Lammers, Hans Heinrich

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Reichsminister und Chef der Reichskanzlei SS-Gruppenführer Dr. Hans Heinrich Lammers(1879–1962)
Unterschrift Lammers, Hans Heinrich.png

Hans Heinrich Lammers (laut Grabstein Hans-Heinrich; Lebensrune.png 27. Mai 1879 in Loben, Oberschlesien; Todesrune.png 4. Januar 1962 in Düsseldorf) war ein deutscher Jurist und während der Zeit des Nationalsozialismus Chef der Reichskanzlei.

Leben

Empfang von japanischen Marineoffizieren in der Reichskanzlei am 7. Mai 1934; Adolf Hitler im Gespräch mit dem Marineattaché Yendo und dem Vizeadmiral Matsushita, rechts Dr. Hans Heinrich Lammers, ganz rechts Verbindungsoffizier Korvettenkapitän Leopold Bürkner.

Ausbildung

Hans Lammers mit seiner Familie; am 29. April 1913 hatte er in Gleiwitz Elfriede Tepel (1894–1945) geheiratet, aus der Ehe sind die beiden Töchter Vera und Ilse (Lebensrune.png 3. August 1914 und 28. Mai 1918) entsprossen. Nur Vera überlebte den Krieg, nach brutalen Vergewaltigungen durch französische Soldaten, begingen Elfriede und Ilse am 8. bzw. 10. Mai 1945 unweit des Obersalzbergs Suizid.
SS-Brigadeführer Dr. Lammers zeichnete mit seinem Adjutanten Hauptmann Decker im Standartensaal der Obersten SA-Führung zum Dankopfer der Nation, 29. April 1937

Dr. Hans Heinrich Lammers war Westfale. Es war in den letzten Jahren in Preußen an der Tagesordnung, daß ein starker Beamtenaustausch vom Westen zum Osten und umgekehrt vor sich ging. Hans Heinrich Lammers' Vater war auf diese Weise als Kreistierarzt nach Lublinitz in Oberschlesien gekommen, wo der spätere Staatssekretär am 23. Mai 1879 geboren wurde.

Er besuchte die Evangelische Fürstenschule in Pleß und studierte Rechtswissenschaft. Nach seinem Jurastudium an der Universität Breslau und der Universität Heidelberg erfolgte der einjährige Militärdienst. Er wurde 1901 Referendar. 1904 promovierte er zum Dr.jur., 1906 wurde er Gerichtsassessor und Hilfsrichter in Breslau. 1912 kam er als Landrichter nach Beuthen und wurde dort später Landgerichtsrat. Er hat also Oberschlesien, sein Leben und seine Nöte aus eigener Anschauung und durch intensive Studien kennengelernt und war später zweifellos ein ausgezeichneter Fachmann gerade für oberschlesische Fragen.

Erster Weltkrieg

1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und wurde Reserveoffizier (Leutnant d. R.) im 4. Schlesisches Infanterie-Regiment Nr. 157, später beim 4. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 51. 1917 wurde er schwer verwundet und verlor dabei das linke Auge, weshalb er dann als Verwaltungsoffizier beim kaiserlichen Generalgouvernement Warschau eingesetzt wurde. Nach dem Kriege trat der Hauptmann der Reserve Lammers als Oberregierungsrat in den Staatsdienst.

Weimarer Republik

1921 kam Dr. Lammers ins Reichsinnenministeriums (Abteilung I), und 1922 wurde er Ministerialrat und Reservist für Staatsrecht. Politisch beschäftigte er sich in der Deutschnationalen Volkspartei (DVP). Zu Beginn des Jahres 1932 trat er zur NSDAP über. Dr. Lammers trat auch als juristischer Fachschriftsteller vielfach hervor. Als bekannter Staatssprecher gab er im Jahre 1929 die „Reichsverfassung und Reichsverwaltung“ heraus, 1930 einen Nachtrag dazu. Mit dem ehemaligen Reichsgerichtspräsidenten Professor Dr. Simons war er ferner Herausgeber der „Rechtsprechung des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich“.

Drittes Reich

Am Tag der Wahlsieg der NSDAP (30. Januar 1933) ernannte Adolf Hitler Lammers zum Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei, wo er zusammen mit den anderen „Sekretären“ Hitlers (Martin Bormann, Otto Meißner, ab 1938 auch Wilhelm Keitel) die praktischen Regierungsgeschäfte organisierte. Am 26. November 1937 wurde er von Hitler zum Reichsminister ohne Portefeuille mit der Amtsbezeichnung Reichsminister und Chef der Reichskanzlei ernannt. Am 29. September 1933 trat Staatssekretär Dr. Lammers in die SS ein und erhielt den Rang eines SS-Oberführers. Danach folgten schrittweise Beförderungen zum SS-Brigadeführer (20. April 1935), SS-Gruppenführer (30. Januar 1938) und SS-Obergruppenführer (20. April 1940). Seit dem 30.N November 1939 war er geschäftsführendes Mitglied des unter Görings Vorsitz stehenden Ministerrats für die Reichsverteidigung.

Funktion als Studentenschaftsführer

Lammers, Mitglied der akademischen Verbindung Wratislavia Breslau im Miltenberger Ring, übernahm im Januar 1935 die Führung der Gemeinschaft Studentischer Verbände (GStV), die nach dem Ausscheiden der Deutschen Burschenschaft, des Vertreter-Convents der Turnerschaften und der Deutschen Sängerschaft aus dem Allgemeinen Deutschen Waffenring (ADW) die verbliebenen gemäßigten Korporationsverbände vereinte. Die GStV wurde vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund als Gesamtvertretung der studentischen Verbände anerkannt.

Prozeß und Haft

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lammers im April 1945 verhaftet, als er den Versuch unterstützte, Hitler durch Göring zu ersetzen. Vor der von Hitler daraufhin angeordneten Erschießung durch die SS wurde er von amerikanischen Truppen gefangengenommen. Am 8. und 9. April 1946 trat Lammers als Zeuge vor dem Nürnberger Tribunal auf. Im Wilhelmstraßen-Prozeß gegen Mitarbeiter verschiedener Ministerien des nationalsozialistischen Deutschen Reiches wurde er am 11. April 1949 wegen angeblicher „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ von dem Alliierten Militärgericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am 31. Januar 1951 wurde diese Strafe vom amerikanischen Hohen Kommissar John Jay McCloy auf 10 Jahre abgemildert; am 16. Dezember 1951 wurde er begnadigt und aus dem Gefängnis in Landsberg am Lech entlassen.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

Bildergalerie

Literatur