusammenfassung der von einem Hoheitsträger verliehenen oder genehmigten Auszeichnungen des Trägers. Sie besteht aus einem oder mehreren Bändern (auch: Bandspangen) in den Farben des Ordensbandes der einzelnen Auszeichnungen, in der Regel verbunden mit einer Miniatur oder Symbol (z. B. Schwerter) der Auszeichnung als Auflage.

Tragebestimmungen für die Bandschnalle

Trotz verschiedener Gemeinsamkeiten in der Praxis weichen die Tragebestimmungen für die Bandschnalle national und international im Detail ab. Es gelten daher jeweils die Bestimmungen der Organisation, deren Uniform der Geehrte trägt. Dies kann für den Träger je nach getragener Uniform zu unterschiedlichen Kombinationen führen.

Fallschirmjäger Rudolf Witzig mit Halsorden, drei Brustorden und über der linken Brusttasche eine noch bescheidene Bandschnalle, die aus vier Bändern (Bandspangen) besteht

Zivilkleidung

Anzugsordnung in der Nachkriegszeit (OdR)

Das Tragen einer Bandschnalle an Zivilkleidung ist in den meisten Staaten seit 1945 unüblich.

Bandschnallen in deutschen Streitkräften zwischen 1871 und 1945

In Deutschland kam die Bandschnalle erst relativ spät auf. Sie wurde ab etwa 1900 am Interimsrock sowie seit seiner Einführung 1907 auch am feldgrauen Feldanzug getragen. Anders als in anderen Staaten Westeuropas wurden in Deutschland ausschließlich die (Ordens-)Bänder der an der Großen Ordensschnalle getragenen (Band-)Orden angebracht. Hals- und Steckorden, bzw. eine Auswahl davon, wurden weiterhin im Original angelegt.

Preußische Bekleidungsvorschrift

In der preußischen Bekleidungsvorschrift von 1899 wurde zwischen der Ordensschnalle mit und ohne Orden unterschieden, im Neudruck von 1911 zwischen der 4 cm breiten „Großen Ordensschnalle“ (mit Orden) und der 1,7 cm breiten „Kleinen Ordensschnalle“ (ohne Orden). Die ältere Version der Bandschnalle (4 cm) hatte häufig auf der Rückseite Haken, um die Originale bei Bedarf dort anzuhängen.

Zwischenkriegszeit

In der Zwischenkriegszeit waren, vor allem für das Tragen am Zivilanzug, große Bandschnallen (ca. 30–35 mm hoch) beliebt, die mit dem originalen Trageband versehen wurden. Auf der Rückseite befand sich eine Vorrichtung zum Einhängen der Orden, so daß die Schnalle mit und ohne Original-Abzeichen (Ordens-Kleinod) getragen werden konnte.

Gestaltung

Die bis 1945 übliche Bandschnalle war nach dem Vorbild der preußischen Ordensschnalle gestaltet und deshalb einreihig; die Bandbreite entsprach den (Ordens-)Bändern der kleinen Frackdekoration.

Alternativen zur Bandschnalle

Die 2. Klasse des Eisernen Kreuzes und des Kriegsverdienstkreuzes wurden dergestalt getragen, daß das originale, 30 mm breite Band mit dem zweiten Knopfloch der Uniformjacke vernäht wurde. Wurden beide Orden verliehen, waren die Bänder leicht versetzt übereinander angebracht.

Anzahl

Die höchste mögliche Anzahl von Bändern, die im Zweiten Weltkrieg im Knopfloch getragen werden konnte, war die folgende Kombination: zwei Kriegsauszeichnungen (z. B. EK II/2 und KVK II. Kl.), Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 im zweiten Knopfloch dazu die Lebensrettungsmedaille (z. B. die preußische Rettungsmedaille am Band oder die Rettungsmedaille von 1933) ebenfalls im zweiten Knopfloch sowie das Band des Blutordens im Knopfloch der rechten Brusttasche.

Deutsches Kreuz in Gold

Das Deutsche Kreuz in Gold gab es auch in einer gestickten Fassung aus Stoff, die auf der rechten Seite der Uniformjacke aufgenäht werden konnte.

Literatur

  • Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen – 1800 bis 1945, Battenberg Gietl Verlag, 2012, ISBN 978-3866460928

Verweise