Klotz, Clemens

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Clemens Klotz, Baumeister

Clemens August Klotz (Lebensrune.png 31. Mai 1886 in Köln; Todesrune.png 18. August 1969 ebenda) war ein deutscher Baumeister. Seine größten öffentlichen Bauten waren die NSDAP-Ordensburgen Vogelsang in der Eifel und Krössinsee in Pommern.

Werden

Clemens Klotz war Sohn des Buchhändlers Peter Josef Klotz. Nach dem Besuch der Volksschule begann er 14jährig eine praktische Ausbildung im Atelier des Kölner Architekten Heinrich Band und setzte diese ab etwa 1903 im Büro des ehemaligen Stadtbauinspektors Carl Moritz fort. Um 1906/07 ging er nach Dresden und trat dort in das renommierte Atelier Lossow & Kühne ein. Darauf wurde Klotz erster Entwurfsarchitekt im Dresdner Büro Schilling & Graebner, bevor er 1910/11 gemeinsam mit dem Kölner Architekten Josef Reuß unter der Firma Klotz & Reuß sein erstes eigenständiges Büro in seiner Heimatstadt eröffnete.

Wirken

Köln und die nähere Umgebung blieben sein Haupttätigkeitsfeld. Mit einer Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg gegen Deutschland, in dem er als Frontsoldat diente, arbeitete Klotz an Wohnungsbauprojekten, Ein- und Zweifamilienhäusern, aber auch mehrgeschossigen Wohnhäusern sowie Büro- und Geschäftsbauten. Bereits in den 1920er Jahren vertrat er eine regionale Bautraditionen aufgreifende Spielart der modernen Architektur. Nach dem Krieg führte Clemens Klotz ein eigenes Atelier, arbeitete jedoch teilweise mit seinem Bruder, dem Architekten Viktor Klotz (1874–1926) zusammen. Von etwa 1921 bis 1933 ging er dann wiederum eine Partnerschaft, nun mit dem Regierungsbaumeister a. D. Joseph Fieth, ein.

Nach der Deutschen Revolution 1933 wurde Klotz, der mit Robert Ley – Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF) – persönlich bekannt war, zum „beauftragten Architekten der Reichsleitung für die Errichtung der Schulungsbauten der NSDAP und der Deutschen Arbeitsfront“ und 1938 zusätzlich zum „Vertrauensarchitekten der DAF“. Clemens Klotz fertigte unter anderem Entwürfe für das „KdF“-Seebad Prora auf Rügen, ein Gebäude mit 10.000 Zimmern mit Meeresblick, sowie die Ordensburgen Vogelsang und Krössinsee. Ein Modell seines Entwurfs eines KdF-Seebades wurde auf der Weltausstellung in Paris 1937 gezeigt und dort mit einem Großen Preis gewürdigt. Durch Robert Ley erhielt Klotz verschiedene große Aufträge, so für ein „Haus der Deutschen Arbeit“ und für ein „Gauforum“ in Köln.

1938/39 war Klotz auf der zweiten deutschen Architekturausstellung im Münchener Haus der Deutschen Kunst mit einem Entwurf für die Adolf-Hitler-Schule Waldbröl vertreten. Klotz war zur gleichen Zeit verantwortlich für den Umbau des Landguts Rottland bei Waldbröl für Robert Ley. Viele seiner in den 1930er Jahren entstandenen Entwürfe für Bauprojekte konnten nicht ausgeführt werden, so etwa die Pläne für eine völlige Umgestaltung Kölns in Anlehnung an die Pläne Albert Speers für Berlin (→ Gesamtbauplan für die Reichshauptstadt).

Stellung

Der Reichskanzler ernannte Clemens Klotz am 31. Mai 1936 zum Professor. 1937 nahm ihn die Preußische Akademie der bildenden Künste in ihre Reihen auf. 1940 wurde Clemens Klotz zum „Künstler im Kriegseinsatz“ erklärt. In der Endphase des 1939 von England entfesselten europäischen Krieges, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde, wurde Clemens Klotz in der Sonderliste der wichtigsten Künstler als einer der wichtigsten Architekten verzeichnet.

