Dreikaiserschlacht von Austerlitz

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Plan der Schlacht bei Austerlitz.jpg

In der Schlacht bei Austerlitz, auch Dreikaiserschlacht, besiegte Napoléon Bonaparte am 2. Dezember 1805 die deutsch-österreichischen und russischen Truppen unter Kaiser Franz II. und dem russischen Zaren Alexander I.. Sie wird deshalb Dreikaiserschlacht genannt, anwesend waren aber nur der russische Zar und Napoleon.

Der dritte der Koalitionskriege gegen Napoleon endete in einer Katastrophe. Als unmittelbare Folge der Schlacht hatte der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation Franz II. die deutsche Kaiserkrone am 6. August 1806 niedergelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im April 1805 schlossen Rußland und Großbritannien einen Vertrag, um Holland und die Schweiz zu befreien. Nachdem Napoleon auch noch König von Italien wurde, schloss sich auch Österreich dieser Koalition an.

Eigentlich wollte Napoleon 1805 in England einmarschieren. Dazu hatte er schon über 150.000 Soldaten bei Boulogne versammelt. Aber das Bündnis zwischen den drei damaligen Großmächten Rußland, Kaisertum Österreich und Großbritannien stellte eine Gefahr für ihn dar, denn vereint wären die drei Armeen übermächtig gewesen. Bevor er an die Eroberung Englands denken konnte, mußte er erst dieses Problem lösen.

Im Vorfeld der Schlacht von Austerlitz nutzte Napoleon einen Fehler der Kommandeure der russischen und österreichischen Armee aus: In Rußland galt ein anderer Kalender als in Österreich. Die Russen verwendeten den julianischen Kalender, die Österreicher dagegen den gregorianischen. Während in Österreich schon der 25. September war, war in Rußland noch der 13. September.

Je nach Standpunkt waren also die Österreicher zu früh, oder die Russen zu spät dran. Dieses Mißverständnis gab Napoleon die Gelegenheit, das österreichische Heer von 70.000 Mann zur Kapitulation zu zwingen. Napoleon stand nun der Weg nach Wien offen, das er am 13. November 1805 nach nur kleinen Kämpfen einnahm. Zwei Wochen darauf kam es bei Austerlitz zur entscheidenden Schlacht.

Erläuterung

Meyers Lexikon von 1888 schreibt zur Schlacht:

Die Österreicher und Russen, gegen 84.000 Mann stark, hatten Ende November ihre feste Stellung bei Olschan verlassen u. sich gegen Brünn in Bewegung gesetzt, um Napoleon, der etwa 70.000 Mann hatte, anzugreifen. Sie glaubten, er sei schwächer und suche einer Schlacht auszuweichen. Ihr Plan war, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen, ihn nach N. zurückzuwerfen und ihm so die Verbindung mit Wien und mit Böhmen abzuschneiden. Napoleon durchschaute diesen Plan und beschloß, seinen Hauptangriff auf die infolge der Ausführung dieses Plans etwas entblößten Höhen von Pratze, den Schlüssel der Aufstellung der Verbündeten, zu richten.
Während diese den rechten Flügel Napoleons unter Davoût angriffen, blutige Gefechte lieferten, aber ihr Ziel nicht erreichen konnten, ließ Napoleon um die Mittagsstunde die Höhen von Pratze, wo der Oberfeldherr Kutusow selbst stand, durch Soult nehmen, zwang auch den rechten Flügel der Verbündeten, wo glänzende Reitergefechte stattfanden, zum Rückzug und warf nun gegen Mittag seine siegreichen Truppen den mit Davoût ringenden Feinden in den Rücken. Damit war die Schlacht entschieden, der Rückzug der Verbündeten war allgemein und artete bald in wilde Flucht aus.
Auf einem zwischen zwei Teichen sich hinziehenden schmalen Damm drängte sich alles zusammen; viele wagten sich auf die dünne Eisdecke der Teiche und ertranken, da diese zusammenbrach. Die Österreicher berechneten ihren Verlust auf 6000, die Russen auf 21,000 Mann, die Franzosen auf 800 Tote und 6000 Verwundete; die letztern rühmten sich, 180 Kanonen und das ganze Gepäck erbeutet zu haben. Napoleon verlegte 3. Dez. sein Hauptquartier nach dem Schloß Austerlitz, hatte 4. Dez. bei Nasiedlowitz eine Zusammenkunft mit Kaiser Franz, schloß 6. Dez. zu Austerlitz einen Waffenstillstand, dessen erste Bedingung der sofortige Abzug der Russen war, und beendigte 26. Dez. den Feldzug durch den Frieden von Preßburg.[1]

