Fähnrich

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Fähnrich (ahd. faneri) bezeichnet, je nach Wehrmacht, entweder einen Offiziersanwärter oder den dienstjüngsten Offiziersrang.

Deutschland

Das spätere U-Boot-As Ortwin Rave als Fähnrich zur See der Kaiserlichen Marine; Uniform wie der Seekadett (weder Tressen noch Ärmelabzeichen, dafür die Ärmelaufschläge der Deckoffiziere mit drei Ankerknöpfen und auf den Schultern Spangen aus schwarz-rot durchzogener Silberlitze), jedoch mit Marinedolch mit Portepee. Mütze mit Eichenlaubstickerei um die Kokarde, nach bestandener Offiziersprüfung Offizierssäbel alternativ zum Marinedolch erlaubt (umgangssprachlich dann „Säbel-Fähnrich“).

In einer Dienstvorschrift der Sächsischen Armee vom Jahre 1726 für Sachsen ist zu lesen:

Die Fähndrich-Stelle ist die erste und niedrigste Ober-Officir-Charge, die gemeiniglich einem jungen, qualificirten Menschen anvertraut wird. An sich selbst ist sie eine Adeliche Charge […] Die Function eines Fähndrichs bestehet darinnen, daß er vor allen Dingen das ihm anvertraute Fähnlein bey dem Marsche und Zügen führen, auch solches bis auf den letzten Blutstropfen verdefendiren muß ... [1]

Preußische Armee, Deutsches Heer, Reichswehr und Wehrmacht

Die Berufsoffiziersanwärterdienstgrade waren:

  • Fahnenjunker (vor 1899 bei der Marine Kadett, danach Seekadett)
  • Fahnenjunker-Gefreiter
  • Fahnenjunker-Unteroffizier
  • Fähnrich/Fähnrich zur See (bis 31. Dezember 1898 bzw. bis 17. April 1899 noch Seekadett genannt; [2])
    • Zwischen 1855 und 1864 war Fähnrich zur See (vorher See-Kadett erster Klasse) der unterste Seeoffiziersdienstgrad der Preußischen Marine. Nach der Umbenennung in Unterleutnant zur See (seit 1899 Leutnant zur See) entfiel die Bezeichnung, bis sie 1899 in der Kaiserlichen Marine erneut eingeführt wurde.
  • Oberfähnrich/Oberfähnrich zur See

Praxis nach 1918

Nach 1918 entfielen die Bezeichnungen Portepee-Fähnrich, Degen-Fähnrich usw.; in Reichswehr und Wehrmacht stand nunmehr der Fähnrich beziehungsweise der Fähnrich zur See an der Spitze der Unteroffiziere ohne Portepee; disziplinarrechtlich war er jedoch den Unteroffizieren mit Portepee gleichgestellt.

Im Dezember 1920 wurde mit dem Oberfähnrich beziehungsweise Oberfähnrich zur See ein zweiter Fähnrich-Dienstgrad, diesmal vor dem Oberfeldwebel rangierend, geschaffen. Dies wurde in der Wehrmacht übernommen.

In der Waffen-SS gab es die Fähnrichränge SS-Junker, SS-Oberjunker, SS-Standartenjunker und SS-Oberstandartenjunker.

Bundesrepublik Deutschland

„Fähnrich“ (Abk.: Fähnr, in Listen: FR) bezeichnet in der Bundeswehr einen Offizieranwärter im Feldwebeldienstgrad. Bei der Marine heißt dieser Dienstgrad Fähnrich zur See.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.

Sie werden nach der Bundesbesoldungsordnung A mit der Besoldungsstufe A7 besoldet.

Den Dienstgrad Fähnrich erhält der Soldat in der Laufbahngruppe der Offiziere in der Regel mit Vollendung des 21. Dienstmonats. Bis zur Umstellung auf die zentrale Ausbildung der Offizieranwärter des Heeres im Jahr 2006 sollte zusätzlich dazu der Einzelkämpferlehrgang 1 abgelegt werden. Dieser war jedoch für weitere Beförderungen nicht notwendig. Mittlerweile gilt der EKL 1 im Heer nur noch für Kampftruppen als obligatorisch und wird nach dem Studium durchlaufen. Als Ersatz für den EKL 1 tritt für alle übrigen Truppengattungen der Lehrgang Überleben Einsatz (ÜLE).

Republik Österreich

Im österreichischen Bundesheere gelten Fähnriche, obgleich als Offiziersanwärter erst in der Ausbildung zum Leutnanten, als Offiziere. Einjährig-Freiwillige erhalten nach ihrem zwölften Dienstmonat, wenn sie in die Militärakademie eintreten, diesen Dienstgrad verliehen. Nach dreijähriger Ausbildungszeit werden sie im Herbst als Leutnante ausgemustert.

Fußnoten

  1. http://www.neuengeseke.de/unserverein/schuetzenabc
  2. Das System der Beförderung vom Kadett der Kaiserlichen Marine zum Seekadett und schließlich zum Unterleutnant zur See sowie Leutnant zur See usw. wurde ab dem 1899 reformiert: Seekadett → Fähnrich zur See → Leutnant zur SeeOberleutnant zur See usw. Primär wurde die zweijährige Auslandsreise auf ein Jahr reduziert. Nach der Einstellung als Seekadett in Mürwik und eineinhalb Monaten Grundausbildung erfolgte nun in zehneinhalb Monaten die Ausbildung auf Schulschiffen. Nun wurden die Seekadetten zu Fähnrichen zur See befördert und erhielten an der Marineschule zwölf Monate Unterricht in den Fachgebieten, wobei besondere Betonung auf dem technischen Bereich lag. Diese Kenntnisse wurden dann im Seeoffiziershauptexamen überprüft. Es folgten sechs Monate Spezialkurse in der Waffentechnik: Artillerie, Torpedowaffe, beziehungsweise auch Infanterie-Felddienst. Die Ausbildung endete nach weiteren zwölf Monaten Dienst auf Kreuzern oder Linienschiffen der Flotte mit der Beförderung zum Leutnant zur See bereits nach dreieinhalb Jahren. Ziel dieser Reform war es, unter dem Druck steigenden personellen Bedarfs die Einstellungsquoten zu erhöhen, indem die Zeit auf den Schulschiffen gekürzt wurde.