In der Nachkriegszeit konnte Clemens Klotz, im Gegensatz zu Kollegen wie Wilhelm Kreis oder Hermann Giesler und anderen, beruflich nicht mehr an seine bedeutende Rolle im Baugeschehen anknüpfen.

Liste wichtigster Bauten und Vorhaben

  • Ordensburg Vogelsang, eingeweiht 1936
  • Ordensburg Krössinsee, eingeweiht 1936
  • KdF-Seebad Prora auf Rügen (1935–1939, kriegsbedingt nicht vollendet)
  • Adolf-Hitler-Schule Waldbröl (Rosbacher Berg), Grundsteinlegung 15. Januar 1938; kriegsbedingter Abbruch der Bauarbeiten am 15. Februar 1940
  • Adolf-Hitler-Schule Koblenz (Entwurf)
  • Nationalhaus der Deutschen Arbeit in Köln (Entwurf 1934)
  • NS-Ordensburg Marienburg, bei der bereits existierenden historischen Marienburg an der Nogat, (nicht realisiert)
  • Ordensburg Weichselburg in Krakau, (nicht realisiert)
  • Umgestaltung der Stadt Köln, nach Muster der Umgestaltung Berlins, (nicht realisiert)
  • Hohe Schule der NSDAP am Chiemsee (Alternativentwurf 1938 zu Hermann Gieslers Entwurf)
  • Wohnhaus Regierungsrat Dr. Rheindorff, Köln-Marienburg (1922)
  • Haus Heckmann, Köln-Marienburg (1923, Skulpturen von Willy Meller)
  • Direktorenwohnhaus Farbwerke Hospelt, Köln-Braunsfeld (1923)
  • Haus Sauerwald, Köln-Lindenthal (1924/25, mit Joseph Fieth)
  • Haus Klotz, Köln-Bayenthal(1925, in der Gartenhalle Skulptur von Willy Meller)
  • Jugendheim der Kath. Kirchengemeinde St. Anna, Köln-Ehrenfeld (1925)
  • Jugendheim der Kath. Kirchengemeinde St. Joseph, Köln-Braunsfeld, Wiethasestraße 54 (1925/1926)
  • Hochpfortenhaus, Köln (1930, mit Joseph Fieth)
  • Gut Rottland, Waldbröl (1936–1939), 1945 zerstört
  • Wohn- und Geschäftshaus Neumarkt 1b, Köln (1952)

Galerie


Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Ordensburg Vogelsang, mit umfangreicher Galerie

Siehe auch

Literatur

  • Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945, Bd. 3 Architektur, Abb. 356-377; S. 508 f. (dort falsches Todesjahr angegeben), Grabert-Verlag, Tübingen 1995, ISBN 978-3-87847-111-0 [Repräsentatives Standardwerk, Atlasformat, 624 Seiten, 1012 Abbildungen. Beschreibung auf der Netzpräsenz des Buchdienstes Hohenrain]
  • V. Fuhrmann: Neue Arbeiten von Architekt Clemens Klotz, Köln a. Rh. In: Neue Baukunst, 2. Jahrgang 1926, Heft 20
  • Petra Leser: Der Kölner Architekt Clemens Klotz (1886–1969). (= Veröffentlichungen der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln, Band 41.) Köln 1991 (Zugleich Dissertation, Universität Köln, 1989)
  • Ruth Schmitz-Ehmke: Der entwerfende Architekt Clemens Klotz (1886–1969). In: Die Ordensburg Vogelsang. Architektur – Bauplastik – Ausstattung. (= Arbeitsheft des Landeskonservators Rheinland, 41.) Rheinland-Verlag, Köln 1988. 4., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Köln 2010, ISBN 978-3-88462-299-5, S. 54–64