Zinn

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Zinn
Atomsymbol Sn
Ordnungszahl 50
Relative Atommasse 118,710
Aggregatzustand fest
Schmelzpunkt 231,93 °C
Siedepunkt 2620 °C

Zinn (mhd., ahd. zin:[1] lat. stannum) ist ein chemisches Element, das der Mensch schon sehr früh als Beimengung zum Kupfer verwendete und daraus die Legierung Bronze hergestellte. Zinn wurde und wird auch in anderen Legierungen zum Beispiel für Gebrauchsgegenstände verwendet. Seit dem „Zink-Blei-Gesetz“ von 1887 dürfen in Deutschland Geräte aus Zinn, die für Lebensmittel benutzt werden, nur noch geringe Mengen Blei enthalten.

Eigenschaften

Es handelt sich bei Zinn um ein sehr weiches, dehnbares und im geschmolzenen Zustand gut gießbares, silberweiß glänzendes Schwermetall. Obwohl es zu den unedlen Metallen gehört, reagiert es nur kurz mit der Luft, da sich sofort eine dünne und stabile Oxidschicht ausbildet, die das Metall vor weiteren Reaktionen schützt. Daher reagiert Zinn auch weder mit Wasser noch mit verdünnten Säuren oder Basen. Mit konzentrierten Säuren und Basen reagiert das Metall jedoch unter Entwicklung von Wasserstoff. Bei der Reaktion mit Säuren entstehen Salze, bei der Reaktion mit Basen Komplexverbindungen. Bei Anwendung von konzentrierter Salpetersäure entwickelt sich Stickstoffdioxid und die hochmolekulare Zinnsäure. Zinn kann mit anderen Metallen zur Reaktion gebracht werden, wobei intermetallische Verbindungen entstehen. Zinn bildet hier die Anionen. Auch mit organischen Stoffen kann Zinn reagieren, die hierbei entstehenden zinnorganischen Verbindungen sind kompliziert aufgebaut und oft sehr giftig.

Geschichte

Zinn wird bereits seit über 5000 Jahren vom Menschen als Metall genutzt. In der Bronzezeit wurde für die dieser Epoche namengebende Legierung Bronze Zinn verwendet, das schon damals gut bekannt war und vielseitig eingesetzt wurde. Im mittelalterlichen Europa erlangte der Abbau des Metalls dann im 12. Jahrhundert erneut eine wichtige Bedeutung. Vor allem im Erzgebirge und in Böhmen wurden Zinnerze in größeren Mengen abgebaut. Anfangs wussten die Bergleute allerdings nicht, daß es sich beim Zinn um ein eigenes Element handelt. Aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem verwandten Blei glaubten sie, Zinn sei eine Sonderform des Bleis, weswegen sie das Metall „Weißes Blei“ (lateinisch: Plumbum album) nannten. Die Bezeichnung Zinn geht vielleicht auf einen altgermanischen Begriff „zein“ zurück, welcher soviel wie Stab bedeutet. Durch Sprachveränderungen im Laufe der Jahrhunderte verwandelte sich das Wort schließlich in „zin“ und „tin“, bis daraus das heute gebräuchliche „Zinn“ wurde.

Vorkommen

Das Metall findet sich nur in geringem Maße in reiner Form, als gediegenes Zinn. Meist tritt es in Verbindungen, am häufigsten in Zinnerzen, auf. Ein wichtiges Zinnerz ist der rötliche Zinnstein bzw. Kassiterit, der maximal 5 Prozent Zinn enthält. Bedeutende Zinnvorkommen befinden sich in China, Indonesien, Peru, Bolivien, Thailand und Malaysia.

Heutige Verwendung

Etwa 50 Prozent des gewonnenen Zinns wird mit Eisen legiert und zu „Weißblech“ verarbeitet, welches vor allem für Konservendosen eingesetzt wird. Lötzinn ist eine Legierung von Zinn mit Blei. Lagermetalle für Achsenlager bei Maschinenwellen enthalten bis zu 90 Prozent legiertes Zinn. Der Zinnanteil ermöglicht sehr gute Gleiteigenschaften der Legierung. Ein kleinerer Anteil des Zinnverbrauchs dient zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen wie Becher, Geschirr, Teller oder Figuren.

Verweise

Fußnoten

  1. Herkunft ungeklärt, vielleicht verwandt mit altgermanisch Zain (das Metall wurde in Stabform gegossen) und eigentlich = „Stab(förmiges)“.