Das Brockhaus Konversations-Lexikon von 1894 schreibt:

Das österr.-russ. Heer zählte 83.650 Mann und 16.000 Pferde. Der Vormarsch der Verbündeten geschah in fünf Kolonnen äußerst langsam. Napoleon rief noch rechtzeitig sein 1. Korps (Bernadotte) von Iglau, sein 3. (Davout) von Wien herbei und zog seine Truppen in eine Stellung hinter dem Gold(Rziczka)-bach zusammen. Der rechte Flügel, 4. Korps (Soult), besetzte am 1. Dez. mit einer Division die Übergangspunkte des Bachs, zwei Divisionen (Bandamme und Saint-Hilaire) standen zu einem Offensivstoße bei Puntowitz vereint; den linken Flügel bildete das 5. Korps (Lannes) auf den Höhen südlich von Wellatitz, rechts daneben die Reservekavallerie unter Murat und das 1. Korps (Bernadotte); die Garden und Oudinots Grenadierdivision nahmen hinter Schlapanitz Reservestellung ein.
Am 2. Dez. (morgens 7 Uhr) setzten sich staffelförmig vom linken Flügel die Kolonnen der Verbündeten in Bewegung. Der rechte Flügel, die fünfte Kolonne (Bagration), die Reservekavallerie (Fürst Liechtenstein) und die russ. Vorhut sollten den Gegner anfangs nur beschäftigen und erst, wenn der andere Flügel jenseit des Bachs vordringe, angreifen; die Garden (Großfürst Konstantin) blieben hinter den Höhen von Blasowitz in Reserve. Beide Heere waren gleich stark, und dichter Nebel bedeckte die Gegend; gegen 8 Uhr brach die Sonne („die Sonne von A.“) durch, und die Schlacht begann. Am Goldbache wurden die Défilés von Telnitz und Sokolnitz von der Vorhut und den drei russ. Kolonnen genommen, Kutusow aber hielt die vierte Kolonne noch zurück und ließ sie erst auf Befehl des Kaisers antreten. Diese Zögerung gab Napoleon Zeit, die Angriffsmassen seines Centrums (unter Soult) zum Durchbrechen der feindlichen Schlachtordnung gegen Pratzen vorgehen zu lassen, während Davout mit seinen frisch ankommenden Truppen und der von den Défilés zurückweichenden Division des Soultschen Korps eine Flankenstellung ans den Höhen zwischen Kleinraigern und Kobelnitz einnahm und diese gegen die drei Kolonnen des linken Flügels der Verbündeten behauptete. Unterdessen stieß die eben aus Pratzen vorrückende vierte Kolonne auf den Feind. Es kam hier zu einem langen Kampfe, der um 11 Uhr mit der Niederlage der Verbündeten endigte.[2]

Ergebnis

Im Frieden von Preßburg mußten die Habsburger am 26. Dezember 1805 beträchtliche Gebietsverluste zugunsten der Fürsten von Bayern und Württemberg hinnehmen, die Napoleon am 1. Januar 1806 zu Königen erhob. Das Kaisertum Österreich mußte Tirol an Bayern abtreten, das loyal zu Frankreich gestanden hatte.

Sechzehn deutsche Reichsstände schlossen sich am 12. Juli 1806 in Paris unter französischem Protektorat zum Rheinbund zusammen und kündigten ihre Zugehörigkeit zum Reich auf. Damit war es Napoleon gelungen, deutsche Satellitenstaaten gegen Österreich aufzubauen. Auf Geheiß Napoleons verkündete der französische Gesandte, dass der Kaiser Frankreichs ein deutsches Reich nicht mehr anerkenne.

Der römisch-deutsche Kaiser Franz II. beugte sich dem Druck und erklärte am 6. August 1806, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation sei erloschen. Da er sich zwei Jahre vorher ebenfalls zum „Kaiser von Österreich“ proklamiert hatte, verblieb ihm wenigstens dieser Titel.

Literatur

Verweise

Fußnoten

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