Blei

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Blei
Elementsymbol Pb
Ordnungszahl 82
Relative Atommasse 207,2
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt 327,43 °C
Siedepunkt 1744 °C

Blei ist ein chemisches Element und steht im Periodensystem in der 4. Hauptgruppe, die auch als Kohlenstoffgruppe bezeichnet wird. Das verhältnismäßig weiche und gut formbare Metall ist giftig und schirmt sehr gut radioaktive Strahlung ab. In Deutschland gibt es nennenswerte Bleivorkommen nur in Schlesien. Ebenso wie auf die dortigen deutschen Zinkvorkommen hat die BRD jedoch darauf verzichtet. Das chemische Elementsymbol Pb (von lateinisch plumbum) wurde von dem schwedischen Chemiker Johann Jakob Berzelius im Jahre 1814 vorgeschlagen. In der Alchemie wurde dem Blei das Saturnsymbol ♄ zugeordnet.

Das Schwermetall Blei ist silbrig, läuft an der Luft jedoch dunkelgrau an. Es ist das schwerste stabile Element, Endpunkt mehrerer Zerfallsketten schwerer Nuklide wie Uran und das schwerste Element, das in klassischen stellaren Fusionsreaktionen roter Riesensterne entsteht. Daneben bildet es sich bei der Verschmelzung von Neutronensternen. In der Erdkruste kommt Blei mit einer Konzentration von zehn bis 15 Milligramm pro Kilogramm für seine hohe Masse ungewöhnlich häufig vor.

Verwendung

Blei wird zum Beispiel bei Autobatterien, Kabeln, Rohrleitungen, Akkumulatoren, Achsenlagern von Eisenbahnzügen, aber auch in Lacken und Pestiziden eingesetzt. Der Schmelzpunkt liegt höher als Zinn und daher wurde Blei früher gerne in einer Legierung für Gegenstände aus Zinn verwendet. Seit der Entwicklung von Feuerwaffen ist Blei das traditionelle Metall für alle Arten von Munition, weil es sehr leicht zu verarbeiten und billig ist.

Daneben ist Blei weithin als Material für Gewichte in Benutzung, zum Beispiel in den Kielen von Schiffen oder in Autorädern, um deren Unwucht auszubalancieren, oder auch über Angelhaken. In der Bauindustrie spielt Blei eine große Rolle für alles, was außen an Gebäuden angebracht wird und der Witterung ausgesetzt ist – diese Anwendung geht aber wegen der Umweltgefahren durch das Metall langsam zurück. Bleiverkleidungen dämpfen Vibrationen, schützen Kabel vor Wasser und empfindliche Körperteile vor Röntgenstrahlung. In der Metallurgie ist Blei ein Legierungselement für Kupfer.

Gesundheitliche Wirkung

Blei ist eines der vier Metalle, welche die größte Gefahr für den Menschen darstellen und wird von diesem über die Nahrung (65%), das Wasser (20%) und die Luft (15%) aufgenommen. Die gesundheitsschädliche Wirkung von Blei in Trinkgefäßen und Trinkwasserleitungen wurde bereits im alten Rom erkannt. Obwohl bereits der römische Baumeister Vitruv die Verwendung von Blei für Trinkwasserrohre als Risiko[1] beschrieben hatte, wurden solche Rohre noch bis ins 20. Jahrhundert hinein verwendet. Die alten Griechen gewannen Blei auf Rhodos und Zypern um 550 v. d. Z.

Weiterhin wurde Bleitetraethyl im 20. Jahrhundert als Zusatzstoff für Kraftstoffe verwendet (sogenanntes „Antiklopfmittel“ bei Ottomotoren), wogegen viele Staaten mit gesetzgeberischen Maßnahmen vorgingen, so etwa die BRD mit dem Benzinbleigesetz 1971.

Blei erfüllt nach dem derzeitigen Wissensstand keine Funktion im menschlichen Körper, sondern schädigt diesen nur. Die gesundheitlichen Wirkungen von Blei sind:

  • Störung der Biosynthese von Hämoglobin und Anämie
  • Blutdruckanstieg
  • Nierenschäden
  • Fehl- und Frühgeburten
  • Schäden des Nervensystems
  • Hirnschäden
  • Verminderte Fruchtbarkeit bei Männern durch Schädigung der Spermien
  • Verminderte Lernfähigkeit bei Kindern
  • Verhaltensstörungen bei Kindern, wie etwa Aggressionen, impulsives Verhalten und Hyperaktivität

Blei gelangt über die Plazenta in den menschlichen Fötus und kann ernstzunehmende Schäden beim Nervensystem und im Gehirn des Ungeborenen verursachen.

Verweise

Fußnoten

  1. Siehe Buch VIII De aquis